Wie wäre es, darüber denkt man im Internet seit langem nach, wenn man die Kritik an einer Firma auf einer Seite mit der Ablehnung signalisierenden Endung .sucks versammeln könnte, wie diese Firma selbst ihre Selbstdarstellung im Netz unter .com zeigt?
Rechtlich dürfte die so gebündelte Schmähung ein Thema bleiben, zumindest die Organisation der Namen im Internet könnte es schon bald ermöglichen: An diesem Mittwoch hat die Netzverwaltungsorganisation Icann die Liste der Anträge für neue Domain-Endungen, sogenannte Top Level Domains (TLD), veröffentlicht, die spätestens 2014 die bislang etwa zweihundert Länderendungen von Netzadressen (wie .de oder .fr) und die rund zwei Dutzend organisationsbezogenen (wie .com oder .info) ergänzen sollen. Dazu gehören neben Städte- und Markennamen auch einfache Wörter wie .sucks oder Kürzel wie .lol.
Mehr als erwartet
Eine „Plattform für die nächste Generation an Kreativität und Inspiration“ hatte Peter Dengate Thrush vom Icann-Verwaltungsrat die Ausweitung der TLD-Anzahl auf das Dreifache genannt. Auch wenn Smartphones den Austausch von Links erheblich erleichtert haben: Das Interesse an einprägsamen Endungen wie .news, .sale oder .stream ist groß. Obwohl allein der Antrag auf die Registrierung einer solchen Endung umgerechnet knapp hundertfünfzigtausend Euro gekostet hat, sind bis Ende April knapp zweitausend statt der erwarteten fünfhundert Anträge bei Icann eingegangen.
Auf der an diesem Mittwoch veröffentlichten Liste finden sich geographische Endungen wie .bayern, .paris und .africa, zudem Firmennamen wie .amazon, .bmw, .google und .spiegel ebenso wie die Endungen .pizza, .free oder .golf. Auf Icann.org können die einzelnen Anträge derzeit kommentiert werden. Im Juli will die Organisation mit der Auswahl für die Umsetzung und mit dem Abgleich mehrerer Anträge für dieselbe Endung beginnen.
Ein Vergnügen
Schon jetzt zeigen die Anträge für generische Top Level Domains die Ambitionen solcher Internetunternehmen, die gleich eine ganze Reihe von TLDs beantragt haben. Unter ihnen fällt Amazon auf. Das Unternehmen hat sich nicht nur um den eigenen Namen auch in chinesischer Schrift beworben, sondern zeigt auch an den Han-Entsprechungen der Wörter „Lebensmittel“ oder „Online-Shopping“ Interesse.
Um die Endung .app konkurriert Amazon gleich mit zwölf anderen Unternehmen, um die Endung .book immerhin mit acht und um .game mit vier. Die Endungen .audible, .author, .read, .song und .tunes hingegen, aber auch .joy, .like und .smile beansprucht Amazon ganz allein. Und könnte mit dem nächstliegenden Zugang zu Autoren-Websites künftig auch ein prominentes Vergnügensversprechen im Netz kontrollieren.