Home
http://www.faz.net/-gsb-10rbc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Pietätsdebatte Pro Sieben steht zu den „Popstars“

16.10.2008 ·  Weil ein junges Mädchen in der Casting-Show „Popstars" vom Tod ihrer Mutter erfährt, gibt es Kritik - ausgerechnet die „Bild“ knüpft daran eine Qualitätsdebatte. Der Sender wehrt sich: Das Mädchen will seine persönliche Geschichte erzählen.

Von Michael Hanfeld
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (4)

Noch eine Qualitätsdebatte: Pro Sieben hat die Kritik an der Casting-Show „Popstars“ zurückgewiesen. In der aktuellen Folge, die am heutigen Donnerstag gezeigt werden soll, erfährt eine der jungen Kandidatinnen, dass ihre Mutter verstorben ist.

Vor der Kamera werde das nicht gezeigt, heißt es auf Anfrage von FAZ.NET beim Sender. Es sei vielmehr zu sehen, wie der sechzehnjährigen Victoria von dem Jury-Mitglied Detlef D! Soost eröffnet werde, es gebe für sie einen Anruf. Von dessen Inhalt informiert Soost in Victorias Abwesenheit die übrigen Kandidatinnen der Talentshow.

„Bild“ stellt die Frage nach der Moral

Ausgerechnet die „Bild“-Zeitung knüpft daran eine Qualitätsdebatte und stellt die Frage: „Wie weit darf das Fernsehen gehen?“ Dem herbeizitierten Medienforscher Jo Groebel geht die Sache viel zu weit, dem CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla erscheint die Show, wie er in einer Pressemitteilung schreibt, „zynisch“.

Der Pro-Sieben-Sprecher Christoph Koerfer stellte im Gespräch mit FAZ.NET derweil fest, weder Groebel noch Pofalla hätten die Bilder gesehen. „Trotzdem meinen sie, die Szene beurteilen zu können.“ Für Pro Sieben sei in diesem Fall nur eine Meinung wichtig – die des jungen Mädchens, das „sehr zufrieden“ sei, „wie seine persönliche Geschichte erzählt wird“.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1965, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Medien“.

Jüngste Beiträge

Ab in die eTonne

Von Ursula Scheer

Der „eTown-Index“ rechnet aus, in welcher Stadt Deutschlands es die meisten wirtschaftlichen Internetseiten gibt. Googles System dahinter ist ebenso durchschaubar wie verworren. Mehr