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Was Männer und Frauen wollen : Grillgut hier, Lipgloss dort

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Immer das Gleiche, immer anders: Der Magazinmarkt will wissen, was Damen und Herren wollen. Bild: Fricke, Helmut

Männer und Frauen passen nicht zusammen. Schon gar nicht, wenn es um die Lektüre geht. Die Lebensentwürfe, die uns Lifestyle-Magazine anbieten, sehen uns jedenfalls in Rollen, in denen wir uns noch nie sahen. Zwei Standpunkte.

          Was braucht der Mann von heute? Ein Sixpack und einen Grill. Ein paar Accessoires, den richtigen Gürtel zu den richtigen Schuhen, einen frischen, herben Duft, einen Sportwagen, gerne ein Cabrio. Dann kommt der Rest fast von allein - der Sexappeal und die Frauen.

          Das zumindest legen die Männermagazine nahe, die zur Fußball-WM alle mit einem besonderen Kick aufwarten. „Men’s Health“ hat „die coolsten WM-Frisuren“, „GQ“ stellt „die schönsten Frauen von Rio de Janeiro“ vor, der „Playboy“ hat eine „Weltauswahl“ aufgestellt („das heißeste Nationen-Team aller Zeiten“) und macht sich auf seine spezielle Weise für den Frauenfußball stark. Die Einstimmung auf die Tage bis zum Endspiel kann José Redondo-Vega, dem Chefredakteur von „GQ“, nicht martialisch genug sein: „Die Deutschen ziehen mit wehenden Fahnen durch die Städte, das Volk brüllt, es besetzt Straßen, es fordert Angriff. Wenn wir diese Beschreibung lesen, steht Geschichtskundigen Angstschweiß auf der Stirn, aber nach kurzem Innehalten wissen wir: Entwarnung. Es ist mal wieder Fußball-WM.“ Ob der Mann vor Redaktionsschluss jemals einen Gegenleser an seine Texte lässt?

          Essen, Sport, Libido

          Im „Playboy“ gibt es nach wie vor diese tollen Interviews, derentwegen die Publikation ja seit Jahrzehnten überhaupt auf dem Markt ist. Man muss die Gespräche allerdings suchen zwischen all den eingeölten Schönheiten. Der Regisseur Sönke Wortmann gibt Auskunft, ebenso Bundestrainer Jogi Löw, der lauter nette Sachen sagt, die man gleich wieder vergessen hat. Lothar Matthäus hingegen vergibt in „GQ“ abermals die Chance zu zeigen, dass er längst nicht so doof ist, wie man in Deutschland von ihm denkt. Und man wundert sich wirklich, warum er sich immer wieder von der Boulevardpresse am Nasenring in jeden Fettnapf westlich des Urals führen lässt. Von ihm stammt übrigens, wie wir hier erfahren, der angebliche „Kultsatz“ der Modebranche: „Der Gürtel muss zu den Schuhen passen.“

          Dass Männermagazine im Augenblick auf Fußball setzen, ist klar, erstaunlicherweise aber wächst auch zusammen, was wir zunächst in unterschiedliche Schubladen gesteckt hätten: Essen, Sport und Libido. In dem sündhaft teuren Heft „Beef“ (9,80 Euro) etwa, das mit einem XXL-Burger aufwartet, nach dem man drei Wochen fasten und mindestens so lange Übungen machen muss, wie sie „Men’s Health“ auf jeder zweiten Seite anbietet, hockt ein Hühnchen in recht frivoler Erwartung des Grills herum. Das Fitnessmagazin wiederum verrät nicht nur, „wie die Wampe jetzt baden geht“, sondern gibt auch Tipps zum „Kochen wie ein Kerl“.

          Man solle sich nicht „von der Food-Industrie gängeln“ lassen und „Zeugs wie matschige Kartoffeln im Glas oder quallige Nudeln aus der Dose“ kaufen, meint Chefredakteur Markus Stenglein. Da gibt es „gesundes Fast-Food“, die Abfütterung der „elf Freunde“ und „schnelle Dating-Menüs“. Die hohe Kunst des Kochens, lernen wir, besteht für den Mann darin, so feinfühlig aufzutischen, dass „Ihre Flamme garantiert bis zum Frühstück bleibt“. Bei „GQ“ gibt es immerhin ein omnikompatibles Käsebrot.

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