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Harald Schmidts Theaterengagement ... und Oliver Pocher als Strohhaufen

27.05.2008 ·  Harald Schmidt ist dort angekommen, wo er nie realistisch gehofft hatte, engagiert zu werden: im Staatsschauspiel Stuttgart. Sein Lieblingsregisseur Peymann ist allerdings schon lange anderswo. Vielleicht holt er ihn ja nach - zu einem „Kerker-Musical“ nach „Faust“.

Von Gerhard Stadelmaier
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Harald Schmidt, gelernter Schauspielschüler (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Stuttgart, Urbanstraße), später dann nach schlechten Augsburger („Nur immer herein!“) Nebenrollenerfahrungen als „Nathan“-Mameluck ins Kabarett und in die Fernsehsatire abgedriftet, landet langsam, aber sicher wieder dort, wo er als Schauspielschüler in den Peymannschen siebziger Jahren wie zu einem Sehnsuchtsort gepilgert war, ohne je realistisch hoffen zu dürfen, dort auch engagiert zu werden: im Staatsschauspiel Stuttgart.

Nun, die Realismen wandeln sich: In der letzten Saison hat er dort seine Sicht auf die Siebziger-Jahre-Dinge und auf ein damals legendäres Stuttgarter „Elvis Presley Memorial“ unter dem Titel „Elvis lebt und Schmidt kann es beweisen“ mit sich in der Hauptrolle auf die württembergische Staatsbühne bringen dürfen. In der nächsten Saison wird Schmidt dort gar „Der Prinz von Dänemark“, sein „Hamlet-Musical“, mit sich als Autor zur Uraufführung bringen: Es sollen laut Spielplanprospekt „die ultimativen Antworten auf das Leben im ,Gefängnis Dänemark‘ erschallen“, Schmidt wird also wohl als eine Art arioser Staatsknastphilosoph fungieren. Man erwarte, so die Stuttgarter Dramaturgie, auf jeden Fall „den am lautesten singenden Hamlet dieses Herbstes“. Premiere ist am 25. Oktober.

Von Elvis zu William – ein großer Schritt für die Menschheit, ein kleiner für Schmidt. Peymann, Schmidts Lieblingsregisseur, der das Stuttgarter Haus schon lange nicht mehr leitet, geistig aber aus Stuttgart und den siebziger Jahren nie ganz herausgekommen ist, plant ja bekanntlich irgendwann Goethes „Faust“ fürs Berliner Ensemble in einem großen Zelt an der Spree. Er sollte besser davon Abstand nehmen und Schmidt ranlassen – für ein „Kerker-Musical“ mit Anke Engelke als Gretchen, Herbert Feuerstein als Faust, Manuel Andrack als Mephisto und Oliver Pocher als Strohhaufen. Oder so ähnlich.

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Jahrgang 1950, Redakteur im Feuilleton.

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