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Neuer „Spiegel“-Titel für Blome Mitgliedsausweis

 ·  Im Streit um die Berufung des „Bild“-Journalisten Blome zum stellvertretenden Chefredakteurs des „Spiegel“ macht Wolfgang Büchner, der kommende Chef, einen Vorschlag. Ob sich die Gemüter nun beruhigen, ist aber fraglich.

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Der „Spiegel“-Chefredakteur Wolfgang Büchner ist auf einen Kniff verfallen, um den Redaktionsaufstand zu befrieden: Nikolaus Blome soll nicht stellvertretender Chefredakteur werden, sondern das Hauptstadtbüro in Berlin leiten und „Mitglied der Chefredaktion“ werden. Dieser Titel würde unterstreichen, dass Blome, der von „Bild“ kommt, nicht, wie die stellvertretenden Chefredakteure Klaus Brinkbäumer und Martin Doerry, das Blatt macht. Da dies ein Kompromiss ist, auf den sich Büchner und die Mitarbeiter KG (als größter Gesellschafter mit 50,5 Prozent am Kapital) geeinigt haben, dürfte die Geschichte formal bereinigt sein.

Der Dissens zwischen Büchner und den Ressortleitern des „Spiegel“ ist damit aber noch nicht vom Tisch. Gegen Blomes Berufung zum stellvertretenden Chefredakteur hatten sich zuerst die Mitarbeiter KG und dann alle Ressortleiter des Magazins ausgesprochen. Büchner blieb bei der Entscheidung, hatte aber schon darauf verwiesen, dass Blome allein dem Titel nach stellvertretender Chefredakteur sei, ein Dienstgrad gewissermaßen. Unter diesem Titel wollte es Blome, wie zu hören ist, nicht machen, schließlich ist er bei „Bild“ auch schon stellvertretender Chefredakteur.

Über die Kritik an Blomes Berufung hat sich in der „Spiegel“-Redaktion eine breite Front gegen den neuen Chefredakteur Büchner aufgebaut, die es zuvor nicht gab. Diejenigen, die Blome als Berlin-Chef schätzen würden oder Büchners skizzierte Vorliebe fürs Digitale teilen, haben sich noch nicht zu Wort gemeldet. Büchner und der „Spiegel“-Geschäftsführer Ove Saffe hatten auf der tumultuarischen Redaktionskonferenz am Montag durchblicken lassen, dass die Mitarbeiter KG von der Personalie Blome seit Wochen wusste und involviert gewesen sei. Insofern könnte die Rochade einigen als Ausweg aus der Misere erscheinen. Der Ärger in der Redaktion des Magazins aber ist nicht verraucht.

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