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Veröffentlicht: 22.12.2015, 17:47 Uhr

Kandidat für HR-Chefposten Manfred Krupp sorgt in Frankfurt für Eintracht

Es kann nur einen geben, sagt sich die Findungsgruppe des HR-Rundfunkrats. Sie benennt für die Nachfolge des Intendanten Helmut Reitze nur einen Kandidaten: Fernsehdirektor Manfred Krupp. Der kennt den Sender, und die Hessen kennen ihn.

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© HR/Benjamin Knabe Der Kandidat: Manfred Krupp wirkt seit mehr als dreißig Jahren beim Hessischen Rundfunk. Jetzt soll er zum Intendanten des Senders gewählt werden.

Die Findungskommission des HR-Rundfunkrats hat einen Kandidaten für die Nachfolge des Intendanten Helmut Reitze benannt: Manfred Krupp, Fernsehdirektor und stellvertretender Intendant, soll Reitze beerben. „Nach ausführlicher Beratung und ersten Sondierungsgesprächen“ schlage man Krupp „einstimmig als alleinigen Kandidaten“ für die Intendantenwahl am 5. Februar 2016 vor.

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Damit dürfte die Wahl gelaufen sein. Die Benennung Krupps als einzigem Kandidaten – den die Findungskommissare etwa dem Radio-Bremen-Intendanten Jan Metzger vorzogen –, signalisiert, was im Februar geschehen soll: Der zweite Mann im Sender rückt an die Stelle des ersten, der den Posten aus gesundheitlichen Gründen abgibt. Helmut Reitze hatte dem Rundfunkrat im November mitgeteilt, er habe „seit einiger Zeit“ gespürt, „dass meine Energie nicht mehr ausreicht, um mit voller Kraft mein Amt als Intendant auszufüllen“. Der HR brauche „einen Intendanten, der sich den Herausforderungen der nächsten Jahre zu hundert Prozent stellen kann“.

Er kennt den Sender aus dem Effeff

Manfred Krupp ist seit Beginn seiner Karriere beim Hessischen Rundfunk. Er volontierte 1984, war Redakteur, landespolitischer Korrespondent und Studioleiter in Wiesbaden, dann „Abteilungsleiter Hesseninformation“. 2001 wurde er Chefredakteur Fernsehen, 2005 Fernsehdirektor des HR, seit fünf Jahren ist Krupp Stellvertreter des Intendanten.

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Den Sender kennt er aus dem Effeff, sämtliche politischen Kräfte im Land kennen ihn, und die Zuschauer kennen Krupp aus den politischen Sendungen ebenfalls, die er mit der ihm eigenen Gelassenheit moderiert. Als Chefredakteur war er ein denkbar großer Kontrast zu seiner Vorgängerin Luc Jochimsen, die aus ihrer politischen Verortung nie ein Hehl gemacht und das Programm des „Rotfunks“ ideologisch geprägt hatte. Unter Krupp, der an leitender Stelle beim HR schon wirkte, bevor der zum konservativen Spektrum gerechnete Reitze 2003 Intendant wurde, fand der Sender zu einer besseren politischen Balance. Im Programm des HR und auch in der Kritik am Sender spiegelte sich stets die brutalst möglich geführte Auseinandersetzung zwischen CDU, SPD und Grünen in Hessen, die mancher Mitarbeiter in den Sender trug.

Wie Parteien auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Einfluss zu nehmen suchen, damit kennt Krupp sich also aus. Als Krisenmanager musste er sich derweil vor allem im Zuge des Korruptionsskandals um den einstigen Sportchef Jürgen Emig bewähren, der reichlich Geld in die Tasche gesteckt und den HR hintergangen hatte, indem er Sponsorengelder und vermeintliche „Produktionskostenzuschüsse“ einwarb, die nie beim Sender ankamen. Das belastete die Amtszeit des Intendanten Reitze, Manfred Krupp war der Mann, der hinter den Kulissen für Aufklärung sorgen musste.

Als Intendant wird er sich vor allem mit dem Haushalt des HR beschäftigen und prüfen müssen, was der HR sich leisten kann. Der Etat liegt 2016 bei 582 Millionen Euro, das rechnerische Defizit beträgt 82 Millionen Euro, durch hohe Rücklagen für die Alterssicherung der Angestellten kommt es zustande. Auch wenn die Ministerpräsidenten die 1,6 Milliarden Euro, die dank des neuen Rundfunkbeitrags auf der hohen Kante liegen, für ARD und ZDF – wie zu erwarten –, freigeben, dürfte das die prekäre Lage des HR, der ein drittes Fernsehprogramm, sechs Radiokanäle und ein sehr breit angelegtes Informationsangebot im Internet unterhält, nicht grundlegend verändern.

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Quelle: F.A.Z.

 

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