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TV-Film „Der Tote am Teich“ : Weil es da so ruhig ist

  • -Aktualisiert am

Ist der ehemalige Kollege eine Hilfe oder ist er verdächtig? Kommissarin Grete Öller (Maria Hofstätter) und der pensionierte Dorfpolizist Sepp Ahorner (Josef Hader). Bild: © Lotus Film/Petro Domenigg

Im österreichischen Mühlviertel ist die Welt noch in Ordnung, wie es scheint. Doch dann liegt ein Toter am Teich. Und ein ehemaliger Dorfpolizist und zwei Kommissarinnen kommen sich in die Quere.

          Es ist früher Morgen, die Landschaft liegt in der Dämmerung, die Luft ist kühl, das Licht fahl. Ein Uhu ruft noch, zaghaft kräht der erste Hahn, in der Ferne bellt ein Hund. Der Frühpensionär und ehemalige Kommissar Sepp Ahorner (Josef Hader) ist schon auf den Beinen. Er stapft in der Kälte durch dichten Schnee - ein Schnee, der knarrt, und eine Kälte, die beißt. Es dauert nicht lange, da steht Sepp im Wald, vor ihm ein Gewässer, und er entdeckt, auf gefrorenem Eis: die Leiche.

          Der Regisseur Nikolaus Leytner braucht nur zwei Minuten, um zu zeigen, wohin die Reise führt. Er macht uns ein klares Angebot: annehmen oder ablehnen, weitergucken oder ausschalten. Denn nach zwei Minuten ist klar: „Der Tote am Teich“ ist nicht nur ein Krimi. Der Film präsentiert uns gleichsam dokumentarisch eine Welt, die uns nah erscheint, aber fern ist, und in der Menschen sprechen, die wir ohne Untertitel nicht verstehen.

          Der alte Polizist will mitmischen

          Die Schwächen des Films liegen im Plot. Da ist Ahorner, den es packt, wieder mitzumischen, der aber auch verdächtigt wird; und da ist das Ermittlerduo aus Linz, Grete Öller (Maria Hofstätter) und Lisa Nemeth (Miriam Fussenegger); hinzu kommen drei undurchsichtige Cousinen, ein schnippischer Wiener mitsamt betrügerischer Gattin - und eben ein toter Linzer. Das ist komplex, aber nicht kompliziert, und es scheint, als meine die Regie und meine die Drehbuchautorin Susanne Freund, dem nicht mundartkundigen Zuschauer bereiteten schon die Dialoge genug Schwierigkeiten.

          Fernsehtrailer : „Der Tote am Teich“

          Dass die beiden Kommissarinnen bereits gegen Mitte des Films davon überzeugt sind, die vermeintlichen Übeltäter überführt zu haben, wirkt überflüssig. Die Zuschauer kommen gar nicht umhin, es besser zu wissen. Die Schauspieler überzeugen hingegen, allen voran das ungleiche Ermittlerduo aus Linz. Miriam Fussenegger spielt die junge, selbstbewusste Einsteigerin, die es nicht immer leicht hat - weder gegen ihre dominante Kollegin noch gegen den alten Polizeihasen Sepp Ahorner. Maria Hofstätter ist in der Rolle der erfahrenen, kauzigen Kommissarin Öller bravourös. Qualmend weist sie den beschuldigten Herrn aus Wien in der provisorisch als Büro eingerichteten Abstellkammer auf das Rauchverbot hin, einen überambitionierten Anwalt weist sie souverän in die Schranken, und nach Dienstschluss geht sie schon mal vor ins Stüberl, wo sie später mit Kollegin Nemeth beim Schnaps die Ermittlungen Revue passieren lässt.

          Authentisch ist die Atmosphäre dieses Films. Die Kameraführung ist ruhig, Geräuschkulisse und Musik angenehm zurückhaltend. Der Film vermittelt ein Bild vom Leben, wie man es sich mit realen Figuren hier vorstellen würde. In der stimmigen Atmosphäre sitzen dann auch die Pointen. Als etwa Sepp Ahorners Mutter ein „Weil’s hier so ruhig ist!“ auf seine Frage erwidert, was um Himmels willen einen Prokuristen mit großem Schlitten in die oberösterreichische Provinz führe: Weil es hier so ruhig ist, klar.

          Zwei Generationen: Die Kommissarinnen Lisa Nemeth (Miriam Fussenegger) und Grete Öller (Maria Hofstätter) glauben recht schnell, sie hätten den Fall gelöst.
          Zwei Generationen: Die Kommissarinnen Lisa Nemeth (Miriam Fussenegger) und Grete Öller (Maria Hofstätter) glauben recht schnell, sie hätten den Fall gelöst. : Bild: © Filmstills.at/Petro Domenigg

          „Der Tote am Teich“ ist Landkrimi und Landschaftsaufnahme in einem. Es ist ein Film, der in Oberösterreich spielt, aber nicht bloß von Oberösterreich handelt. Provinz ist hier nicht Kulisse, sondern Alltag; das Land nicht Idyll, sondern Umfeld. Eine Welt mit Froh- und Gemeinsinn, in dem das Wirtshaus nicht fehlt. Aber in der es eben auch Strapazen, Härte, Betrug und schließlich sogar einen Mord gibt.

          Der Tote am Teich läuft heute, Freitag 29. April, um 20.15 Uhr bei Arte.

          Quelle: F.A.Z.

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