Home
http://www.faz.net/-gqz-7530e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Hoffnung für Nachrichtenagentur Ehemaliger N24-Chef soll dapd retten

Ulrich Ende, ehemalige Chef des Nachrichtensenders N24, und weitere Investoren haben der insolventen Nachrichtenagentur dapd Hilfe angeboten. Die Übernahme soll im Januar erfolgen.

© dapd, F.A.Z. Vergrößern

Der ehemalige Chef des Nachrichtensenders N24, Ulrich Ende, soll die insolvente Nachrichtenagentur dapd retten. Eine Vereinbarung mit Ende und anderen, nicht genannten Investoren stehe in den Grundzügen, teilte dapd-Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma am Freitag mit.

Noch vor Weihnachten sollen die neuen Eigentümer eine siebenstellige Kapitalspritze geben, um den Weiterbetrieb der Agentur zu sichern. Im Januar will Köhler-Ma die Übernahme perfekt machen. „Die Vereinbarung mit Ulrich Ende bietet gute Chancen für den Erhalt der bestehenden Arbeitsplätze bei der Nachrichtenagenturgruppe“, sagte Köhler-Ma. „Voraussichtlich sind keine größeren Personalanpassungen über die bereits ausgesprochenen Kündigungen hinaus nötig.“

Ein Drittel der Mitarbeiter entlassen

Die Agentur hatte kürzlich 98 der rund 300 Arbeitsplätze gestrichen und den neuen Sport-Dienst eingedampft. Ende muss bei dapd ohne deren bisherigen internationalen Nachrichten-Lieferanten Associated Press (AP) auskommen. Köhler-Ma und Sanierer Wolf von der Fecht schlossen einen Vergleich mit der amerikanischen Agentur, die dapd nur noch bis Ende Januar mit Nachrichten aus dem Ausland beliefert.

AP hatte überraschend den deutschen Marktführer dpa als neuen Partner gewählt, obwohl der ein eigenes Auslandskorrespondenten-Netz betreibt. Ob und wie AP ersetzt werden soll, blieb am Freitag offen. Die Agentur dapd war vor drei Jahren entstanden, als die Finanzinvestoren Peter Löw und Martin Vorderwülbecke als Eigner der Nachrichtenagentur ddp den deutschsprachigen Dienst von AP übernahmen und beide Dienste fusionierten. Der deutsche Nachrichtenmarkt gilt als einer der am härtesten umkämpften der Welt. Deutschsprachige Nachrichten verbreiten auch die Agenturen Reuters und AFP.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.net mit Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mittelstandsanleihen-Ticker MS Deutschland wird doch kein ägyptisches Wohnschiff

Die MS Deutschland ist mit unbekannter Verwendungsabsicht in die Hände amerikanischer Betreiber übergegangen. Großaktionär Unister will Travel24-Aufsichtsratschef Kirchhof absetzen. Mehr

19.05.2015, 12:19 Uhr | Wirtschaft
Quiz Das war 2014. Waren Sie dabei?

Und wieder geht ein Jahr zu Ende. Wenn Sie in den vergangenen zwölf Monaten die Nachrichten verfolgt haben, oder zumindest ab und an unsere Herzblatt-Geschichten gelesen haben, sind Sie bei unserem Quiz klar im Vorteil. Zu gewinnen gibt es, wie jedes Jahr, allenfalls etwas unnützes Wissen. Mehr

30.12.2014, 16:31 Uhr | Gesellschaft
Weitere Nachrichten Nordex tauscht Chef aus

Der Windkraftanlagenbauer Nordex bekommt einen neuen Chef, die Post bekommt Versicherungsbeiträge für Ex-Beamte nicht erstattet und der Streit zwischen der deutschen Taxi-Branche und Daimler geht weiter. Mehr

21.05.2015, 06:53 Uhr | Wirtschaft
Monaco Fürstin Charlene von Monaco bringt Zwillinge zur Welt

Fürst Albert II. und die Monegassen freuen sich über die guten Nachrichten. Mehr

14.12.2014, 13:27 Uhr | Gesellschaft
Rüstungsindustrie Heckler & Koch forderte Schutz vor feindlicher Übernahme

Der Hersteller des umstrittenen Sturmgewehrs G36 hat sich nach Informationen der F.A.S. als Ziel einer feindlichen Übernahme betrachtet. Die Unternehmensleitung von Heckler & Koch witterte ein Komplott und bat den Bundeswehr-Geheimdienst MAD um Hilfe. Dort blitzte sie ab. Mehr

17.05.2015, 06:02 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.12.2012, 10:58 Uhr

Über alles

Von Niklas Maak

Irrsinn an der Magazinfront: Die „Auto Bild“ wirbt für ein Modell des Halbkettenfahrzeugs „Opel Blitz Maultier“ und Reisemagazine vermitteln fast den Eindruck, der Holocaust sei Berlins spannendste Seite. Mehr 5