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BSI zur Internetsicherheit : Der Feind in meinem Kühlschrank

Schöne neue Welt: Mit dem Smart-Home-Gadget „Mother“ kann der Nutzer seinen Haushalt überwachen - und wenn es schlecht läuft, nicht nur der. Bild: AP

Für die einen ist es Fortschritt, für die anderen eine Einladung zum digitalen Hausfriedensbruch: Das Bundesamt für Sicherheit der Internettechnik (BSI) warnt vor Cyber-Angriffen im Internet der Dinge.

          Der Staat hat mittlerweile erkannt, dass das Internet auch seine schlechten Seiten hat. Der Bürger, die Nation – alle können nicht mehr ohne und machen sich dadurch angreifbar. In Deutschland nimmt das unter anderem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in den Blick – und gibt jedes Jahr einen Bericht zur Lage der Dinge. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hat ihn am Mittwoch vorgestellt. Er schreibt im Vorwort, die Chancen der Digitalisierung „für unseren gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt“ seien immens. Die Risiken seien es ebenfalls.

          Axel Weidemann

          Redakteur im Feuilleton.

          Deshalb klärt das BSI als eine Art staatlicher Dr. Sommer über die Gefahren des Netzverkehrs auf. Der Bericht benennt drei gefährdete Bereiche: die Bundesverwaltung, die Wirtschaft und die Gesellschaft. Während das Amt für 2017 einen Rückgang der gemeldeten Cyberangriffe auf die Bundesverwaltung um etwa die Hälfte (im Vergleich zu 2016) beobachtet, steige die Zahl der Angriffe auf deutsche Unternehmen wieder an. Mögliches Ziel von Cyberattacken sind aber auch die sogenannten kritischen Infrastrukturen. Gemeint sind „Organisationen und Einrichtungen mit (lebens-)wichtiger Bedeutung für das Gemeinwesen“ wie beispielsweise Wasser- oder Energieversorger. Die Betreiber wurden seit Inkrafttreten des IT-Sicherheitsgesetzes im Juli 2015 stufenweise dazu verpflichtet, IT-Sicherheitsvorfälle jeder Art zu melden. 34 solcher Meldungen, so das Amt, sind bis Ende Juni 2017 eingegangen. Achtzehn fielen in den Sektor Informationstechnik und Telekommunikation, elf in den Sektor Energie, drei in den Sektor Wasser und zwei in den Sektor Ernährung. Häufig seien jedoch „menschliche Fehler“, „Hardwaredefekte“ oder „fehlerhafte Software“ der Grund gewesen.

          Wenn der Kühlschrank angreift und es keiner bemerkt

          Ins Detail geht der Lagebericht beim Internet der Dinge, das elektronische Haushaltsgeräte vom Türschloss bis zum Kühlschrank mit dem World Wide Web verbindet – und immer stärker in die Privatsphäre der Deutschen eindringt. Zwar wirken die Warnungen des BSI mitunter altbacken, doch die wachsende Selbstverständlichkeit, mit der sich die Leute Lauschsprecher mit im Versand arbeitenden Sprachassistenten ins Wohnzimmer holen oder ihre Wohnung von Staubsaugerrobotern vermessen lassen, rechtfertigt die Hinweise. Oft erfolgen die Cyberattacken im Haushalt über Funkschnittstellen. Angreifer können über sie Geräte kapern und sie aus der Ferne steuern. In anderen Fällen werden die Mini-Computer der Haushaltsgeräte gehackt, um sie zu sogenannten Bot-Netzen zusammenzuschließen, mit denen sich Internetseiten lahmlegen lassen.

          Dabei rückt auch die Schnittstelle schlechthin zwischen Netz und Ding in den Vordergrund: das Smartphone. Auf ihm werden immer mehr sensible Daten (Bilder, Kontakte, E-Mails) gespeichert. Das macht es zum lohnenden Angriffsziel. Mit der Auswahl seiner Apps, der Nutzung von Cloud-Speichern sowie mit der Installation von Sicherheits-Updates gehe der Nutzer meist nachlässig um, heißt es im Bericht. Neu ist das alles nicht. Doch Angreifer finden mit jeder neuen digitalen Entwicklung neue Schlupflöcher, neue Angriffsmöglichkeiten. Da kann das BSI aufklären, so viel es will, schlussendlich liegt es in der Hand des Nutzers, sich dagegen zu wappnen.

          Quelle: F.A.Z.

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