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Israel Schlag ins Gesicht

 ·  Ein Youtube-Video sorgt in Israel für Aufruhr. Es zeigt die brutale Gewehrattacke eines israelischen Kommandeurs auf einen dänischen Aktivisten. Seine Vorgesetzten distanzieren sich von der Tat.

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Selbst Staatspräsident Peres äußerte sich schockiert über die Videoaufnahmen. Auf den bei Youtube veröffentlichten Bildern ist zu sehen, wie Schalom Eisner mit dem Kolben seines Gewehrs einem dänischen Aktivisten ins Gesicht schlägt. Der Oberstleutnant ist stellvertretender Kommandeur der israelischen Brigade, die im Jordantal stationiert ist. Der verletzte Däne gehörte zu einer Gruppe von palästinensischen und ausländischen Aktivisten, die am Sonntag auf einer friedlichen Radtour in Richtung Norden fuhren - bis Schalom und seine Soldaten sie an der Weiterfahrt hinderten, weil sie angeblich die Landstraße blockierten. Schaloms Kameraden verfolgen auf den Videoaufnahmen unbeeindruckt den Übergriff ihres Kommandeurs. Erst die Veröffentlichung der Aufzeichnungen im Internet rief ungewohnt deutliche Reaktionen von Armeeführung und Politikern hervor.

Generalstabschef Benny Ganz verurteilte die Tat, suspendierte den Kommandeur vom Dienst und ordnete eine Untersuchung an. „Ein solches Verhalten ist nicht typisch für israelische Soldaten und Kommandeure und hat keinen Platz in der Armee und im Staat Israel“, teilte das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit. Aus Schaloms Umgebung hieß es, er sei zuvor von Teilnehmern der Radtour an der Hand verletzt worden. Sie hätten ihm zwei Finger gebrochen.

Der junge Däne sagte, er habe weder mit dem Kommandeur gesprochen noch ihn berührt. Der frühere israelische General Amram Mitzna kritisierte am Montag, ein Vorgesetzter wie Schalom müsse seiner Truppe ein Vorbild sein und dürfe sich nicht gehenlassen. „Ein Bild ist mehr wert als tausend Worte. Ich bin nicht sicher, wie eine Untersuchung etwas herausfinden kann, was dem widerspricht“, sagte Mitzna im Rundfunk.

Ursprünglich sollte Schalom bald zum Chef einer Ausbildungseinheit befördert werden, meldet die israelische Presse. Nun sei seine Zukunft in der Armee fraglich. Noch am Sonntagabend hatten sich Regierung und Sicherheitskräfte zufrieden darüber geäußert, dass sie auf dem Tel Aviver Flughafen die Ankunft von mehr als tausend propalästinensischen Friedensaktivisten ohne Zwischenfälle verhinderten. Die Ausländer waren unterwegs zu einer Solidaritätswoche in Bethlehem. Israelische Behörden befürchteten jedoch, dass sie am Flughafen demonstrieren könnten.

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Jahrgang 1967, politischer Korrespondent für Israel und die Palästinensergebiete mit Sitz in Jerusalem.

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