Matthias Brandt ist seit langem einer der beliebtesten Schauspieler im Land. Noch populärer gemacht hat ihn die Rolle des Kommissars Hanns von Meuffels im „Polizeiruf 110“ aus München.
Heute zeigt das Erste seinen vierten Fall - er ist der bisher schwächste. „Fieber“ heißt die Folge (Buch: Axel Buresch und Matthias Pacht, Regie: Hendrik Handloegten). Dem Titel gemäß sieht man Brandt als von Meuffels ständig in Schlafanzug und Bademantel, einmal wandert er im hinten offenen OP-Hemd und mit Infusionsgestell gar durch einen trostlosen Flur.
Duett in Bett und Bergwelt
Der Horror des Hospitals, in das man ihn nach einer schweren Verletzung eingeliefert hat, wird noch durch den Umstand gesteigert, dass der ausgeflippte Junkie, der ihn niederschoss, dem vor sich hin delirierenden Polizei-Patienten immer wieder als Geist erscheint, ihn beschimpft, aber auch schmeichelt, möchte er doch am allerliebsten von Meuffels’ bester Freund werden.
Für Brandt und den von Georg Friedrich gespielten Junkie namens Jürgen ergibt das eine Fülle von mal slapstick- und mal albtraumhaften Szenen, die ihren schauspielerischen Ruhm sicher noch mehren werden, zumal sie ihre Duette einmal im Bett und oft in herrlich verschneiter Bergwelt zelebrieren dürfen.
Die eigentlichen Verbrechen aber, um die es geht - der Oberarzt vertuscht den für einige Patienten letalen Keimbefall einer Station, zudem wird eine Jungärztin ermordet-, sind derart hanebüchen konstruiert, dass es einen wahlweise graut oder dauert: Hospitalhorror eben, den auch Walter Sittler als aalglatter Klinikchef nicht zu lindern vermag.
Da half nur eines
Michael Schubert (mfromg)
- 05.11.2012, 08:35 Uhr