http://www.faz.net/-gqz-724fy
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 15.08.2012, 10:17 Uhr

Mark Thompson „New York Times“ holt neuen Chef von der BBC

Acht Jahre lang stand er an der Spitze der BBC, im November wird der Brite Mark Thompson die Leitung der „New York Times“ übernehmen. Er soll sich vor allem um die digitale und globale Expansion des Medienhauses kümmern.

© REUTERS Mark Thompson vor den BBC-Gebäuden in der nordenglischen Stadt Salford

Der Chef des britischen Rundfunksenders BBC, Mark Thompson, wechselt an die Spitze der „New York Times“. Das teilte das Verlagshaus am Dienstagabend mit. Damit endet für die „New York Times“ eine achtmonatige Suche. Der 55 Jahre alte Thompson wird seinen Job im November antreten. „Unser Direktorium ist zu dem Schluss gekommen, dass Mark genau der Richtige ist, um das Unternehmen New York Times in dieser Zeit zu führen“, schrieb Chairman Arthur Sulzberger Jr. in einer E-Mail an die Mitarbeiter.

Das Medienhaus wolle auf dem digitalen und dem globalen Markt wachsen.

Thompson war von 2004 bis kürzlich Generaldirektor bei der BBC und in dieser Position für die acht Fernsehkanäle, 50 Radiosender und diverse Internetseiten verantwortlich. Im März hatte er angekündigt, nach den Olympischen Spielen von seinem Posten zurückzutreten.

Die „New York Times“ mit der namensgleichen Zeitung und dem „Boston Globe“ durchläuft schwierige Zeiten. Im Dezember verließ die frühere Chefin Janet Robinson nach 28 Jahren überraschend das Unternehmen. Die Aktie des Verlagshauses dümpelt vor sich hin und die Dividende wurde gestrichen. Werbekunden schalten ihre Anzeigen seltener. Zudem wenden sich Leser in Scharen von den herkömmlichen Zeitungen ab und nutzen über ihre Smartphones und Tablets Online-Nachrichtenseiten. Die „New York Times“ hat allerdings ein entsprechendes Bezahlmodell für ihre digitalen Produkte eingeführt, welches in der Branche als vorbildhaft gilt und für seinen Erfolg gefeiert wird.

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Guardian-Chef Rusbridger Einst gefeiert, jetzt unrühmlich gegangen

Alan Rusbridger war als Guardian-Chef eine Lichtgestalt. Doch der Enthüllungsjournalist und digitale Modernisierer ging zu großzügig mit dem Geld um. Jetzt gab es einen späten Aufstand gegen ihn. Mehr Von Gina Thomas

14.05.2016, 19:58 Uhr | Feuilleton
Einstimmung auf Olympia Michelle Obama beim Schwertkampf

Die amerikanische First Lady Michelle Obama hat auf dem Times Square in New York an einem Schwertkampf zur Einstimmung auf Olympia teilgenommen. Gemeinsam mit 85 Mitgliedern der Olympiamannschaft von Amerika startete Obama den Countdown zur Eröffnungszeremonie bei den Olympischen Spielen in Rio. Mehr

28.04.2016, 15:11 Uhr | Sport
Trending Topics manipuliert? Facebook verzichtet auf die Presse

Facebook verspricht, die Trending Topics seiner Nutzer besser zu ermitteln. Man verzichtet darauf, Trends mit Nachrichtenseiten abzugleichen. Ob Manipulationen ausgeschlossen sind, bleibt die Frage. Mehr

25.05.2016, 16:43 Uhr | Feuilleton
Einordnung Wie steht es um den Lebensmittelmarkt in Europa?

Die Bauern haben doch immer was zu jammern, sagt man. Diesmal aber stimmt es, schaut man sich an was Landwirte für Milch und Fleisch bekommen. Die Preise hier sinken seit Jahren dramatisch. Die Folgen sind schon sichtbar: Von 2005 bis 2015 musste jeder dritte Landwirt dicht machen. Der Lebensmittelmarkt – ein schwieriger Markt, viele Faktoren spielen eine Rolle – EU-Sanktionen gegen Russland, geringere Nachfrage in China, globale Spekulationen oder Dürren und Hochwasser. Eine Einordnung. Mehr

10.05.2016, 02:00 Uhr | Wirtschaft
Zukunft des Radios Die Digitalisierung muss sich an den Hörern orientieren

Die Zukunft des Hörfunks ist digital. Das heißt nicht, dass UKW einfach abgeschaltet werden darf. Geschähe dies, blieben Sender auf der Strecke. Das Programm verlagert sich aufs Smartphone. Ein Gastbeitrag. Mehr Von Kai Fischer

22.05.2016, 15:28 Uhr | Feuilleton
Glosse

Nach dem Massenmord

Von Jürg Altwegg

Als die „Eagles of Death Metal“ im Bataclan spielten, richteten Islamisten ein Massaker an. Jetzt hat der Sänger Hughes in Interviews Verschwörungstheorien kundgetan. Und plötzlich ist die Band in Frankreich unerwünscht. Mehr 52