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Pressefreiheit : Europas Journalisten werden häufig bedroht

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Einen unrühmlichen Spitzenplatz bei Gewaltandrohung und sexueller Belästigung belegt die Türkei: Immer wieder wird in Istanbul für Pressefreiheit demonstriert. Bild: dpa

Drohungen, Cyber-Mobbing und tätliche Angriffe: Journalisten erfahren oft Gewalt, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. Das ergab eine Befragung des Europarates.

          Journalisten werden in Europa einer neuen Studie zufolge wegen ihrer Arbeit häufig psychisch oder körperlich angegriffen. „Der häufigste Eingriff, der von 69 Prozent der Journalisten angegeben wurde, war psychische Gewalt, etwa in Form von Einschüchterung, Drohungen, Verleumdung und Erniedrigung“, erklärte der Europarat am Donnerstag in Straßburg. Fast ein Drittel der im vergangenen Jahr befragten Journalisten war nach eigenen Angaben sogar Opfer körperlicher Übergriffe geworden.

          Bei der nicht repräsentativen Studie waren zwischen April und Juli vergangenen Jahres 940 Journalisten aus den 47 Mitgliedstaaten des Europarates sowie dem Nichtmitglied Weißrussland befragt worden. Sie wurden hauptsächlich unter den Mitgliedern von fünf großen Organisationen, die sich mit Journalismus und Meinungsfreiheit befassen, ausgewählt.

          Folgen zeigen sich auch in Selbstzensur

          Mehr als die Hälfte der Journalisten gab an, von Cyber-Mobbing betroffen zu sein. Dies geschah meist in Form von Vorwürfen mangelnder Objektivität, persönlichen Angriffen, öffentlicher Diffamierung und Hetzkampagnen. Von gezielter Überwachung berichteten 39 Prozent der Befragten. Gut jeder Fünfte hatte demnach Raub, Beschlagnahmung oder Zerstörung von Arbeitsgerät erlitten, 13 Prozent sexuelle Belästigung.

          Die Folgen zeigten sich auch in Selbstzensur. Rund ein Drittel der Befragten gab laut Europarat an, Berichte über kontroverse Angelegenheiten abzumildern, 15 Prozent fühlten sich gezwungen, Geschichten ganz fallenzulassen. Umgekehrt machten gut ein Drittel deutlich, dass Druck sie dazu veranlasse, Zensur erst recht entgegenzuwirken.

          Die Zahl der mutmaßlichen Übergriffe auf Journalisten war in den verschiedenen Regionen sehr verschieden. Dem Europarat gehören 47 Länder an, darunter auch solche im Südkaukasus. Dort war die Zahl der berichteten tätlichen Angriffe prozentual am höchsten, gefolgt von der Türkei. In der Türkei wiederum gab es den Angaben zufolge die meisten Drohungen mit Gewalt (70 Prozent der Befragten gaben hier solche Drohungen an) und ebenso die höchste Dichte von sexueller Belästigung (18,3 Prozent).

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