http://www.faz.net/-gqz-756e5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.12.2012, 07:30 Uhr

Instagram unter Druck Fotodienst bedauert unklare Formulierungen

„Wir haben keine Absicht, Ihre Fotos zu verkaufen“: Nach heftiger Kritik an den neuen Nutzungsbedingungen des Fotodiensts Instagram spricht Gründer Kevin Systrom jetzt von einem Missverständnis.

© REUTERS Instagram-Gründer Kevin Systrom führt seine Entwicklung vor

Der Fotodienst Instagram macht nach heftiger Nutzer-Kritik einen Rückzieher bei geplanten Änderungen der Nutzungsregeln. Ein Mitgründer der inzwischen zu Facebook gehörenden Fotoplattform entschuldigte sich am Dienstagabend für unklare Formulierungen. „Wir haben keine Absicht, Ihre Fotos zu verkaufen“, betonte Kevin Systrom in einem Blogeintrag. Das solle in einer neuen Version der Regeln auch ausdrücklich so festgeschrieben werden.

Außerdem sei die Befürchtung übertrieben, dass Instagram-Bilder in Werbeanzeigen auftauchen könnten, erklärte Systrom. „Wir haben keine solchen Pläne und werden deswegen die Formulierung entfernen, die diese Frage aufkommen ließ.“

Verwirrende Formulierungen

Die Instagram-Nutzer störten sich vor allem an einem Punkt in den neuen Regeln, laut dem Instagram Bilder und andere Daten der Nutzer Werbetreibenden zur Verfügung stellen und dafür Geld kassieren könne. Gemeint dabei sei aber nur, dass ein Nutzer zum Beispiel sehen könne, welche seiner Freunde die Fotos einer bestimmten Firma bei Instagram abonniert hätten, erklärte Systrom jetzt. „Es ist unser Fehler, dass die Formulierungen verwirrend sind.“

Mehr zum Thema

Instagram hat nach jüngsten Angaben mehr als 100 Millionen Nutzer und ist damit eine der führenden Fotoplattformen im Netz. Nach Veröffentlichung der neuen Regeln verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer die Behauptung, Instagram wolle Nutzerfotos verkaufen. Viele Kunden reagierten empört und kündigten an, ihre Konten löschen zu wollen.

Quelle: dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
FAZ.NET-Thema: Polizei Twittern in der Grauzone?

Die Polizei twittert und hat viel Erfolg damit. Das ist rechtlich nicht unbedenklich, finden Juristen und Politiker und fordern ein neues Gesetz. Die Bundesregierung aber winkt ab. So bringt sich die Polizei selbst bei, was sie darf. Mehr Von Aziza Kasumov

21.06.2016, 13:41 Uhr | Politik
Arnsdorf Bürgerwehr zerrt Iraker aus Supermarkt

Ein Video auf Youtube zeigt einen Vorfall vom 21. Mai 2016 in Arnsdorf, bei dem offenbar drei Männer einer Bürgerwehr einen geistig verwirrten Iraker aus einem Supermarkt zerren. Die Polizei fand den Mann anschließend mit Kabelbindern an einen Baum gefesselt. Mehr

04.06.2016, 11:38 Uhr | Aktuell
Mord an Jo Cox Vereint im Verlust

Die Ermordung der Abgeordneten Jo Cox hat Großbritannien aus dem harten Wahlkampf des EU-Referendums gerissen. Das Land hält inne und zollt der Toten Respekt. Mehr Von Jochen Buchsteiner, London

17.06.2016, 19:56 Uhr | Politik
Tauschwirtschaft in Venezuela Nudeln bei Facebook teilen

Statt Fotos und Emojis teilen die Venezolaner bei Facebook Nudeln und Mehl: Weil die Versorgungslage in dem südamerikanischen Land immer schlechter wird, werden die sozialen Netzwerke zu Tauschbörsen für alle möglichen Güter des täglichen Bedarfs. Mehr

14.06.2016, 18:33 Uhr | Gesellschaft
Facebook Mark Zuckerberg zementiert seine Macht

Mark Zuckerberg stärkt seine Position bei Facebook - nach dem Vorbild von Google. Und Peter Thiel darf trotz der Querelen um Gawker im Verwaltungsrat bleiben. Mehr Von Roland Lindner, New York

21.06.2016, 06:50 Uhr | Wirtschaft
Glosse

Revolte der Körper

Von Thomas Thiel

Politik richtet sich an den Verstand. Doch die abstrakte Weltpolitik lässt die Körper revoltieren. Zum Vorteil der Patriarchen. Mehr 3