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Papst-Reise nach Frankreich Benedikt und die Billigheimer

11.09.2008 ·  Bei Staatspräsident Sarkozy fliegen Journalisten gratis mit. Doch wer mit dem Papst von Rom nach Paris reisen möchte, der muss tief in die Tasche greifen: 2360 Euro verlangt das Reisebüro des Vatikans. Die Zeitung „Libération“ protestiert.

Von Jürg Altwegg
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Zeitungen, die ihre Korrespondenten mit dem Papst nach Frankreich schicken wollen, müssen offenbar über ihre Verhältnisse tief in die Tasche greifen. „Libération“ hat vorgerechnet, was es kostet. Für den Transport verlangt das Reisebüro des Vatikans 2360 Euro - für den ganzen Trip: Flug von Rom nach Paris, nach Tarbes und Lourdes und zurück nach Rom.

Vorgeschrieben ist die Übernachtung im Pariser Sofitel-Hotel: 270 Euro „plus acht Euro für einen mysteriösen Gepäckdienst“. Auch für die zweite Nacht hat sich der Vatikan um die Herberge gekümmert: 229 Euro „plus 50 Euro Transportkosten in Lourdes“. Schließlich kämen der Preis für die Anreise nach Rom hinzu und eine Hotelübernachtung: Denn die Abreise des Heiligen Vaters finde in der „Morgendämmerung“ statt. „Libération“ hat die Summen gar nicht erst addiert: „Total? Viel zu viel.“

Mit dem Papst auf Tuchfühlung

Doch es wäre zu kleinlich, für den Verzicht auf die Reisebegleitung nur finanzielle Gründe anzuführen. „Libération“ protestiert aus dem Portemonnaie - aber hoch politisch. Die Journalisten, die sich für die Reise einschreiben, müssen sich verpflichten, die ganze Tour mitzumachen und mit dem Papst auf Tuchfühlung zu bleiben. Keine Extratouren! Ohne uns, sagt die Redaktion. Man werde den Papst in Paris im Pressezentrum auf einer Großleinwand verfolgen. Aber auch dafür hätten die Veranstalter ursprünglich dreißig Euro verlangt. Die damit begründet wurden, dass die Kirche die Ecole Militaire mieten musste. Erst nach dem Protest des Verbandes der „Journalistes d'information religieuse“ sei auf den Eintrittspreis verzichtet worden: „Aber für alle Dienstleistungen - Telefon, Computer - muss man bezahlen“, so „Libération“.

Das mag nicht überall so sein. Ist aber letztlich der journalistischen Unabhängigkeit, für die sich „Libération“ stark macht, förderlich. In ihren Anfängen war die Zeitung für ihre „Rucksack-Reporter“, die mit dem Zelt anreisten, bekannt. In Lourdes ist noch ein Campingplatz frei. Hier könnte wohl die originellere Reportage entstehen als im Tross der Journalisten. Doch „Libération“ kaschiert die eigene Faulheit und Finanzknappheit hinter einem billigen Artikel über die finanziellen Hintergründe der Papstreise. Als Transparenz könnte man das allenfalls verstehen, wenn die Zeitung ebenso detailliert über die Privilegien informieren würde, von denen die Redaktion sonst profitiert: Bücher, Filme, Reisen - und warum nicht die Häppchen auf den Pressekonferenzen erwähnen, die dem Berichterstatter ein Nachtessen einspart? Staatspräsident Sarkozy weiß, wie man es macht: Bei ihm fliegen Journalisten gratis mit.

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