Home
http://www.faz.net/-gqz-7gzuf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 28.08.2013, 17:05 Uhr

Neuer „Spiegel“-Titel für Blome Mitgliedsausweis

Im Streit um die Berufung des „Bild“-Journalisten Blome zum stellvertretenden Chefredakteurs des „Spiegel“ macht Wolfgang Büchner, der kommende Chef, einen Vorschlag. Ob sich die Gemüter nun beruhigen, ist aber fraglich.

© dpa Dann leitet er eben das Hauptstadtbüro des „Spiegel“: Nikolaus Blome

Der „Spiegel“-Chefredakteur Wolfgang Büchner ist auf einen Kniff verfallen, um den Redaktionsaufstand zu befrieden: Nikolaus Blome soll nicht stellvertretender Chefredakteur werden, sondern das Hauptstadtbüro in Berlin leiten und „Mitglied der Chefredaktion“ werden. Dieser Titel würde unterstreichen, dass Blome, der von „Bild“ kommt, nicht, wie die stellvertretenden Chefredakteure Klaus Brinkbäumer und Martin Doerry, das Blatt macht. Da dies ein Kompromiss ist, auf den sich Büchner und die Mitarbeiter KG (als größter Gesellschafter mit 50,5 Prozent am Kapital) geeinigt haben, dürfte die Geschichte formal bereinigt sein.

Der Dissens zwischen Büchner und den Ressortleitern des „Spiegel“ ist damit aber noch nicht vom Tisch. Gegen Blomes Berufung zum stellvertretenden Chefredakteur hatten sich zuerst die Mitarbeiter KG und dann alle Ressortleiter des Magazins ausgesprochen. Büchner blieb bei der Entscheidung, hatte aber schon darauf verwiesen, dass Blome allein dem Titel nach stellvertretender Chefredakteur sei, ein Dienstgrad gewissermaßen. Unter diesem Titel wollte es Blome, wie zu hören ist, nicht machen, schließlich ist er bei „Bild“ auch schon stellvertretender Chefredakteur.

Über die Kritik an Blomes Berufung hat sich in der „Spiegel“-Redaktion eine breite Front gegen den neuen Chefredakteur Büchner aufgebaut, die es zuvor nicht gab. Diejenigen, die Blome als Berlin-Chef schätzen würden oder Büchners skizzierte Vorliebe fürs Digitale teilen, haben sich noch nicht zu Wort gemeldet. Büchner und der „Spiegel“-Geschäftsführer Ove Saffe hatten auf der tumultuarischen Redaktionskonferenz am Montag durchblicken lassen, dass die Mitarbeiter KG von der Personalie Blome seit Wochen wusste und involviert gewesen sei. Insofern könnte die Rochade einigen als Ausweg aus der Misere erscheinen. Der Ärger in der Redaktion des Magazins aber ist nicht verraucht.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach AfD-Vorstoß Regierung: Wir schießen nicht auf Flüchtlinge

Die Forderung der AfD-Spitze nach einem Schusswaffeneinsatz an der Grenze empört die Politik. Die Bundesregierung stellt klar: Schießen auf Flüchtlinge wäre rechtswidrig. Und nun rudert sogar die AfD-Führung zurück. Mehr

01.02.2016, 13:45 Uhr | Politik
Heiner Müller 20. Todestag Wolfgang Rihm über die Zusammenarbeit

Wolfgang Rihm über die Zusammenarbeit Mehr

29.01.2016, 17:21 Uhr | Aktuell
Zbigniew Ziobro im Gespräch Es geht mir um historische Sensibilität

Die EU hat gegen Polen ein Rechtsstaatsverfahren eingeleitet. Im Interview verteidigt Polens Justizminister Zbigniew Ziobro die Maßnahmen und wehrt sich gegen Kritik – gerade auch aus Deutschland. Mehr Von Konrad Schuller

05.02.2016, 19:04 Uhr | Politik
F.A.Z.-Magazin Lesen Sie ältere Ausgaben des Frankfurter Allgemeine Magazins

Hier können Sie das aktuelle Heft und ältere Ausgaben des Frankfurter Allgemeine Magazins als PDF herunterladen. Zur Ansicht benötigen Sie einen kostenlosen PDF-Reader. Mehr

11.01.2016, 19:53 Uhr | Stil
Weniger Schnee Klimawandel bedroht deutsche Skigebiete

Das Ende der Schneesicherheit: Der Skitourismus in den meisten deutschen Gebieten sei nicht mehr lange aufrechtzuerhalten, warnt die Bundesregierung laut einem Bericht. Auch Kunstschnee sei keine Lösung. Mehr

10.02.2016, 07:29 Uhr | Wissen
Glosse

Authentizität ist kein Argument

Von Ursula Scheer

Auch wenn sich die „Tagesschau“ – anders als die BBC – zurückhaltend aus einem Smartphone-Video aus dem Unglückszug von Bad Aibling bedient hat: Ihre Zuschauer kritisieren die Bilder als unnötig. Ein gutes Zeichen. Mehr 1 0