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Debatte über Hörfunk : Dem Digitalradio gehört die Zukunft

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In der Radio City Music Hall in New York wird der Musik noch ganz analog Beine gemacht. Dafür sorgten in diesem Sommer die Radio City Rockettes. Bild: AP

Warum stellen sich die Deutschen eigentlich bei der Einführung von DAB+ so an? In ganz Europa ist zu erkennen, welche Vorteile die Technik hat – für alle.

          Überall in Europa spielt das Radio als Quelle von Nachrichten, Informationen und Unterhaltung eine wichtige Rolle im Leben der Bürger. 84 Prozent aller Europäer hören regelmäßig Radio, durchschnittlich zweieinhalb Stunden täglich. Aber das Radio muss sich erneuern, will es relevant bleiben. Ein Problem ist, dass der UKW-Frequenzbereich belegt ist. Es gibt keinen Platz für Nachrichtendienste, die Innovationsmöglichkeiten sind begrenzt. Auf lange Sicht bedeutet das den Niedergang.

          In dieser Lage bietet sich das Digitalradio DAB+ an. Für Hörer bietet DAB+ eine größere Auswahl, besseren Klang und eine Fülle neuer Datendienste. Sender können mit DAB+ neue Dienste entwickeln (beispielsweise Nischenprogramme, die auf vorhandenen Formaten aufbauen) und dem Medium neue Impulse geben und den Rundfunk zu einem interessanten Werbemedium machen. Für die Gesellschaft bietet das Digitalradio eine effizientere Nutzung des Spektrums, eine umweltfreundlichere Technik und potentiell deutlich verbesserte Verkehrsinformationen.

          Überall in Europa geht es voran

          Überall in Europa geht es mit dem Digitalradio voran. Großbritannien, Norwegen, die Schweiz und Dänemark haben seit mehreren Jahren Digitalradio. Später kamen Deutschland (2011), die Niederlande (2013) und Italien (2014) hinzu. In diesen sieben Staaten kann Digitalradio landesweit oder fast nahezu landesweit empfangen werden. Eine dritte Gruppe von Ländern ist nun ebenfalls aktiv. In Frankreich werden DAB+-Dienste in Paris, Nizza und Marseille angeboten, in Lille, Lyon und Straßburg soll es 2017 losgehen. Belgien wird im kommenden Jahr ein nationales Digitalradio-Angebot starten, und in Polen versorgt Polskie Radio etwa 55 Prozent der Bevölkerung mit seinem digitalen Angebot. Auch in Österreich, der Slowakei und in der Türkei laufen Versuche. Slowenien dürfte in Bälde folgen.

          Digitalradiogeräte werden immer beliebter. Weltweit sind mehr als vierzig Millionen Empfänger verkauft worden, in manchen Ländern gibt es solche Geräte für weniger als zwanzig Euro. In Bayern sind nach dem Start von Programmen wie „BR Heimat“ knapp vierzig Prozent aller neuen Empfänger mit DAB+ ausgestattet.

          Die meisten Neuwagen haben Digitalradio

          Im Automobilsektor ist eine noch dramatischere Entwicklung zu beobachten. In Großbritannien sind inzwischen 82 Prozent aller Neuwagen serienmäßig mit Digitalradio ausgestattet, 2011 waren es erst vier Prozent. Auch in Norwegen und in der Schweiz verfügen die meisten Neuwagen über DAB+. In Großbritannien sind sämtliche Audis, sämtliche BMWs und 95 Prozent aller VWs serienmäßig mit Digitalradio ausgestattet. Die Technologie ist bereit für massenhafte Anwendung.

          In einigen Ländern gibt es einen Zeitplan für die Umstellung auf Digitalradio - in Norwegen 2017, in der Schweiz zwischen 2020 und 2024. Ausländische Fahrer könnten dann erleben, dass ihr Autoradio nicht funktioniert, wenn sie in einem dieser beiden Länder unterwegs sind.

          Ein neuer Radiostandard

          Jahrzehntelang war UKW der internationale Standard. Hörer konnten ihre Geräte nutzen, wo immer sie sich befanden. Dies sollte auch das Ziel für das digitale Zeitalter sein: DAB+ als Radiostandard in Europa. Das erfordert eine gemeinsame europäische Strategie unter aktiver Beteiligung Deutschlands. DAB+ sollte von allen relevanten Akteuren unterstützt werden - im Interesse der Branche und der Hörer.

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