20.01.2010 · Die „New York Times“ bestätigt ihren Plan, für ihr Onlineangebot Gebühren zu erheben. Das Abosystem soll Anfang des nächsten Jahres starten. Es werden aber nicht alle Artikel kostenpflichtig sein.
Von Jordan MejiasWie erwartet, hat die „New York Times“ angekündigt, für ihr Onlineangebot Gebühren zu erheben. Nicht alle Artikel werden kostenpflichtig sein. Zur Kasse gebeten werden zunächst „häufige Leser“. Offenbar scheint noch nicht festzustehen, wie viele Artikel pro Monat kostenlos gelesen werden dürfen, von einer „bestimmten Anzahl“ an werden Beträge in noch unbekannter Höhe fällig. Einmal festgelegt, soll das Abosystem, je nach wirtschaftlicher Lage und Leserverhalten, flexibel angewendet werden. Abonnenten der gedruckten Zeitung haben nach wie vor freien Zugang. Arthur Sulzberger Jr., der Herausgeber des Blattes, betonte, mit der Ankündigung des Messsystems sei die Beratung darüber nicht abgeschlossen. Die „Times“ wolle es „wirklich, wirklich richtig“ machen.
Ein Jahr lang haben die Beratungen über die Wiedereinführung eines Systems gedauert, das die Zeitung in ähnlicher Form unter dem Namen „Times Select“ von 2005 bis 2007 angewandt hatte. Zuvor mussten ausländische Leser bezahlen. „Times Select“ hatte mehr als zweihunderttausend Abonnenten, die bereit waren, 49,95 Dollar zu zahlen.
Die „Times“ folgt damit dem Beispiel des „Wall Street Journal“ und vor allem der „Financial Times“, die pro Monat jedem Leser zehn Artikel gratis zur Verfügung stellt und ab dem elften Gebühren erhebt. Kritiker bemängeln, dass so die treuesten Leser die Kosten übernähmen. Die „Times“ glaubt, gerade diese Leserschaft sei bereit, für den Onlinezugang eine Gebühr zu entrichten. Über die Zahl der zahlenden Leser, mit der die Zeitung rechnet, wurde nicht mehr mitgeteilt als über die veränderten Erwartungen ans Anzeigenaufkommen. Die nächsten Monate wird die „Times“ noch gratis anzuklicken sein, das Abosystem wird erst Anfang des nächsten Jahres eingeführt.