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Intendantensuche beim WDR : Ein Anchorman für Köln

Einer unter drei Kandidaten - und vielleicht der Favorit: Tom Buhrow Bild: picture alliance / dpa

Tom Buhrow könnte neuer Chef des Westdeutschen Rundfunks werden. Mit im Rennen sind noch Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen, und Stefan Kürten von der Europäischen Rundfunkunion.

          Das Orakel hat gesprochen: Am Mittwoch hat der Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks offiziell bestätigt, dass es für die Wahl eines neuen Intendanten drei Kandidaten gibt: Tom Buhrow, Moderator der ARD-„Tagesthemen“, Jan Metzger, Chef von Radio Bremen, und Stefan Kürten, Direktor bei der Europäischen Rundfunkunion in Genf, sind im Rennen. Diese drei seien eingeladen worden, sich am 29. Mai der Wahl zu stellen, sagte die Rundfunkratsvorsitzende und Chefin der Findungskommission, Ruth Hieronymi.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Eine Empfehlung für einen der Bewerber habe die Kommission nicht vorgenommen, „um dem Rundfunkrat als gesamtem Gremium die Wahlentscheidung zu überlassen.“ Alle drei Bewerber erschienen „qualifiziert, den WDR als größte deutsche Rundfunkanstalt erfolgreich nach innen und nach außen zu leiten.“ Nach der Wahl werde der Rundfunkrat mit dem neuen Kandidaten klären, wann er sein Amt antreten könne.

          Parteipolitik scheint sich in Grenzen zu halten

          Damit geht ein Verfahren auf die Zielgerade, das für öffentlich-rechtliche Verhältnisse, die häufig von Hinterzimmerverabredungen bestimmt sind, erstaunlich geordnet verlief. Mit einer Ausschreibung begann es, die insgesamt 37 Bewerbungen zählte. Es setze sich fort mit Einzelgesprächen mit Wunschkandidaten, die erfolglos blieben, und mündet nun in einen offenen Dreikampf.

          Auch Jan Metzger, der Intendant von Radio Bremen, tritt in Köln an

          Auch wenn der Radio-Bremen-Intendant Metzger als SPD-nah gilt und auf seinem jetzigen Posten der Wunschkandidat der Bremer Landesregierung war, könnte sich die parteipolitische Durchdringung des Verfahrens in Grenzen halten.

          Eine Kriterium schien es für die Findungskommission allerdings zu geben: ein Kandidat von außen sollte es offenbar unbedingt sein, der an die Spitze des mächtigen WDR träte. Einzig sicher ist, dass der WDR in Zukunft von einem Mann geführt wird.

          Die bisherige Intendantin Monika Piel hatte ihr Amt im Januar überraschend aufgegeben – überraschend auch für alle im Sender. Gesundheitliche Gründe sollen für Monika Piels Schritt ausschlaggebend gewesen sein, sie war erst im Jahr zuvor bis 2019 wiedergewählt worden. Übergangsweise wird der Sender seither von der stellvertretenden Intendantin Eva-Maria Michel geführt.

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