Home
http://www.faz.net/-gqz-7gzuf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Neuer „Spiegel“-Titel für Blome Mitgliedsausweis

Im Streit um die Berufung des „Bild“-Journalisten Blome zum stellvertretenden Chefredakteurs des „Spiegel“ macht Wolfgang Büchner, der kommende Chef, einen Vorschlag. Ob sich die Gemüter nun beruhigen, ist aber fraglich.

© dpa Dann leitet er eben das Hauptstadtbüro des „Spiegel“: Nikolaus Blome

Der „Spiegel“-Chefredakteur Wolfgang Büchner ist auf einen Kniff verfallen, um den Redaktionsaufstand zu befrieden: Nikolaus Blome soll nicht stellvertretender Chefredakteur werden, sondern das Hauptstadtbüro in Berlin leiten und „Mitglied der Chefredaktion“ werden. Dieser Titel würde unterstreichen, dass Blome, der von „Bild“ kommt, nicht, wie die stellvertretenden Chefredakteure Klaus Brinkbäumer und Martin Doerry, das Blatt macht. Da dies ein Kompromiss ist, auf den sich Büchner und die Mitarbeiter KG (als größter Gesellschafter mit 50,5 Prozent am Kapital) geeinigt haben, dürfte die Geschichte formal bereinigt sein.

Der Dissens zwischen Büchner und den Ressortleitern des „Spiegel“ ist damit aber noch nicht vom Tisch. Gegen Blomes Berufung zum stellvertretenden Chefredakteur hatten sich zuerst die Mitarbeiter KG und dann alle Ressortleiter des Magazins ausgesprochen. Büchner blieb bei der Entscheidung, hatte aber schon darauf verwiesen, dass Blome allein dem Titel nach stellvertretender Chefredakteur sei, ein Dienstgrad gewissermaßen. Unter diesem Titel wollte es Blome, wie zu hören ist, nicht machen, schließlich ist er bei „Bild“ auch schon stellvertretender Chefredakteur.

Über die Kritik an Blomes Berufung hat sich in der „Spiegel“-Redaktion eine breite Front gegen den neuen Chefredakteur Büchner aufgebaut, die es zuvor nicht gab. Diejenigen, die Blome als Berlin-Chef schätzen würden oder Büchners skizzierte Vorliebe fürs Digitale teilen, haben sich noch nicht zu Wort gemeldet. Büchner und der „Spiegel“-Geschäftsführer Ove Saffe hatten auf der tumultuarischen Redaktionskonferenz am Montag durchblicken lassen, dass die Mitarbeiter KG von der Personalie Blome seit Wochen wusste und involviert gewesen sei. Insofern könnte die Rochade einigen als Ausweg aus der Misere erscheinen. Der Ärger in der Redaktion des Magazins aber ist nicht verraucht.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Personalwechsel bei Springer Wer ist denn nun der Chef?

Bei Springer ist was los: Stefan Aust übernimmt die Welt N24-Gruppe, der bisherige Chefredakteur Jan-Eric Peters macht das digitale Upday. Formiert sich so eine Mannschaft, um die ganz großen Onlinekonzerne herauszufordern? Mehr Von Michael Hanfeld

03.09.2015, 16:13 Uhr | Feuilleton
Neues Blog What’s Left?

Wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz - und wer mit 40 noch links ist, hat keinen Verstand: So heißt es oft. F.A.S.-Ressortleiter Rainer Hank hat den weg von links nach liberal hinter sich. In einem neuen Blog fragt er: SInd diese Weltanschauungen heute noch modern? Mehr

09.03.2015, 15:09 Uhr | Wirtschaft
Sprudelnde Steuereinnahmen Haushaltsplus von fünf Milliarden Euro erwartet

Hohe Steuereinnahmen, lukrative Versteigerungen von Mobilfunkfrequenzen: Finanzminister Wolfgang Schäuble kann sich auf einen Haushaltsüberschuss von fünf Milliarden Euro freuen. Aber auf den Bund könnten auch noch Kosten zukommen. Mehr

22.08.2015, 11:39 Uhr | Wirtschaft
Magazin-Cover-Wahl Wählen Sie den schönsten F.A.Z.-Magazin-Titel

Suchen Sie sich aus 25 Ausgaben des Frankfurter Allgemeine Magazins das schönste Cover aus. Klicken Sie auf das Titelbild und stimmen Sie ab. Mehr

28.08.2015, 17:40 Uhr | Stil
Pressefreiheit in Ungarn Fast wie in einer Diktatur

Ja, es gebe die Pressefreiheit in Ungarn, sagen Journalisten vor Ort. Nur rückt ihr die Regierung ordentlich zu Leibe – mit Massenentlassungen und politischem Druck. Mehr Von Anna Gyapjas

23.08.2015, 12:58 Uhr | Feuilleton

Veröffentlicht: 28.08.2013, 17:05 Uhr

Glosse

Grotesk

Von Ursula Scheer

Mit seinen Algorithmen hat sich Google das Netz zum Untertan gemacht. Die Schrifttype des neuen Logos hat keine Widerstriche – eine Selbstcharakterisierung? Mehr 1 4