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Cybermobbing : Schikane im Internet

  • -Aktualisiert am

Daumen rauf oder Daumen runter? Cybermobbing unter Jugendlichen nimmt zu. Bild: dpa

Wie viele Jugendliche werden Opfer von Cybermobbing? Die Zahlen einer Studie von Vodafone und dem Umfrageinstitut YouGov sind erschreckend. Und viele, die gemobbt werden, schämen sich, darüber zu sprechen.

          Sie werden beleidigt, bedroht und beschimpft. Fast jeder fünfte deutsche Jugendliche ist schon einmal im Internet gemobbt worden. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie von Vodafone und des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Beim Mobbing im Netz werden die Betroffenen per Mail, auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter oder über Chats wie Whatsapp schikaniert. Das kann über Beleidigungen oder Gerüchte passieren, aber auch über Fotos, die ohne Einverständnis des Mobbingopfers online gestellt werden, um es bloßzustellen.

          Insgesamt 5000 Jugendliche im Alter von dreizehn bis achtzehn Jahren aus elf Ländern wurden zu ihren Erfahrungen befragt. 510 Teilnehmer stammten aus Deutschland. Achtzehn Prozent von ihnen gaben an, schon einmal selbst Opfer von Cybermobbing gewesen zu sein. 34 Prozent kennen einen Freund oder ein Familienmitglied, das im Internet gemobbt wurde. 65 Prozent haben von einem Fall gehört, bei dem jemand online schikaniert worden ist. Dass diese Zahl höher ist als die derjenigen, die angeben, selbst betroffen zu sein, kann daran liegen, dass sich viele schämen, Opfer von Cybermobbing zu sein.

          Schlimmer als im realen Leben

          Mehr als die Hälfte findet die Schikane im Netz schlimmer als Mobbing im realen Leben. Fast 50 Prozent hatten nach den Vorfällen ein schlechteres Bild von sich selbst. Die Schikane im Internet wirkt sich also negativ auf das Selbstbewusstsein aus. Häufig wurden die Jugendlichen wegen ihres Aussehens gemobbt. Viele zogen sich zurück, vermieden soziale Kontakte oder gingen nicht mehr zur Schule. 27 Prozent gaben an, ihren Ärger an anderen ausgelassen zu haben, doch auch Selbstverletzungen gehörten zu den Reaktionen. Hilflosigkeit, Wut, Depression und Scham sind die Gefühle, die häufig mit den Attacken im Internet verbunden waren. Oft fühlten sich die Jugendlichen allein gelassen. Achtzehn Prozent hatten aufgrund von Cybermobbing Selbstmordgedanken. In der Vergangenheit ist es bereits zu mehreren Suiziden gekommen, die in Verbindung mit Cybermobbing stehen.

          47 Prozent der Jugendlichen, die gemobbt wurden, sprechen mit ihren Eltern über das Problem. Interessant ist auch: Die meisten Jugendlichen, deren Freunde oder Familienmitglieder Opfer geworden sind, gaben an, die Person unterstützt oder etwas gegen das Mobbing getan zu haben. Nur sechs Prozent unternahmen nichts. Sie wussten nicht, wie sie helfen sollten, oder hatten Angst, selbst Opfer zu werden. Einige wollten sich nicht einmischen, weil auch der Täter ein Freund war.

          Die Anonymität im Internet senkt die Hemmschwelle. Dieses Argument hört man im Zusammenhang mit Cybermobbing häufig. Die Studie fragt allerdings nicht, ob die Betroffenen wissen, wer sie schikaniert hat. Bei fast der Hälfte der Studienteilnehmer handelte es sich um Gymnasialschüler. Damit kann man der Studie nur schwer zusprechen, etwas über die allgemeine Situation der Jugendlichen in Deutschland auszusagen. Aufschlussreich wäre auch gewesen, zu erfahren, über welche Kanäle genau die Opfer gemobbt werden. Zwischen dem Mobbing im öffentlichen Raum der sozialen Netzwerke und per Privatnachricht bestehen vermutlich Unterschiede.

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