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Parodien auf Donald Trump : Chef der Scherzbrigade

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Er hat den Bogen raus und seine Energie beruht auf „White Power“: Anthony Atamanuik gibt in der „President Show“ unverkennbar Donald Trump. Bild: AP

Dass Amerikas Präsident im Original als Witzfigur erscheint, macht es für Komiker leicht und schwer, ihn zu parodieren. Jetzt bekommt Donald Trump seine eigene „President Show“.

          Ein Präsident, der sich eine Twitter-Schlacht mit einem Komiker über dessen Präsidentenparodie liefert, ein Pressesprecher, der die versammelte Journalistenschar anblafft wie ein bissiger Hund – wie, so fragen sich Amerikas Komiker seit dem Amtsantritt von Donald Trump, soll sich die schräge Show, die der neue Präsident und sein Mitarbeiterstab der Öffentlichkeit bieten, eigentlich noch zuspitzen lassen?

          Inzwischen kann man so viel sagen: Die amerikanische Comedylandschaft wächst an ihren Aufgaben. Die Fernseh-LateNight hat sich zu einem neuen satirischen Höhenflug aufgeschwungen. Alec Baldwins hinreißend pampige Verkörperung Donald Trumps mit vorgeschobener Unterlippe, Melissa McCarthys begnadete Persiflage von Trumps Pressesprecher Sean Spicer, und Kate McKinnons Verkörperung von einem halben Dutzend Regierungsmitgliedern bescheren der altehrwürdigen Show „Saturday Night Live“ im siebenunddreißigsten Jahr ihres Bestehens Zuschauerrekorde, manche bezeichnen Melissa McCarthys Sketche bereits als beste in der Geschichte der Show. Eigentlich ist es da ganz folgerichtig, dass Trump jetzt mit „The President Show“ seine eigene Late Night bei Comedy Central bekommt, dem Haussender bahnbrechender Politsatiren wie Jon Stewarts „Daily Show“ und Stephen Colberts „Colbert Report“.

          Gespielt wird der Präsident in der „President Show“ freilich nicht von Donald Trump selbst, sondern von Anthony Atamanuik, einem Veteranen der Comedytruppe „Upright Citizens Brigade“. Atamanuik trat schon während des Wahlkampfs im vergangenen Herbst mit der Debatten-Parodie „Trump vs. Bernie“ aus dem Schatten von Alec Baldwin. Auf den Comedybühnen des Landes und im Internet sorgte Atamanuik mit seiner Parodie für Furore. Er trifft nicht nur Trumps Rhetorik und Intonation, er hat auch seine Gestik derart genau einstudiert, dass man sich an Tina Feys große Parodie der vormaligen Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin erinnert fühlt.

          An Schärfe ist Atamanuik kaum zu überbieten. Auszug eines Debatten-Segments um erneuerbare Energien: „Ich habe diesen Typen getroffen, keine Ahnung, woher er kommt, er hat eine Firma namens Tripel-K, und er hat mir von einer unglaublichen alternativen Energie erzählt: White Power. Unglaublich. Offenbar läuft das ganze Land seit seiner Gründung auf White Power. Sie ahnen wahrscheinlich gar nicht, wie sehr Sie von White Power profitieren, zumal, wenn Sie weiß sind, aber ich sage Ihnen: Die schwarzen Leute im Publikum wissen das genau.“ Kollegen drängen Atamanuik zurzeit, er möge beim Korrespondentendinner im Weißen Haus am 29. April als Donald Trump auftreten. Der echte Trump hatte seine Teilnahme an der Veranstaltung, auf der sich der amtierende Oberbefehlshaber traditionell selbst hochnimmt, abgesagt.

          In „The President Show“ gedenkt Atamanuiks Trump, die Gemeinheiten der „Lügenmedien“ zu umgehen, indem er direkt aus dem Oval Office seine eigene Late Night-Show sendet: „Keine unfairen Journalistenfragen, keine peinlichen Fototermine mit deutschen Damen und keine Schlafenszeit“, heißt es in einem Statement von Comedy Central. Das Konzept ist offenbar an Stephen Colberts „Colbert Report“ angelehnt, einer kaum verhüllten Parodie des Fox-News-Besserwissers Bill O’Reilly, die indes eine Abrechnung mit dem Verfall der politischen Debatte in den Vereinigten Staaten war – der Begriff „truthiness“ etwa, der „gefühlte“ Wahrheiten bezeichnet, ist eine Colbert-Erfindung aus dem Jahr 2005. Dass auch Atamanuik einen solchen Bogen zu spannen weiß, ist die Hoffnung, die sich mit seiner Sendung verbindet. Produziert wird die „President Show“ von Veteranen großer amerikanischer Comedyserien wie Jon Stewarts „Daily Show“, dem „Colbert Report“ und der Vizepräsidentinnen-Satire „Veep“.

          „Den Präsidenten auszulachen ist eine stolze amerikanische Tradition, und wir hoffen, auf diesem Gebiet niemanden zu enttäuschen“, sagte Atamanuik in einer Stellungnahme, in der er Trump als „törichten kleinen Jungen“ bezeichnete. Alec Baldwin hat derweil angekündigt, die wasserstoffblonde Perücke und die pelzigen Augenbrauen demnächst ablegen zu wollen. Stephen Colbert, der inzwischen die CBS-„Late Show“ moderiert, ist noch immer der Avantgardist unter den amerikanischen Late-Night-Komikern. Mit einem kreativen Sampling von Pressesprecher Sean Spicers Begeisterung für das Wort „phenomenal“ als Persiflage des legendären „Manamana“-Sketches der Muppet-Show produzierte Colbert einen viralen Hit, der Trumps Präsidentschaft als dadaistisches Werk auffasst.

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          Quelle: F.A.Z.

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