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Logistikfirma GLS blamiert sich Nachtreten gegen Günter Wallraff

 ·  Alles, was der Logistikfirma GLS zur RTL-Reportage „Günter Wallraff deckt auf“ einfällt, ist mehr als lahm. „Einseitige Berichterstattung“, heißt es. Das ist reiner Zynismus.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (32)

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Wolfgang Ebel

kneifen

ist leichter als Rede und Antwort zu stehen. Die bei GLS praktizierten Verhaltensweisen sind nicht nur singulär. Der Kunde hat praktisch keine Möglichkeit, diese Ganoven unter Druck zu setzen und der deutsche Rechtsstaat hält sich mehr als bedeckt. Es bleibt wie es ist und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Satte Steuereinnahmen sind einer der Gründe dafür.

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bernd ullrich

Ich bin gespannt auf ihre Berichte über Ausbeutung und Sklaverei.

Über Methoden wie Arbeitnehmer/innen so richtig ausgenommen werden. Bringen Sie die Ausbeuter und Obergauner doch mal richtig zum Lachen. Das wird die Verhältnisse endlich ändern. Vergessen Sie dabei nicht die Strategietipps, wie man Arbeitnehmer/innen abhängig und gefügig macht, wenn sie sich sperren oder verweigern.

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Dietmar Kober
Dietmar Kober (dikob) - 01.06.2012 14:55 Uhr

GLS meiden muß die Devise sein.

Die Sendung war so überzeugend, daß wir GLS aus unserem Versenderkatalog sofort gestrichen haben. Wenn das jeder Haushalt so machte, kämen auch für GLS beeindruckende Rückgänge zusammen. Nur damit könnte man erreichen, daß diese Firma einmal mit einem Führungspersonal auskommt, das nicht auf Ausbeutung und Betrug seiner Subunternehmer bedacht ist. Aber jedes Mitglied dieser famosen Führungsriege sollte dazu verdonnert werden, selbst einmal drei Monate in diesem Ausbeutungssystem zu arbeiten.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.06.2012 16:29 Uhr
Kurt J. Fink
Kurt J. Fink (KFink) - 01.06.2012 16:29 Uhr

Warum immer gleich so ein Hass?

man muss Herrn Wallraff nun wirklich nicht alles glauben was der so schreibt und sagt. Jemand der so einseitig links gepolt ist und die DDR, wo man so tat als würde man die Arbeitnehmer bezahlen und die so taten als würden sie arbeiten, als das bessere System ansieht ist doch nicht glaubwürdig.

Glauben Sie eigentlich, das die Führungsetagen in den KEP Firmen den ganzen Tag darüber nachdenken wie man am besten die Mitarbeiter und Zulieferer schikanieren kann? Es geht darum, im Wettbewerb ein effizientes System aufzubauen mit dem Paketsendungen möglichs am nächsten Tag in D oder ganz Europa ausgeliefert werden können.

Bei "Big Brown" ist es übrigens Grundsatz, dass niemand in die Führungsetage aufsteigt der nicht als Fahrer angefangen hat. Die arbeiten übrigens mittlerweile auch mit Subunternehmern.

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Kurt J. Fink
Kurt J. Fink (KFink) - 01.06.2012 12:55 Uhr

Das Problem sind die Privatkunden

C2C oder B2C, also Consumer bzw, Business to Consumer sind schwer kalkulierbar und Zeitintensiv. Firmenkunden sind in der Regel zu festen Zeiten anzutreffen und erhalten meistens mehr als ein Paket, bzw. in einem Gebäude sind mehrere Kunden.
Herr Wallraff hat in seinem Leben wahrscheinlich noch nie eine kaufmännische Kalkulation gemacht, für die Tantiemen seiner Bücher braucht er das ja auch nicht. Firmen sind dazu aber gezwungen und müssen ihre Kosten an die Kunden weitergeben. Für jeden € der mehr beim Fahrer landen soll sind das dann mindestens 2€ an den Kunden. Das muss der in unserer Geiz ist Geil Gesellschaft erst mal zahlen wollen. So einfach wie Herr W. das darstellt ist die Welt halt nicht.
Es gibt auch KEP Dienste die sich vornehm aus dem B2C und ganz bestimmt aus dem C2C Geschäft raushalten. Das kann und will sich aber nicht jeder leisten. Würde das nur von DHL/Post betrieben, wäre es für die Kunden teuer und die Fahrer hätten auch nicht viel mehr.

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Karl Schleef

Undercover in der FAZ ??

Ich stelle mir gerade vor, wie wohl die Geschäftsführung der FAZ GmbH reagieren würde, wenn sich irgendwo dort ein selbsternannter Moralist wie Günter Wallraff einschleicht und anschließend in irgendeinem Medium das Urteil über Sie spricht? Ob Sie dann auch noch so locker formulieren: Soll er weitermachen, der Mann, der Bild Hans Esser war ??

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Michael Arndt

Das Frechste in der Stellungnahme der GLS ist

der Hinweis, die Unternehmer würden zu "rechtskonformen und sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen" verpflichtet.
Mir soll mal einer erzählen, wie ich aus den Preisen, die ich von GLS erhalte würde, solche Arbeitsveträge stricken soll. Da kann ich auch einen Kreis quadrieren.
Und die entscheidende Frage bleibt doch: Warum zieht GSL eine zusätzliche kostenintensive "Managementebene" ein?
Antwort: Um sich bei Problemen immer mit den Subs herausreden zu können. Ist am Bau ja nicht anders...

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Winfried Gruber

GLS

An dieser Lohndrückerei ist die Regierung hauptsächlich mit beteilig.

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Heinz-Werner Raderschatt

Report Wallraff über Paketzusteller

Dieser ungeschminkte Report über das 'Elend' der Subunternehmer und deren angestellte Fahrer macht neben der fragwürdigen Geschäftspolitik der Speditionsunternehmen,wie hier GLS,vor allem deutlich,dass den angeführten Subunternehmern offenbar jegliche Qualifikation fehlt,die Folgen vertraglicher Vereinbarungen mit ihren Auftraggebern auch nur annähernd realistisch einzuschätzen.Die Gewerbefreiheit erfordert auch keinerlei ernsthaften Befähigungsnachweis.
Da Vertragsfreiheit besteht,kann man diesen Typ Subunternehmer schwerlich davor bewahren,einen solchen Vertrag aus freiem Willen abzuschließen.Solang er das im Selbsteintritt tut,sind seiner Selbstausbeutung gesetzlich keine Grenzen gesetzt.Handelt er jedoch unter Einsatz angestellter Fahrer unterliegt er sowohl der gesetzlichen Arbeitszeitordnung als auch der Tarifpflicht für das Transportgewerbe.
Knebelverträge,wie die entschädigungslose Leistung einer Vorbereitungszeit von 3 Stunden,wie der Bericht vermuten lässt,sind sittenwidrig!

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Roland Stadler

"Einseitige Berichterstattung"

Es gibt tatsächlich noch eine andere Seite: die Kunden und die Konkurrenz von GLS.

Da ich selbst auch selbständig bin, kann ich mit diesen Kleinunternehmern mitfühlen. Die Frage, woher dieser enorme Druck kommt, wäre es aber schon wert, die Entstehungsgeschichte genauer zu betrachten.

Ist es nicht der Kunde, der sich den günstigsten Paketdienst aussucht? Ist es nicht die Konkurrenz, die bei jeder Gelegenheit Federn lässt?

Ich will hier nicht GLS verteidigen, ich möchte nur zeigen, dass es tatsächlich eine andere Seite gibt.

Wenn Sie über eBay etwas verkaufen, nehmen Sie nicht auch den günstigsten Paketdienst für den Versand? Jeder, der so handelt, macht sich mit GLS mitschuldig. Dies ist die andere Seite.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.06.2012 12:10 Uhr
Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 01.06.2012 12:10 Uhr

Gut, dass Sie eBay erwähnen

wenn ich ja mal etwas verkaufe, was alle Jubeljahre vorkommt, versende ich grundsätzlich per DHL-Paket. Das Gemeckere der Kunden zu den Versandkosten, die ich 1:1 weitergebe, also keine Verpackung, die ich dann extra kaufe, dazurechne, ist einfach lächerlich.

Die Leute meckern auch, wenn der Versand "kostenlos" ist, man konnte das gut an der Sternchenbewertung der Verkäuer ablesen. Ich habe ebay zig Mails geschickt und mich über diese Sternchenbewertung als Käuferin aufgeregt, unterdessen hat sich da einiges geändert. Dass Kunden nun bei "kostenlosem" Versand dort nichts mehr anklicken können, ist gut so. Dass ein Versand nie kostenlos erfolgen kann... aber Geiz ist ja so geil und ich sage mir, ich bin doch nicht blöd und suche mir Verkäufer, die mit DHL oder Hermes versenden.

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Paul Rabe

Deutschland braucht effektive Mindestlöhne

jetzt sieht man, mal wieder, was im Kapitalismus passiert, wenn es keine Mindestlöhne gibt, wenn kein Arbeitsschutz greift oder wenn Menschen die de facto als Abhängig Beschäftige arbeiten, als Scheinselbstständige ausgebeutet werden.
Es wird Zeit, daß die Klientelpartei FDP, die ist der Grund dafür, daß man solche Verhältnisse nicht schon längst verboten hätte, vom Wähler von der politischen Bühne entfernt wird.

Der Staatsbetrieb Post hat seine Mitarbeiter stets menschenwürdig bezahlt inklusive einer Pension bei der man als älterer Mensch nicht zum Sozialfall wird. Aber die Marktfanatiker wollten das ja abschaffen.
Jetzt haben wir ein Heer von Ausgebeuteten die als ältere Menschen dann Sozialfälle sind und ggf. unter Brücken hausen, toller Fortschritt...

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Matthias Schwarzer

Herr Hanfeld irrt

Der ganze Artikel von Herrn Hanfeld basiert wohl auf einem Missverständnis seinerseits. Die Replik von GLS, man akzeptiere keine despektierlichen Äußerungen über die Subunternehmer, bezieht sich offensichtlich nicht auf die Äußerungen Wallraffs, sondern auf die Äußerungen von eigenen GLS-Depot-Mitarbeitern im Wallrafffilm. Insofern ist GLS hier durchaus selbstkritisch. Herr Hanfeld hätte das eigentlich merken können, bei sorgfältigerer Lektüre der GLS-Replik.

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Christian Brinker

Heuchlerisches Gejammer

Natürlich sind die geschilderten Zustände inakzeptabel. Aber wer veranlaßt Sie denn wirtschaftlich? Durch das zunehmende Internetshopping und dem damit einhergehenden Transportaufkommen schaut der Verbraucher (vulgo: wir alle) nach dem besten Preis, der SELBSTVERSTÄNDLICH nicht durch hohe Transportkosten geschmählert werden darf. Am besten Lieferung kostenfrei und dann noch den Super-Duper-Niedrigpreis. Genau dasselbe im Lebensmittelbereich - deshalb werden Krabben aus der Nordsee zum "Puhlen" nach Marokko gefahren und Lebendtiere über tausende Kilometer eingepfercht zur Schlachtung transportiert. Der preisgeile Verbraucher will es doch nicht anders, billig, billig und nochmals billig, aber natürlich TOP Qualität. Eine gesamthafte Betrachtung dieser Themen tut leider weh, da man nicht mehr so einfach mit dem Finger auf die anderen zeigen kann. Der Verbraucher gestaltet letztendlich die Preise. Macht es GLS nicht, macht's der andere Billiganbieter.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.06.2012 22:34 Uhr
Peter Sikorski

Preiswert versus Billig

Frau Münstermann, Sie erwähnen etwas ganz richtig.
Kommen wir zurück zu d. Begriffen: "Preiswert" ist ein sehr schwammiger, sehr subjektiver und nicht konkreter Begriff. "Billig" oder besser gesagt "der Billigste" ist eine eindeutige Zuordnung - der Billigste bekommt den Deal.
Ergo: Billig ist einfacher messbar, nämlich ohne gross nachdenken zu müssen.
Ihr Gedanke hat den richtigen Ansatz, nämlich insb. volkswirtschaftlich richtig zu handeln, zum Wohle aller. In der Realität findet so etwas jedoch nur in wenigen Fällen statt. Da ist sich nämlich jeder selbst der nächste - möglichst wenig bezahlen ohne auf die Folgen zu achten. Wir sollten niemandem Altruismus suggerieren, in Wahrheit sind so gut wie alle Egomanen - insb. bei d. eigenen Brieftasche. Es gehört schon einiges an Verständnis und Gehirnschmalz den günstigsten Anbieter abzulehnen.
Selbst der Staat achtet bei Ausschreibungen auf "billig" und jeder wunderst sich dann, dass der Billigste Schwarzarbeiter beschäftigt.

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Kerstin Münstermann-Bodewig

Zu kurz gesprungen ...

.. ist es, wenn Sie dem Verbraucher die Preiskalkulation überbürden wollen, die er nicht durchschauen kann. Der Verbraucher weiß nicht, wieviel von seiner Zahlung an das Management geht und wieviel an die Arbeitnehmer etc.

Der Verbraucher tut deshalb immer gut daran, den preiswertesten Anbieter zu wählen, betriebswirtschaftlich und volkswirtschaftlich. Ja, insoweit ist "Geiz geil" ... auch wenn ich vernünftiges Verhalten niemals so bezeichnen würde, denn es geht nicht um Geiz.

Wenn Sie lieber weiter Lufthansapreise der Vor-Ryanair-Zeit zahlen wollen statt der heutigen Lufthansapreise: Bitte, machen Sie es! Es steht Ihnen ja frei. Der Lufthansa-Vorstand wird es Ihnen danken .... mit der Erhöhung seiner Bezüge.

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Peter Sikorski

Jeder ein Millionär - das wäre etwas

Herr Brinker, Sie haben absolut Recht!
Nichts bezahlen wollen aber die höchsten Löhne erwarten geht einfach nicht. Wer das nicht begreift, der muss noch mal in die Schule.
Die Beispiele lassen sich unendlich lang fortsetzen, wie z.B. der Friseur für 5 EUR.
Das die Friseure zusätzlich noch Sozialhilfe zu Ihrem miserablen Einkommen beziehen wird häufig mit grossem Erstaunen aufgenommen.
Jeder Arbeit und jede Ware hat einen Wert, davon werden auch insbesondere Löhne/Gehälter bezahlt. Jeder der das verkennt schädigt die Gesellschaft als solches.
"Billig, billig" ist eigentlich nur kriminell.

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Tyler Durden Volland

"Reiner Zynismus", werter Autor?

„Das ist der reine Zynismus.“

Werter Autor, reiner Zynismus ist etwas anderes….

So zu tun als seien solche „Verhältnisse wie im Frühkapitalismus“ heutzutage nicht nahezu überall das ganz Normale wo es denn möglich ist, wie sie es darstellen, DAS ist reiner Zynismus!

IN der FAZ gibt es auf derselben Seite einen Artikel über die Zeitarbeitsbranche… lesen sie den Mal. Oder denken sie an zwei Arbeiter die Kfz-Werken nebeneinander stehen und dieselbe Arbeit verrichten, und doch völlig unterschiedlich bezahlt werden!

Natürlich sollte es eigentlich über Firmen wie GLS keinerlei zwei Meinungen mehr geben, trotzdem wird halt stets so getan als sei sowas die krasse Ausnahme!

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Stefan Engels

Und die Monopolkomission - schweigt...

Mich würde mal die Meinung der Monopolkommission des Bundes zur Causa Hermes/GLS interessieren. Die Herrschaften dort sind meines Erachtens sehr stolz auf die Auflösung alter und zugegebenermaßen bisweilen ineffizienter Strukturen bei Paket- und Postdienst-, Telekommunikations und potentiell auch ÖPNV-Dienstleistungen. Wallraff trägt dazu bei, diese "Erfolge" einzuordnen und die Kehrseite aufzuzeigen - Selbstreflektion bei der Monopolkommission und beim Gesetzgeber steht aber wohl noch aus...

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Peter Hoch
Peter Hoch (luxor) - 31.05.2012 22:30 Uhr

Betrug ist verboten, aber Beschiss ausdrücklich erlaubt

Eigentlich erstaunlich, daß im modernen Deutschland noch so viele der alten, überlieferten Wertehierarchie die Treue halten. Denn als ehrlicher Leistungserbringer wird man täglich von den Schlitzohren aus Wirtschaft und Politik um die Früchte seiner Arbeit gebracht.

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Christof Kehr

Herr Walraff sagt es ...

im heutigen Artikel im Zeitmagazin. Wir sollten bewußter und weniger bestellen und die Logistiv-Firmen sollten gezwungen werden, sich abzusprechen und Touren koordinieren.
Und rumnölen an einem Investigativ-Journalismus, das dient nur dazu, am eigenen Weltbild nichts korrigieren zu müssen ....

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 31.05.2012 21:21 Uhr

GLS scheint mir der schlimmste von allen zu sein

ich habe die Reportage nicht gesehen, pflichte aber Herrn Theobald bei, dass die GLS-Fahrer und Fahrerinnen am armseligsten aussehen. Der Zeitdruck ist bei denen so hoch, dass zwar geklingelt, aber nicht lange genug an der Tür gewartet wird. Ist bei mir schon öfter vorgekommen; obwohl ich nur 3 Schritte bis zur Sprechanlage habe, war der Fahrer schon wieder weg. Das Paket durfte ich dann irgendwo abholen. Ich habe auch noch nie zweimal den gleichen Fahrer gesehen, es sind ständig andere mit Klapperkisten unterwegs.

Die von Wallraff errechneten Stundenlöhne glaube ich unbesehen. Man denke nur an den Bericht über die Subunternehmer der DHL, die hatten auch nicht mehr in der Tasche.

Hermes ist schon schlimm, GLS ist die absolute Steigerung und ich meide seit geraumer Zeit Verkäufer, die den Paket-Dienst mit GLS anbieten.

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Harald Dechant

Einfach nachmachen!

Man mag von Günter Wallraff ja halten, was man will: aber er legt sich bei seinen Recherchen ins Zeug: er malocht, schleppt, putzt, haust in Baracken und ernährt sich von Müll. Irgendwie schon imponierend. Gerade marktliberalen Politikern, Lobbyisten und Wirtschaftsjournalisten würden solche Erlebnisse zur Stärkung ihrer Argumentation nicht schaden. Man könnte doch sicher ganz leicht demonstrieren, wie man es mit harter ehrlicher Arbeit vom 5Euro Jobber nach oben schaffen kann.

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Theodor Wedel

Der deutsche Michael Moore

Das Problem ist nicht, dass es solche Missstände in Deutschland nicht geben würde. Das Problem ist, dass man bei Wallraff nicht sicher sein kann, ob das ganze nicht erstunken und erlogen oder wenigstens maßlos übertrieben dargestellt worden ist. Wie bei seinem US-Kollegen geht es Wallraff nicht um Objektivität, sondern um die Botschaft. Erste Zweifel an der Korrektheit müssen ja schon aufkommen, wenn man die Angaben zum Stundenlohn und zur Arbeitszeit überschlägt und dabei unmöglich auf 1300-1400 € brutto kommen kann. Die nächste Frage wäre, warum niemand bei GLS gegen die offensichtlich rechtswidrigen Arbeitsbedingungen vor Gericht geht. Und die übernächste, warum man überhaupt für so wenig Geld arbeitet, man in der gleichen Höhe auch ALG2 beziehen kann. Und ähnlich wie Moores Fernsehserie TV Nation damals auf Fox lief, sucht sich Wallraff sein Publikum ebenfalls auf einem Sender, der nicht unbedingt für Qualität bekannt ist.

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Antworten (8) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.06.2012 12:15 Uhr
Peter Sikorski

Die Extrema bewegen die Welt

Herr Banaschak, ich bin davon überzeugt, dass man sowieso nur etwas erreichen, wenn man eine "extreme" Meinung hat, wie z.B. Ihr da oben und wir da unten.
Wenn Sie einen Ausgleich anstreben, sprich sich in der Mitte bewegen werden Sie schlicht übersehen.
Nur derjenige der Aufmerksamkeit erhascht, wir beachtet.

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Winfried Gruber

Theodor

Sie sind meilenweit von der Realität entfernt,man wird von der Arge dazu genötigt solche Arbeitsverhältnisse anzunehmen,denn sonst wird die monatliche Überweisung ausgesetzt.

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Paul Banaschak

Herr Sikorski, warum ist Journalismus immer so extrem bei Walraff?

das hat mit tendenziell nichts mehr zu tun.
Ich habe auch sein buch: Ihr da oben, wir da unten, das er zusammen mit Bernt Engelmann geschrieben hat, gelesen. Damals war ich auch noch ein junger, linker Spinner. Aber mit den Jahren und dem Studium der Volkswirtschaft bin ich eben wohl realistischer geworden.

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Paul Banaschak

Sehr geehrte Frau Strinz, ich habe schon bei zwei Paktefirmen gearbeitet

vor über 30 Jahren - und ich habe bei jeder sehr viel mehr verdient, als die 4 EUR pro Stunde - damals 8 DM pro Stunde.
Und wie gesagt, vor mehr als 30 Jahren.

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Alex Merck
Alex Merck (AlexM3) - 01.06.2012 04:35 Uhr

Investigativer Journalismus ist leider nur ein Euphemismus für Propaganda

wenn er wie bei vielen "Journalisten" nur benutzt wird, die eigene Meinung als "Wharheit" zu verbreiten. Diese Gefahr wird gerade in D und GB in den Printmedien sowie fast überall in den TV-Medien ignoriert. Eine Meinungsmache (egal, ob ich vielleicht in diesem akuten Fall Wallraffs Meinung bin) sollte klipp und klar als das dargestellt werden, was sie ist. Absolut objektiv kann man kaum sein - aber Walraffund viele andere haben die Grenzen schon lange weit überschritten. Berichtender Journalismus (und nur das ist der wesentliche Journalismus, der sinnvvolle Informationen transportiert) ist leider kaum noch in D zu finden. Dabei wäre es einfach, mal hin und wieder ein paar wertende Worte und manches Politspeak wegzulassen und statt dessen mehr Informationen zu bringen sowie von allen Seiten tiefer in eine Materie einzusteigen.

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Weitere Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Beate Dreher
Beate Dreher (Bedre) - 31.05.2012 22:08 Uhr

Frau Strinz,

wie recht Sie haben; und besonders darf man nicht vergessen,dass ein Arbeitsloser gar nicht in der Lage ist,solche Arbeitsverhältnisse abzulehnen,egal wie entwürdigend sie sind,die Konsequenz wäre bitter.Die Politik nörgelt von Zeit zu Zeit an diesen von ihr selbst ermöglichten ,unzivilisatorischen Verhältnissen herum,geändert wird nichts-schließlich sind prekäre Arbeitsverhältnisse nicht unerwünscht.Keinen Sozialismus zu wollen bedeutet aber gewiss nicht ,durch verächtliches Schönreden und Duldung eine zivilisatorische Rolle rückwärts zu machen.Ich kann nicht erkennen welche überlegene Moral es sein soll,sich zügellos an der Arbeit anderer zu bereichern.Solche Verhaltensweisen deuten auf eine Zuhaeltermentalitaet und nicht auf serieuse Unternehmer.Nach der Euro-Retterei können wir immer genug Dritte Welt spielen.das wird genügend Sumpfblüten gedeihen lassen,die die Gelegenheit beim Schopfe packen.

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Martha Strinz

Sehr geehrter Herr Wedel,

25 Arbeitstage durchschnittlich monatlich x 14 Arbeitsstunden x 4,- EUR ergeben 1400,- EUR. Habe ich etwas übersehen?

Warum Menschen für so wenig Geld arbeiten, kann mehrere Gründe haben:

- sie besitzen Eigentum (völlige Enteignung bis auf etwa 3.800 EUR ist Voraussetzung für Hartz4)
- sie sind verheiratet (Ehepaare werden beim Abzug der Beiträge separat veranlagt, beim Leistungserhalt aber gemeinsam)
- sie fallen nicht in das Hartz4-System
- sie glauben an: "you can make it if you really want"

Warum man nicht gegen prekäre Arbeitsbedingungen zu Gericht geht? Weil die Chance, zu gewinnen erfahrungsgemäß zu gering ist.

Selbst wenn Wallraffs Bericht falsch sein sollte - er spiegelt ein großes Segment deutscher und europäischer Realität - übrigens auch griechischer und spanischer Realität!

In Deutschland ist diese Realität Ergebnis der so gelobten Strukturreformen durch die Sozialdemokratie.

Bestellen Sie doch einmal ein Paket und befragen die Fahrerin direkt!

MfG Martha Strinz

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Peter Sikorski

Also die Klappe halten, wenn die Gefahr besteht "tendenziell" zu berichten?

Herr Wedel, eines verstehe ich an Ihrem Kommentar nicht: Sollte man dann lieber schweigen, als etwas zu sagen? Fassen Sie sich doch bitte an das eigene Herz und gestehen sich allen ernstes, dass Sie persönlich ggü. Mitmenschen noch nie etwas beschönigt, anders dargestellt oder sonstwie manipuliert haben. Können Sie das?
Journalismus, egal welcher Art, ist NIE rein objektiv. Einige geben sicherlich redlich Mühe, aber das gelingt eben nie vollständig.
Herr Wallraff mag sich sicherlich auf seine Erfolge etwas einbilden - und wie ich finde zurecht. Den Kern der Sache hat er dennoch getroffen.
Investigativer Journalismus ist tendenziell, er bezieht Stellung. Ich denke, das ist auch seine Aufgabe.

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Jahrgang 1965, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Medien“.

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