http://www.faz.net/-gqz-90ixa

Kritik an Gaza-Film : Arte fehlen die Worte

Szene am Strand: Ausschnitt aus „Gaza: Ist das ein Leben?“ Bild: Arte/Screenshots

Die Kritik an einer Gaza-Reportage hat Arte mit einer nichtssagenden Antwort weggebügelt. Doch damit wollen sich die Kritiker nicht zufriedengeben. Sie pochen auf eine Auseinandersetzung in der Sache.

          Im Interview mit der F.A.Z. hatte es Josef Schuster gesagt: Es sei doch sehr augenfällig, dass sich Arte bei inhaltlicher Kritik auf Formalien zurückziehe und offensichtlich nicht gewillt sei, zur Sache zu diskutieren, so der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Das sei im Fall der abgesetzten Dokumentation über Judenhass so gewesen und sei nun bei der Kritik an der Einseitigkeit der Reportage „Gaza: Ist das ein Leben?“ nicht anders.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Da beließ es der deutsch-französische Kultursender bei der Belehrung, Reportagen seien nun einmal per Definition subjektiv. Auf die von den Kritikern detailliert aufgelisteten Auslassungen und Verdrehungen ging der Sender gar nicht ein.

          Doch damit wollen der Zentralrat und ein Bündnis von Organisationen, die sich in der Sache bei Arte gemeldet haben, den Sender nicht davonkommen lassen.

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          Die digitale F.A.Z. PLUS

          Die F.A.Z. stets aktuell, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken.

          Mehr erfahren

          Der subjektive Freiraum einer Reportage beziehe sich auf die Erfahrung der Protagonisten (in diesem Fall Hinterbliebene von Opfern israelischer Luftangriffe in Gaza) und die Darstellung der Perspektive, heißt es in einer Erwiderung der Kritiker, aus welcher der Fachdienst epd medien zitiert. Es stelle „jedoch eine Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht dar, wenn bei der Hintergrundrecherche keine Objektivität gewährleistet ist und ein Staat offensichtlich dämonisiert wird“. Man sehe „die Programmverantwortlichen in der Pflicht, das Bild des Konflikts geradezurücken und die Komplexität auch in einzelnen Reportagen zu berücksichtigen“. Zu den Unterzeichnern dieser Forderung zählt auch die ehemalige Präsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch. Man darf gespannt sein, ob sich Arte zu einer Antwort bequemt.

          Weitere Themen

          Schelte für Europa Video-Seite öffnen

          Donald Trump auf Europareise : Schelte für Europa

          Der amerikanische Präsident ist zu Besuch in Europa. Merkel, May und die gesamte EU müssen sehr viel Kritik einstecken. Doch ein Politiker kann sich über viel Lob freuen.

          Topmeldungen

          Heimliche Mitschnitte : Trump attackiert seinen früheren Anwalt

          Donald Trump hat in der Schweigegeld-Affäre schwere Vorwürfe gegen seinen früheren Anwalt und die Ermittler erhoben. Dass Michael Cohen während eines Gesprächs mit Trump heimlich einen Mitschnitt gemacht habe, sei „vielleicht illegal“, twitterte Trump.

          Scholz bei G-20-Treffen : Für einen freien Handel

          In Buenos Aires treffen sich die Finanzminister der führenden Wirtschaftsnationen. Für Deutschland reist Olaf Scholz nach Argentinien – und pariert sogleich Trumps Währungsmanipulationsvorwürfe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.