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Veröffentlicht: 21.04.2017, 10:02 Uhr

Petra Reski sucht Unterstützer Nicht allein gegen die Mafia

Die Wochenzeitung „Freitag“ ließ Petra Reski auf den Kosten sitzen, die der Prozess mit einem italienischen Geschäftsmann verursachte. Nun sammelt die Mafia-Rechercheurin Geld per Fundraising.

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© Simone Casetta / Anzenberger Für den „Freitag“ wird sie wohl kaum ein weiteres Mal schreiben: Petra Reski.

Auf „mehrere tausend Euro“ beziffert Petra Reski ihre Gerichts- und Anwaltskosten für den Prozess, den ein in Erfurt lebender italienischer Geschäftsmann gegen sie angestrengt hat. Das Landgericht Leipzig hatte dem Kläger recht gegeben, der sich, weil sein Name im Zusammenhang mit der Mafia genannt wurde, in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt sah.

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Nachdem Jakob Augstein, Herausgeber des „Freitag“, in dem der beanstandete Artikel erschienen war, der Autorin die übliche Unterstützung verweigert und das, in leichtfertiger Verkennung des Vorgangs, mit dem Vorwurf „Redaktionen sind keine Rechtsschutzversicherung für mangelhafte Recherche“ (F.A.Z., 1. und 8. April) verbunden hatte, hat Petra Reski ein Fundraising initiiert: „Da mir die Gewerkschaft Verdi ebenfalls den Beistand versagt hat, bleibt mir nichts anderes, als auf Ihre Unterstützung zu hoffen“, wendet die in Venedig lebende Journalistin sich in ihrem Blog an die Öffentlichkeit: „Hier geht es mehr als um mich und ‚meinen Fall‘ – es geht darum, dass jeder Journalist, der wegen eines Berichts über die Mafia in Deutschland verklagt wurde, den Prozess zwingend verliert.“

45745478 © Klein, Nora Vergrößern Grenzt sich ab: Verleger Jakob Augstein.

Das Ziel hat Petra Reski mit zwanzigtausend Euro angegeben, „denn“, so sagte sie dieser Zeitung, „mir wurden weitere Klagen angekündigt, auch über Schadensersatz“. Gestern Mittag stand das Spendenkonto auf 4200 Euro. „Am Ende“, so Reski, „werde ich alle Stifter wissen lassen, wie hoch die konkreten Rechtskosten waren. Wenn (hoffentlich!) etwas übrig bleibt, werde ich das einer Antimafia-Organisation zukommen lassen.“

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Inzwischen interessiert sich das „European Centre for Press and Media Freedom“ (ECPMF) für den Fall: „Wir stehen Petra Reski zur Seite und beteiligen uns mit 2000 Euro an den Anwaltskosten“, sagte Flutura Kusari, Rechtsberaterin bei dem in Leipzig ansässigen Zentrum: „Der ‚Freitag‘, in dem ihre Geschichte erschienen ist, hätte Petra Reski den Beistand auf keinen Fall versagen dürfen. Das sendet ein falsches Signal, das freien Autoren den Mut nehmen kann, kritische Themen aufzugreifen.“ Das ECPMF wurde 2015 von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig gegründet und erhält Zuschüsse von der Europäischen Kommission, dem Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig.

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