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Neue Biene Maja Vom Moppel zum Magermodel

 ·  Biene Maja kehrt zurück ins deutsche Fernsehen - mit neuen Folgen und in computeranimierter 3-D-Optik. Wiederzuerkennen ist sie kaum.

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© ZDF / Studio 100 Media Vergrößern Spieglein, Spieglein im Wassertropfen: Die neue schlanke Biene Maja macht sich hübsch.

Vor gar nicht allzu langer Zeit, in der Fernsehzeitrechnung aber vor Ewigkeiten, entwarf ein amerikanischer Comiczeichner eine Biene. Der Zeichner hieß Marty Murphy, was man sich merken sollte, weil er sich vermutlich gerade im Grab umdreht, sein Auftraggeber war das ZDF, und die Biene hieß Maja. Murphys Maja glich eigentlich keiner Biene, sondern eher einem pummeligen Mädchen im Streifendress. Aus ihren gelben Strubbelhaaren wuchsen zwar zwei Fühler, doch statt sechs Beinen hatte sie nur zwei, dazu ein rundes Gesicht mit Stupsnase, einen breiten Lachmund und Kulleraugen, aus denen beim Anblick des Mondes schon mal eine Träne rollen konnte.

Die Biene Maja eben, und wie sie aussieht, muss man eigentlich niemandem erklären. Denn die deutsch-japanisch-österreichische Trickfilmadaption von Waldemar Bonsels Bienenromanen, die von 1976 an im deutschen Fernsehen lief, war so erfolgreich, dass es ohnehin jeder weiß. Nur das ZDF wusste es offenbar nicht mehr ganz so genau. Sonst würde einem in der Neuauflage des Klassikers, den der Mainzer Sender mit dem Studio 100 und dem französischen Fernsehsender TF1 entwickelt hat, keine Biene entgegenfliegen, die kaum wiederzuerkennen ist. Maja vorher und nachher - das erinnert an Bilder von runderneuerten und gelifteten Altstars, die sich selbst unähnlich geworden sind.

Für ihren Auftritt in den 78 neuen Folgen hat die kleine, freche, schlaue Biene radikal abspecken müssen. Von Pummeligkeit keine Spur mehr: Maja ist zum stromlinienförmigen Magermodel mutiert, und auch ihr bester Freund Willy ist sichtlich erschlankt und längst nicht mehr so faul, wie er mal war. Der Sender begründet das damit, dass die Figuren passend zur neuen, computeranimierten 3-D-Optik mehr Dynamik und Frische ausstrahlen sollen, außerdem hätten die Sehgewohnheiten der Kinder sich verändert.

So saust nun die Kamera durch eine dreidimensionale, knallbunte und glänzend durchgestylte Klatschmohnwiese, die alte Aquarelloptik ist ebenso passé wie das leise Ruckeln der handgezeichneten Charaktere. Auf der Strecke aber bleibt jeder Charme. Maja in 3D wirkt selbst dann noch steril, wenn eine kreißende Schmeißfliege ihre Eier in eine stinkende Mistkäferkugel legt.

Denn hinter den optisch so hübsch gerundeten Oberflächen verbergen sich reichlich flache Charaktere. Aus Maja und Willy ist ein gefälliges Gute-Laune-Duo geworden, selbst die Spinne ist nicht mehr so furchterregend wie einst - fehlte nur noch, dass Prinzessin Lillifee auf einen Gastauftritt vorbeikommt.

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29.03.2013, 09:00 Uhr

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Von Dirk Schümer

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