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Deutsche-Welle-Freiheitspreis : „Iran nicht so düster, wie es von außen scheint“

  • -Aktualisiert am

Sadegh Zibakalam bei der Entgegennahme des Preises in Bonn. Bild: Deutsche Welle

Die Deutsche Welle hat dem iranischen Politologen Sadegh Zibakalam den „Freedom of Speech Award“ verliehen. Der Preisträger glaubt fest an die Demokratiefähigkeit seines Landes. Dort wurde er gerade erst verurteilt.

          Der iranische Politologe Sadegh Zibakalam ist mit dem „Freedom of Speech Award“ der Deutschen Welle ausgezeichnet worden. Der Preis wurde ihm beim „Global Media Forum“ in Bonn überreicht. Angetrieben von der „Sehnsucht nach demokratischen Werten“, setzt sich der Siebzigjährige, der an der Universität Teheran lehrt, seit Jahren für die politische Öffnung des Landes ein.

          In seiner Dankesrede widmete Zibakalam den Preis „allen politischen Gefangenen“ in Iran. Schriftsteller, Anwälte, Aktivisten, Studenten, Künstler und viele andere litten an der Unterdrückung durch die autoritäre Regierung. Doch verwies er auch auf die „kleinen, aber spürbaren Fortschritte“, die sein Land in den letzten zwei Jahrzehnten vollzogen habe: „Heute gibt es in Iran ein halbes Dutzend Zeitungen, die als unabhängig bezeichnet werden können.“ Trotz aller Versuche des Staates, oppositionelle Stimmen einzudämmen, seien auch die sozialen Netzwerke ein mächtiges Instrument, um den Kurs der politischen Öffnung und Demokratisierung voranzutreiben.

          Sadegh Zibakalam glaubt fest an die Demokratiefähigkeit des Landes:  „Vielleicht wäre es keine Übertreibung zu dem Schluss zu kommen, dass die Islamische Republik Iran nicht so düster und dunkel ist, wie es von außen scheint.“

          Der Türkei-Korrespondent der ARD und Laudator, Reinhard Baumgarten, lobte Sadegh Zibakalam für dessen politisches Engagement. Durch sein Handeln rufe er viele Widersacher auf den Plan: „Kritik und Schmähungen erntet Zibakalam von eingeschworenen Gegnern ebenso wie von hartleibigen Befürwortern der Islamischen Republik. Manchen gilt er als dienstbarer Geist und Feigenblatt eines verruchten Regimes. Anderen als gefährlicher Konterrevolutionär und Defätist.“

          So wurde Zibakalam erst im April dieses Jahres von einem iranischen Revolutionsgericht zu achtzehn Monaten Haft verurteilt, weil er öffentlich über die Ursachen landesweiter Proteste im Land sprach.

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