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Veröffentlicht: 11.01.2017, 16:15 Uhr

Klage gegen Satiriker Unerhörter Witz

Eine Redakteurin des WDR verklagt den Satiriker Serdar Somuncu wegen „schwerer Beleidigung“. Somuncu hatte in Richtung des WDR von einer „Keimzelle des Faschismus“ gesprochen.

von Bernhard Jarosch
© dpa Serdar Somuncu, der für seine provozierenden Aussagen bekannt ist, muss rechtliche Konsequenzen fürchten.

Serdar Somuncu, Kabarettist und Kanzlerkandidat der Satire-Partei „Die Partei“, wird von einer WDR-Redakteurin wegen „schwerer Beleidigung“ verklagt. Grund für die Klage sind Äußerungen Somuncus, die er während einer von der Körber-Stiftung organisierten Podiumsdiskussion im vorvergangenen Jahr getätigt hatte. So sagte er in dem Gespräch mit der Journalistin Mely Kiyak in Richtung der Redakteurin und WDR: „Diese Arschlöcher nehmen sich raus, im Namen der Gebührenzahler, uns zu zensieren. Und das war für mich die Keimzelle des Faschismus.“

Sind Äußerungen eines Satirikers anders zu bewerten?

Somuncu, der als Satiriker für Provokationen und derbe Ausführungen bekannt ist, reagierte auf die Klage per Facebook-Post: „Der WDR macht da weiter, wo er immer war. Entlarvend ist dabei, dass man nun Zitate sinnentstellt wiedergibt, um den eigentlichen Vorwurf der Zensur zu vertuschen.“ Der Streit zwischen Somuncu und dem WDR wirft die Frage auf, ob Äußerungen eines Satirikers kraft seiner Rolle als Witzemacher anders zu bewerten sind als, zum Beispiel, die eines Journalisten.

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Wer sich das komplette Video der Podiumsdiskussion in der Körber-Stiftung in Hamburg anschaut, dem wird auffallen, dass Somuncu durchgehend polemisiert und pöbelt, dass, was auch immer man davon halten mag, der Ton eindeutig zur Form seines Auftritts als Satiriker gehört. Somuncu ätzt in dem Video nicht nur gegen die namentlich genannte WDR-Redakteurin, sondern auch gegen andere Medienvertreter und Satire-Kollegen, welche die „Schnauze gehalten“ hätten, als er von öffentlich-rechtlichen Sendern „verboten“ und „zensiert“ worden sei.

Er wird sich bestätigt fühlen

Der Rundumschlag Somuncus wird rechtliche Konsequenzen haben. Der WDR betont in einer Mitteilung, dass er die Redakteurin in ihrer Klage unterstütze: „Wir dulden es nicht, dass unsere Mitarbeiterin öffentlich als ‚Keimzelle des Faschismus‘ oder ‚Arschloch‘ bezeichnet wird.“ 

Die Körber-Stiftung zieht ihre eigenen Schlüsse: Das Video der Diskussion wurde mittlerweile so bearbeitet, dass die beleidigenden Stellen nicht mehr zu hören sind. Somuncu wird sich darin bestätigt sehen, er werde von öffentlich-rechtlichen Sendern zensiert.

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