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Zum Tod von Carrie Fisher : Prinzessin im Mondlicht

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Carrie Fisher ist im Alter von 60 Jahren an den Folgen eines Herzstillstandes gestorben. Bild: dpa

Die Rolle der Prinzessin Leia machte Carrie Fisher weltberühmt. Nun ist die Schauspielerin im Alter von 60 Jahren gestorben. Doch eine letzte Chance gibt es noch, sie zu sehen.

          Carrie Fisher ist in Los Angeles gestorben. Die Schauspielerin, die mit der Rolle der Prinzessin Leia Organa in der „Star Wars“-Filmreihe berühmt wurde, hatte am Freitag auf einem Flug von London nach Los Angeles einen Herzinfarkt erlitten und war nach der Landung in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Dort verstarb sie am Dienstagmorgen, wie ihre Tochter Billie Lourd bekannt gab. Carrie Fisher wurde sechzig Jahre alt.

          Mit der weiblichen Hauptrolle in George Lucas´ „Star Wars“-Serie war sie zu Weltruhm gelangt. Ihre Prinzessin Leia Organa war die Anführerin der Rebellen-Allianz, die den Todesstern des Imperiums zu zerstören suchte. Die beiden „Star Wars“-Helden, ihr Zwillingsbruder Luke Skywalker (Mark Hamill), und der Desperado Han Solo (Harrison Fords) waren von der Prinzessin auf ihre je eigene Weise angetan.

          Mit Harrison Ford verband Carrie Fisher, wie sie in ihren kürzlich erschienenen „Star Wars“-Memoiren „The Princess Diarist“ schrieb, während der Dreharbeiten auch eine private Liaison. Die Figur der Prinzessin Leia wurde indes zu einer Ikone der Popkultur.

          Mit Fünfzehn ging sie an den Broadway

          Carrie Fisher wurde 1956 als Tochter der Schauspielerin Debbie Reynolds und des Popsängers Eddie Fisher in eine Hollywood-Familie hineingeboren. Debbie Reynolds war als Tanzpartnerin von Gene Kelly in „Singin´ in the Rain“ bekannt geworden. Eddie Fisher verließ die Familie. Der zweite Mann ihrer Mutter brachte das Vermögen der Familie durch. Die junge Carrie versenkte sich in Büchern. Schon im Alter von fünfzehn Jahren verließ sie die Schule, um am Broadway zu spielen. Ihr Studium der Künste am Sarah Lawrence College brach sie ab, als die Dreharbeiten zu „Star Wars“ begannen.

          Carrie Fisher in Star Wars - Episode IV Bilderstrecke
          Carrie Fisher in Star Wars - Episode IV :

          Bereits zuvor hatte Fisher neben Warren Beatty und Julie Christie für die Komödie „Shampoo“ vor der Kamera gestanden. Ihre Schauspielkarriere war von wechselhaftem Erfolg geprägt. Sie spielte in dem Film „Blues Brothers“ (1980), in Woody Allens „Hannah und ihre Schwestern“ (1986) sowie in „Harry und Sally“ (1989). In Fernsehserien wie „Sex and the City“ und „The Big Bang Theory“ trat sie schließlich Jahre später als Persiflage ihrer selbst auf.

          Das Mädchen mit den Ohrendutts

          Die „Star Wars“-Filme und die Rolle der Prinzessin Leia sollten Carrie Fishers Leben prägen. Sie blieb für alle das Mädchen mit den Ohrendutts. Im vorerst letzten, siebten Film der „Star Wars“ Reihe schlüpfte sie 2015 noch einmal in diese Rolle. Die gereifte Prinzessin indes erntete von Fans, die das blutjunge Geschöpf vom Beginn der Reihe nicht aus dem Kopf bekommen und nicht zwischen der Person der Schauspielerin und der Rolle unterscheiden können, auch Häme.

          Derlei oberflächliche Betrachtung nahm Carrie Fisher in ihrem Buch „The Princess Diarist“ auseinander. Sie sei, schrieb sie, „nicht immer eine etwas übergewichtige Frau ohne Oberlippe“ gewesen, sondern eine relevant elegante Erscheinung.

          Der Preis für Carrie Fishers Star-Ruhm durch diese eine Rolle war die stetige Aufmerksamkeit für ihr Privatleben. Sie war mit dem Schauspieler-Kollegen Dan Aykroyd liiert, der ihr einmal das Leben rettete, als sie beinahe an einem Stück Rosenkohl erstickt wäre. Der Sänger Paul Simon schrieb mit „Hearts and Bones“ ein Lied über seine turbulente Beziehung und kurze Ehe mit Carrie Fisher. Eine weitere Beziehung Fishers mit dem Agenten Bryan Lourd, dem Vater ihrer Tochter Billie, ging in die Brüche, als sich Lourd in einen Mann verliebte.

          Ihre letzte Rolle? In „Star Wars“, Teil acht

          Carrie Fisher bekannte sich offen dazu, dass sie von jungen Jahren an mit Drogen- und Alkohol-Abhängigkeit zu kämpfen hatte. Sie sprach auch über ihre manisch-depressive Erkrankung. 1985 hätte sie eine versehentliche Tabletten-Überdosis beinahe das Leben gekostet.

          Prinzessin Leia aus „Star Wars“ : Carrie Fisher ist tot

          Dass sich ihr Schicksal wie eine Hollywood-Story ausnahm, inspirierte Carrie Fisher zu mehreren halb-biographischen Romanen mit lakonischem Humor und provokanten Titeln wie „Postcards From the Edge“ und „Wishful Drinking“. Zuletzt hatte sie „The Princess Diarist“ geschrieben. Sie befand sich auf dem Rückflug von der Promotion-Tour für dieses Buch, als ein Herzanfall sie ereilte.

          Zu ihrem Tod, schrieb Carrie Fisher in „Wishful Drinking“, möge man berichten, „dass ich im Mondlicht ertrunken bin, erdrosselt von meinem eigenen Büstenhalter.“ Im kommenden Jahr wird die Schauspielerin ein letztes Mal auf der Leinwand zu sehen sein – im achten Teil der „Star Wars“-Saga. Deren Dreharbeiten hatte Carrie Fisher noch abgeschlossen, bevor sie nun im Alter von nur sechzig Jahren verstarb.

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