http://www.faz.net/-gqz-72pyn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 09.09.2012, 12:39 Uhr

Noch eine Talkshow Stefan Raab sucht die Supermeinung

Mit einer neuen Talkshow will Stefan Raab seine Zuschauer für Politik interessieren. Diskutiert werden gesellschaftsrelevante Themen. Die populärste Meinung gewinnt 100.000 Euro.

© AP Plant die Talkshow als Meinungsquiz: Stefan Raab

Stefan Raab will die Zuschauer von ProSieben in einer eigenen Talkshow für Politik interessieren. Das Format, das am 11. November startet, soll „Absolute Mehrheit - Meinung muss sich wieder lohnen“ heißen, bestätigte ein Sprecher des Münchner Privatsenders am Sonntag einen entsprechenden Bericht des „Spiegel“.

Die Show wird sonntags nach dem Spielfilm laufen - also in Konkurrenz zu Günther Jauch in der ARD. „Herr Jauch hat in unseren Zielgruppen einen recht überschaubaren Marktanteil. Wir wollen ihn da natürlich schlagen“, sagte Raab dem „Spiegel“. In der Sendung sollen fünf Talkgäste - „zwei bis drei Berufspolitiker, ein Promi und ein Normalbürger“ - mit dem Ziel diskutieren, die absolute Mehrheit der Zuschauer hinter sich zu versammeln.

Wer mehr als die Hälfte der Zuschauer von seiner Argumentation überzeugt, wird mit 100 000 Euro belohnt. „Während die anderen Talks alles völlig ergebnislos vor sich hin diskutieren, wissen Sie bei uns am Ende künftig wenigstens, welche Meinung die Masse der Zuschauer hat“, sagte Raab. „Ehrlich gesagt wundere ich mich, dass das bisher noch niemand gemacht hat.“ Die Themen seiner Sendung sollen nach Angaben des Senders „gesellschaftsrelevant“ sein.

Wer wird der politische „King of Kotelett?“

„Wir werden es am Anfang nicht einfach haben. Aber nicht, weil unser Konzept absurd wäre, sondern weil es so neu und deshalb riskant ist“, meinte der 45-jährige Fernsehmacher. Er hofft, dass die Berliner Politik schnell mitspielt: „Wenn einer wie der CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt bei uns 100 000 Euro abräumt, wäre er doch im Berliner Betrieb zwei Wochen lang King of Kotelett.“

Diskutiert wird über vier Themen. ProSiebenSat.1-Nachrichtenchef Peter Limbourg soll am Ende jeder Gesprächsrunde das Geschehen zusammenfassen und analysieren. Die Zuschauer können dann über Telefon und SMS für ihren Favoriten stimmen. In einer Finalrunde debattieren noch drei Gäste. Sollte keiner die absolute Mehrheit der Zuschauer überzeugen, wandern die 100 000 Euro in den Jackpot.

Produziert wird die Show, die mehrmals im Jahr laufen soll, von der Firma Raab TV, an der Raab und das Kölner Unternehmen Brainpool TV beteiligt sind. Raabs Ziel: „Ich will die einzige relevante Talkshow im Privatfernsehen machen“ und „die jungen Zielgruppen mit solchen Formaten wieder für Politik interessieren“.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Umfragen zum Urlaub Atemlos mit Helene durch das Sommerloch

Seltsame Sommerumfragen sorgen für verblüffende Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass viele Deutsche gern mit Helene Fischer und Günther Jauch in den Urlaub fahren wollen. Mehr Von Christoph Strauch

29.07.2016, 16:59 Uhr | Gesellschaft
#Nilsläuft Regeneration ohne Rausch

Nach dem Rennen trinken viele Sportler gerne alkoholfreies Bier. Doch welches schmeckt am besten? Eine Auswahl teste ich mit meinen sportlichen Kollegen. Mehr

28.07.2016, 11:49 Uhr | Sport
Phänomen Harry Potter Wie kommt der Hass in eine friedliche Welt?

Mit der heutigen Premiere des Harry Potter-Theaterstücks findet die erfolgreichste Buchreihe aller Zeiten ihre Fortsetzung. Ein Rückblick zeigt die erschreckend prognostische Kraft ihrer Autorin J.K. Rowling. Mehr Von Tilman Spreckelsen

30.07.2016, 11:35 Uhr | Feuilleton
Minimum an Würde Türkei verscharrt Putschisten auf Friedhof der Verräter

Vor den Toren Istanbuls haben die türkischen Behörden einen staubigen Acker für die Gräber von Soldaten vorbereitet, die den Putsch in der Türkei unterstützt hatten und dabei ums Leben gekommen sind. Der Ort bietet den Toten ein absolutes Minimum an Würde. Mehr

29.07.2016, 14:58 Uhr | Politik
Trends in Brasilien Wie Telenovelas die Mode prägen

In Brasilien setzen nicht die Magazine die großen Modetrends - sondern die Telenovelas. Dabei lässt sich genau nachzeichnen, welche Seifenoper welchen Stil geprägt hat. Mehr Von Wlada Kolosowa

28.07.2016, 06:40 Uhr | Stil
Glosse

Bilderverbot

Von Kolja Reichert

Einige Medien zeigen keine Bilder mehr von Attentätern, um ihnen keine Macht zu geben. Aber gerade damit verleihen sie den Fotos einen gewissen Nimbus. Mehr 4 6