Home
http://www.faz.net/-gsb-76yjk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Peerblog Chaos-Computer-Club hält Hackerangriff für abwegig

Der „peerblog“, mit dem der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im Wahlkampf unterstützt werden sollte, ist nach Ansicht von Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, nicht aufgrund von Hackerangriffen abgeschaltet worden.

© Screenshot/Focus Online Vergrößern Wohin man schaut, nur Nebel. Aus „peerblog“ (Foto) ist „peerfog“ geworden

Der dubiose „peerblog“, mit dem der SPD-Kanzlerkandidat nach amerikanischem Vorbild im Internet unterstützt werden sollte, gibt auch mehr als eine Woche nach seinem abrupten Verschwinden aus dem Netz weiter Rätsel auf. In der „Rheinischen Post“ wies die für „peerblog“ verantwortliche Düsseldorfer PR-Agentur „steinkühler-com“ nun Vorwürfe des Chaos Computer Clubs pauschal zurück. Club-Sprecherin Constanze Kurz hatte in einem Interview mit dem Deutschlandradio die per Pressemitteilung verbreitete Behauptung der PR-Agentur, der Blog habe wegen „fortwährender Cyber-Attacken“ eingestellt werden müssen, als unbewiesene PR-Geschichte bezeichnet.

Im Gespräch mit dieser Zeitung bekräftigt Constanze Kurz ihre Einschätzung, dass der Hackerangriff nur eine Farce gewesen sein dürfte, die Steinbrück schützen und ihm einen einigermaßen glimpflichen Ausstieg aus dem intransparenten Projekt „peerblog“ ermöglichen sollte. Zudem sei es darum gegangen, Journalisten an der Nase herumzuführen. „Und das ist ja leider auch gelungen, wenn man sieht, dass viele Medien unkritisch den angeblichen Hackerangriff als Ursache für das Ende des Blogs vermeldet haben.“

Mehr zum Thema

Constanze Kurz ist überzeugt, dass der „peerblog“ noch im Netz wäre, wenn seine Macher das wirklich wollten. „Denn selbst wenn es einen Angriff gegeben hat, hätte man ihn abwehren können - durch den Zukauf von technischer Kapazität für ein paar Euro.“ Fest zu stehen scheint immerhin: An Geldmangel ist „peerblog“ nicht gescheitert, denn die Geldgeber sollen ja eine sechsstellige Summe für das Projekt bereitgestellt haben. Überprüfen lasst sich auch das freilich nicht, weil die Finanziers anonym bleiben wollen. So bleibt, wohin man schaut, nur Nebel. Aus „peerblog“ ist „peerfog“ geworden.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Modewoche im Liveblog Schaulaufen in Berlin

Dreitausend Marken präsentierten auf der Berliner Modewoche ihre Entwürfe. Die Schauen, die Partys, Backstage – wir waren vor Ort und berichteten live. Unser Blog zum Nachlesen. Mehr

19.01.2015, 11:06 Uhr | Stil
Wostkinder Wendezeit und Überwachung

Ein Podcast mit Constanze Kurz und Frank Rieger. Mehr

08.11.2014, 10:21 Uhr | Feuilleton
Gespräch mit Berlinale-Chef Es wird die typische harte Berliner Mischung

Wenn Nordkorea die Filmpolitik bestimmt: Berlinale-Direktor Dieter Kosslick über The Interview, die richtige Mischung bei der Filmauswahl und die Zukunft seines Festivals. Mehr

22.01.2015, 07:06 Uhr | Feuilleton
Die Abstimmung hat begonnen

Europa schaut gebannt auf Schottland: Dort hat die Abstimmung über eine Abspaltung von Großbritannien begonnen. Letzte Umfragen deuteten ein knappes Ergebnis an. Seit 8 Uhr deutscher Zeit können 4,3 Millionen Schotten über die Frage abstimmen, Sollte Schottland ein unabhängiges Land sein? Mehr

18.09.2014, 11:04 Uhr | Politik
Überwachungs-Saat Der Tierstall ist online

Alle reden über Massentierhaltung. Im Internet können die Verbraucher sie immer häufiger beobachten. Eine Übersicht über Webcams aus dem Stall. Mehr Von Jan Grossarth

18.01.2015, 09:21 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.02.2013, 16:20 Uhr

Narrenfeigheit

Von Ursula Scheer

Eigentlich spielt Satire im Kölner Karneval eine zentrale Rolle. Eigentlich wollten die Jecken für Charlie Hebdo ein Zeichen setzen. Doch jetzt fährt die Angst mit. Mehr 78 85