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Im Gespräch: Videospielentwickler Warren Spector : „Halt dich bloß von Feen fern“

  • Aktualisiert am

Warren Spector Bild: AFP

Er möchte Micky als einen Videospielhelden auf gleicher Ebene wie Super Mario etablieren und seine dunklen Seiten wieder hervorkehren. Ein Gespräch mit dem Videospieldesigner Warren Spector.

          Die erste Frage an Sie muss natürlich lauten: Warum Micky?

          Warren Spector: Ich möchte das persönlich beantworten. Ich bin praktisch seit meiner Geburt ein Disneyfan. An dem Tag als ich geboren wurde, kaufte mir mein Vater ein Pluto-Plüschtier. Er hat sich ein Auto gekauft, ich habe ein Plüschtier bekommen. Das war zwar ein bisschen unfair, aber immerhin etwas. Es gibt ein Foto von mir, da bin ich gerade neun Monate alt, sitze auf dem Schoß meiner Mutter und trage große schwarze Mauseohren. So blieb das mein ganzes Leben lang. Zum College-Abschluss bekam ich Disney Aktien. Als ich dann meiner Mutter erzählte, dass ich ein Disney-Spiel machen würde, antwortete sie: Das wurde auch Zeit.

          Hätten Sie auch gerne ein Spiel mit anderen Disney-Charakteren gemacht?

          Es ist interessant, dass Sie das fragen. Man hat mich anfangs nicht konkret gefragt, ob ich ein Micky-Spiel machen wolle, sondern nur, ob ich mir ein Disney-Spiel vorstellen könnte. Ich antwortete: Ja, ein Spiel mit Donald und Dagobert, das wäre toll. Daraufhin fragten sie mich: Was ist mit Micky? Ich konnte nicht glauben, dass sie mir die Figur anboten, die wirklich auf jeder Geschäftskarte zu finden ist, das Symbol der ganzen Firma. Es gibt also ein Menge Disney-Figuren, mit denen ich gerne etwas machen würde, aber sie haben mir Micky angeboten. Als Disney damals zu mir kam, plante ich übrigens gerade ein Projekt mit dem Filmregisseur John Woo. Ich hatte also die Wahl zwischen John Woo und Micky Maus, einer der bekanntesten Figuren der Welt. Eine schwere Entscheidung. Am Ende musste ich zu John sagen, dass dies wohl meine einzige Chance sein würde, jemals mit Micky Maus zusammenzuarbeiten.

          Immer wieder bewegt sich Micky durch alte Cartoons wie zum Beispiel „Clock Cleaners”

          Tauchen denn in „Mickey Epic“ auch ein paar der anderen bekannten Figuren auf?

          Interessanter Weise nicht. Uns geht es darum, Micky als einen Videospielhelden auf gleicher Ebene wie Super Mario zu etablieren. Es ärgert mich, dass Micky bisher keinen großen Erfolg in Videospielen hatte. Er war einmal der größte Filmstar auf der Welt, dann der größte Fernsehstar. Ich möchte ihn nun zu einem Videospielstar zu machen. Das andere, was ich mit diesen Spiel erreichen möchte, ist, die Leute daran zu erinnern, wie reich die Geschichte Disneys ist. Es gab in den mehr als achtzig Jahren Firmengeschichte so viel - das möchte ich ins öffentliche Bewusstsein zurückbringen. Wir haben deswegen diese Welt fürs Spiel erfunden: Wasteland. Sie ist das Zuhause für alle vergessenen und verworfenen Disney-Figuren, Freizeitparkattraktionen und Hintergrundzeichnungen, die nie benutzt worden sind. Es ist eine einmalige Chance, die Disney-Archive für die Fans zu öffnen.

          Also kein Donald, kein Goofy?

          Mickys Freunde werden vorkommen, aber vielleicht nicht so, wie man es erwartet. Aber darüber möchte ich eigentlich nicht sprechen.

          Durften Sie aus den Archiven alles benutzen, was Sie wollten?

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