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Kampf um das soziale Internet Schäbig, feige und dumm

13.05.2011 ·  Eigentlich sollte Google angeschwärzt werden. Doch die Undercover-Aktion, die Facebook mit einer großen PR-Firma gegen die Konkurrenz plante, ging nach hinten los. Den schwarzen Peter hat man nun selbst gezogen.

Von Holger Schmidt
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Wenn eine große PR-Firma (Burson-Marsteller) im Auftrag eines unbekannten Auftraggebers versucht, einen Blogger zu einem Bericht über Googles angebliche Verstöße gegen den Datenschutz zu bewegen, ist das zumindest ein schlechter Stil und widerspricht so ziemlich allen ethischen Regeln im Gewerbe. Wenn der Blogger die Geschichte nicht schreibt, sondern lieber die Methoden der PR-Firma anprangert, dann wird die Sache gefährlich – vor allem für den unbekannten Auftraggeber. Besonders pikant daran: Nicht – wie in der Branche zunächst vermutet – Microsoft ist der Auftraggeber, sondern das soziale Netzwerk Facebook, das selber genügend Diskussionen mit Datenschützern führt.

Facebook hat seine eigenen Skandale

Für Facebook ist die verdeckte Aktion inzwischen zum Bumerang geworden: Schäbig, schmutzig, unethisch, feige, dumm – die Liste der Bemerkungen zu Facebooks missglückter Undercover-Aktion ist lang und eindeutig. Ausgerechnet Facebook, das gerade erst wieder einen Skandal wegen eines vier Jahre offenen Datenlecks hinter sich gebracht hat, wollte den Konkurrenten verunglimpfen. Nun geht die Suche los, wer im Unternehmen den Auftrag gegeben hat oder davon wusste.

Die Spekulationen schießen ins Kraut. Vielleicht Sheryl Sandberg, die das Tagesgeschäft von Facebook leitet und früher bei Google war? Oder der Kommunikationschef Elliot Schrage, der auch von Google kam? Und für Facebook noch schlechter: Bisher hat das Unternehmen den Nimbus, das soziale Internet zu beherrschen, während Google bisher keinen Fuß in die Tür bekommen hat. Solche Aktionen schwächen die Position von Facebook, da das Unternehmen den Wettbewerber Google offensichtlich ernster nimmt als der Markt bisher.

Google kann sich zurücklehnen

Und Google? Das Unternehmen kann sich entspannt zurücklehnen und weiterhin seine Strategie für die sozialen Medien vorantreiben. Ein Eckpfeiler ist das Produkt „Google Circle“, das Facebook so gerne an den Pranger stellen will. Wer dort ein Google-Profil anlegt und es mit seinen Profilen in den anderen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter verknüpft, bekommt in der Suche später dann Informationen angezeigt, die von den Freunden auf Facebook oder Twitter zu diesem Thema gepostet wurden. Aber davon redet dank Facebook nun erst einmal niemand mehr.

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