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Donnerstag, 20. Juni 2013
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„New York Times“ im Internet Alles gratis

 ·  Neue Strategie der „New York Times“: Die Druckausgabe ist deutlich schlanker geworden, um dem Verlag Print- und Papierkosten einzusparen. Im Internet wird sie sich entscheidend verbreitern - und öffnet ihr Archiv für alle.

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Während die „New York Times“ in der vergangenen Woche erstmals in schlankerem Print-Format erschien, um dem Verlag zehn Millionen Dollar jährlich an Print- und Papierkosten einzusparen, wird sie sich im Internet entscheidend verbreitern. Die zehnprozentige Platzeinbuße, welche die Umstellung auf das industrietypische Format von 30,5 Seitenzentimetern mit sich bringt, soll im Internet aufgefangen werden: Ein Teil der Lokalberichterstattung aus New York findet künftig in einem Blog namens „City Room“ statt.

Derweil wird angesichts schwindender Online-Abonnements das bislang kostenpflichtige Internet-Archiv der Zeitung, „Times Select“, gestrichen. Seit 2005 waren die Kolumnisten der „New York Times“ sowie Artikel aus dem Archiv nur gegen Bezahlung zu lesen - eine in der Zeitungslandschaft lange umstrittene Strategie, die auch bei der „Times“ intern für Diskussionen sorgte. So klagten einige Kolumnisten darüber, dass die Zeitung mit der Bezahlpflicht ihre Reichweite bei den Lesern ungebührlich einschränke.

Bezahlsperre vertreibt Leser

Andere Blätter haben sich nach ähnlich fehlgeschlagenen Experimenten mit kostenpflichtigen Internet-Inhalten schon vor längerer Zeit davon verabschiedet. So beendete die „Los Angeles Times“ im vergangenen Jahr das Online-Abonnement für ihren Kulturteil „Calendar Live“. Man musste erkenne, dass die Bezahlsperre die Leser eher anderen Online-Plattformen in die Arme trieb, als sie an das eigene Blatt zu binden. Kritiker argumentieren seit langem, dass die Bezahlstruktur der Print-Landschaft ihre Berechtigung in einem begrenztem Angebot und begrenzter Verbreitung finde - Bedingungen, die das Internet nicht kennt. Die erstarkende Blog-Kultur hat das Bezahlmodell für Information und vor allem für Kommentare im Netz weiter unter Druck gesetzt.

Allein das „Wall Street Journal“ hält nun noch an seiner bezahlpflichtigen Internet-Ausgabe fest. Einer Printauflage von zwei Millionen Exemplaren stehen bei der nach der „USA Today“ zweitgrößten Zeitung der Vereinigten Staaten 931.000 Online-Abonnenten gegenüber. Doch hat der Medienzar Rupert Murdoch, der das Blatt und seinen Mutterkonzern Dow Jones gerade übernahm, schon angedeutet, den gesamten Inhalt der Zeitung künftig gratis im Netz zugänglich zu machen.

Quelle: F.A.Z., 13.08.2007, Nr. 186 / Seite 38
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