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Jimmy Savile : Bericht zu sexuellem Missbrauch kommt später

Schatten über, vor und rund um die BBC: Die Wahrheit über die Taten des Moderators bleibt noch im Verborgenen Bild: Reuters

Dieser Tage sollte die Wahrheit über das Ausmaß der Taten des früheren BBC-Moderators Savile herauskommen. Doch der Bericht kommt später. Die Polizei führt neue Ermittlungen.

          Der für Anfang Februar erwartete Untersuchungsbericht zu den sexuellen Missbrauchstaten des früheren BBC-Moderators Jimmy Savile kommt erst einige Monate später. Die Polizei hat darum gebeten, mit der Publikation bis Mitte des Jahres zu warten, weil sie noch gegen den ebenfalls des sexuellen Missbrauchs beschuldigten ehemaligen Moderator Stuart Hall ermittelt. Hall spielt auch in dem Savile-Bericht eine Rolle.

          Bis zu tausend Opfer

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          In diesem Bericht wird, wie zunächst der „Observer“ berichtete, Dame Janet Smith, eine ehemalige Richterin am Berufungsgericht , auf die „Kultur und Praktiken“ der Sendeanstalt BBC im Rahmen des Skandals eingehen und ihre Erkenntnisse zu der Frage vorlegen, ob und wenn ja wie viele Mitwisser es gab.

          Jimmy Savile, der im Oktober 2011 im Alter von 84 Jahren starb, wird jahrzehntelanger sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen, denen er sich aufgrund seiner Prominenz und seiner Arbeit als Moderator der BBC nähern konnte. Die Zahl seiner Opfer soll mehrere hundert, wenn nicht tausend betragen.

          Der ehemalige Moderator Stuart Hall hatte sich im April des vergangenen Jahres selbst beschuldigt, sich zwischen 1967 und 1986 an dreizehn Mädchen im Alter zwischen neun und neunzehn Jahren vergangen zu haben. Er wurde zu fünfzehn Monaten Haft verurteilt; in der Berufung wurde die Strafe verdoppelt, doch steht ein weiteres Verfahren gegen den heute Vierundachtzigjährigen an. Der Vorwurf lautet, er habe zwei Mädchen mehrfach vergewaltigt.

          Für ihren Bericht hat Dame Janet Smith hunderte Gespräch mit Opfern geführt. Die Untersuchungskommission teilte am Dienstag mit, der Wunsch, den Bericht zu verschieben, sei an sie herangetragen worden, weil die Publikation den Prozess gegen Hall gefährden könne. Man verstehe den Wunsch vieler – auch der Opfer -, dass der Bericht so bald als möglich veröffentlicht werden sollte. Doch habe man sich im Interesse der Gerechtigkeit dafür entschieden, noch zu warten. Die BBC sei darüber informiert worden und einverstanden.

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