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FAZ.NET-Frühkritik: „Jauch“ und „Precht“ Kümmert euch um die Digitalo-Kids!

 ·  Wenn Hirnforscher uns vor Dummheit schützen wollen: Haltet die Nervenbahnen sauber. Oder was meinen die Öffentlich-Rechtlichen, wenn sie uns vor den mentalen Katastrophen warnen?

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (49)

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Dirk  Lehmann

Schade an Prechts sendung...

... war, daß er sie eher als Plattform für eine selbstverliebte selbstdarstellung nutzte und seinen ob dessen bisweilen sichtbar genervten Gast zumeist nur als Stichwortgeber mißbrauchte.

Es war ein als Dialog getarnter Monolog mit gelegentlich bizarr herbeigezerrten Behauptungen, bei denen man zumeist vergeblich auf ihre argumentative Belegung wartete.

Precht war es vor allem ein Anliegen, möglichst elegant erscheinend seine Belesenheit brillieren zu lassen.
Für Selbstdarstellung wird man zwar leider im Fernsehen inzwischen sogar bezahlt, obwohl man dafür doch eigentlich teure Sendezeit im Werbeblock kaufen müsste - doch ein Dialog sollte entweder ein intellektuell lustvoller Dialog zwischen verschiedenmeinenden sein oder eben zumindest einer, in welchem der Gastgeber den Gast zu Wort kommen lässt.
Ein Minimum an Respekt des Einladenden und die Kunst, den Gast - so er denn etwas zu sagen hat - seine Gedanken auch möglichst gut verstänrüber bringen zu lassen - und zwar zum ZUSCHAUER

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Tyler Durden Volland

@Frederick Wellmann Zu kurz gedacht...

Selbstverständlich haben sie recht, was die Rolle der Eltern angeht, nur... Übersehen sie da nicht eine Kleinigkeit?

Meinen Sie ernsthaft, wenn man sich in der heutigen Welt umsieht, liesse sich noch die Behauptung aufstellen, dss jemand der ein Kind in die Welt setzte, deshalb bereits befähigt ist das zu leisten, was man im Zusammeng mit dem Thema von "Erziehung" verlangt?

Gerade WEIL das was sie anführen eben nicht so ist wie es sein sollte, gerade deshalb entstehen doch solche Probleme erst.

Selbstverständlich gibt es genügend Eltern die ihre Kinder tatsächlich auch in der heutigen digitalen Welt führen können, aber dass dies eine Minderheit ist, muss ihnen doch klar sein.
Ein Sympton dafür war die Hamburger Abstimmung zum Schulsystem. Diese Minderheit sah keine andere Lösung mehr ihre eigenen Kinder vor dem dummen Zirkus zu schützen, als die Trennung.
Man mag das politisch verurteilen, aber dass man das Aufwachsen der Kinder über einen inkompetenten Staat stellt, ist richtig!

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Wolfram Domay
Wolfram Domay (wdomay) - 03.09.2012 23:04 Uhr

Vor Schreiben bitte Literatur bemühen!

Schade, dass Herr Müller-Jung wenig Ahnung davon hat, wovon er schreibt, und sich als Online-Journalist, der von den Medien lebt, kein differenziertes Bild machen kann und daran - existenzsichernd - wahrscheinlich auch wenig Interesse hat. So ist Manfred Spitzer kein Psychiater mit entwicklungspsychologischer Erfahrung, sondern einer der führenden Neurowissenschaftler in unserem Land mit einem ordentlichen Lehrstuhl an einer Uniklinik. Und das Zitieren von Studien in einer Fernsehsendung war noch nie sonderlich hilfreich, sondern stempelte den Zitierenden eher als Langeweiler ab.
Sie sollten Herrn Spitzers Bücher einmal lesen, darin zitiert er zuhauf die einschlägigen Studien, und das Interessante ist: es gibt offenbar keine einzige unabhängige und ernstzunehmende wissenschaftliche Studie, die in irgendeiner Form den Nutzen der Medien für die Lernfortschritte belegt, dagegegen Hunderte, die ihre Schädlichkeit unterstreichen. Wie gesagt: erst Kompetenz erwerben, dann schreiben!

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Günter Schlamp

Machen Smartboards smart?

Es wurden Milliarden in die Computerisierung und Internetisierung der Schulen gesteckt. Aber der Ertrag ist doch arg dünn. Oder sollte ich eine Studie übersehen haben? Gerade hat die New York Times von zwei Washingtoner Schulen berichtet, die unterschiedliche Wege gehen. Die eine setzt auf totale Digitalisierung ab Kindergarten, die andere hat die Computer verbannt. Absolventen beider Schulen sind in Colleges und Universitäten erfolgreich.
Es ist gut, dass Lehrer den Verlockungen des medienindustriellen Komplexes nur zurückhaltend folgen. Von den teuren Sprachlaboren in den Schulen spricht heute niemand mehr, die Videoübertragungsanlagen sind abmontiert, der programmierte Unterricht hat sich in die betriebliche Ausbildung verlagert und heißt dort Blended Learning.
Lehrer lieben Fotokopierer und Tageslichtprojektoren. Das ist die Technologie, die ihnen die Hoheit über Lerninhalte und Lernprozesse belässt. Die wollen und sollen sie nicht an Medienkonzerne und Netzaktivisten abtreten.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.09.2012 17:09 Uhr
Kerstin Münstermann-Bodewig

Sie haben völlig Recht

Und dann erzählt der Haase (Direktor der Bäke Grundschule) etwas von undeutlicher Optik der alten Schultafel ... während man in seinem Demo-Video eindeutig sieht, wie schlimm die tollen Whiteboards aussehen: schlechter Kontrast, lästige Blendung der Schüler und Lehrer per beamerähnlichem Projektor, eigener Schlagschatten auf dem Board nötigt zu Verrenkungen beim Schreiben!

Lächerlicher Unfug. Deshalb auch: Danke für Ihren Beitrag.

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Edgar Wermuth
Edgar Wermuth (egnor) - 03.09.2012 17:32 Uhr

Fernsehen und Internet haben etwas gemeinsam:

Es kommen nebeneinander und gleichberechtigt Angebote völlig unterschiedlicher Qualität vor.
Das gilt für Fernsehsendungen, für Aussagen und ihren Wahrheitsgehalt, für die Fundiertheit der Behandlung eines Themas.

Es gilt auch für Diskussionsbeiträge im Internet und für Debattenbeiträge im Fernsehen.
Da diskutierten doch bei Günter Jauch Menschen ganz unterschiedlicher Karätigkeit.

Egal, ob er sich besonders geschickt "verkauft" hat oder nicht: Für mich haben die Meinungsäußerungen von Herrn Spitzer von vornherein ein ganz anderes Gewicht als das, was ein Herr Yogeshwar oder dieser "Medienforscher" vom Fraunhofer-Institut sagt.

Ich kann solche Fernseh-Debatten kaum noch ertragen, in denen eloquent vorgetragenen Oberflächlichkeiten gleichberechtigt neben dem fundierten Urteil eines renommierten Wissenschaftlers und Arztes stehen, der sich seit vielen Jahren mit der Schädigungswirkung von Medien befasst.

Ihre "Frühkritik" ist leider auch nur oberflächlich.

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Christian Riep

Kalter Kaffee?

Mag schon sein, daß sich Prof. Dr. Spitzer im Jauchschen Boulevardformat bemerkenswert unsouverän verkauft hat. Immerhin aber hat der Wissenschaftler Spitzer bereits früher eindeutig nachgewiesen, daß vermehrter Fernsehkonsum von Kindern - und vorrangig um Kinder ging es ihm auch hier - eine physiologisch verifizierbare Minderentwicklung des Gehirns zur Folge hat.
Kalter Kaffee? Wer das nicht erschreckend findet, darf natürlich seine Sprößlinge gern weiterhin hemmungslos fremddenken lassen, denn Klick reicht - geht sooo leicht.

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Christoph Schlenzig

Ein Vortrag macht kein Gespräch

Man merkt, dass Richard Precht lieber selbst gefragt wird und einem dann erklärt, wie die Welt funktioniert, statt der Frager in einem Gespräch zu sein, der interessante und spannende Erkenntnisse zu Tage fördert. Es war langweilig, zwei Männern zuzuhören, die verschwörerisch über einen kleinen Tisch gebeugt sich gegenseitig den Niedergang des Bildungswesens bestätigen - auch wenn die meisten Aussagen stimmen. Dieses Format nimmt den vielen nachdenklich machenden Aussagen leider seine Wirkung, denn es ist belehrend, besserwisserisch, schulterklopfend. Und reißerisch: 100.000 Stunden Unterricht im Leben bei 12 Jahren Schule? Das sind 8300 Stunden in jedem Schuljahr oder 200 Stunden in jeder Schulwoche bzw. 40 pro Schultag - da bleibt keine Zeit mehr zum schlafen. Oder solche Sendungen anzuschauen. Steve Jobs würde sagen: die haben's total vergeigt.

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Christoph Smets
Christoph Smets (csmets) - 03.09.2012 13:28 Uhr

Gegen Precht...

Seitdem ich heute diesen Artikel und in den letzten Tagen in der Print-Ausgabe das Porträt lesen durfte, gewinne ich den Eindruck: Die FAZ mag Herrn Precht nicht. Man kann bewusst lieber an Kants Kritik der Reinen Vernunft verzweifeln und ich persönlich habe eine Abenigung gegen "Ich erkläre Ihnen die Welt!"-Bücher entwickelt, seit ich herausgefunden habe, dass eigentlich alle nur eine Meinung vertreten und keine Einsichten. Trotzdem bleibt die Frage: Ist es nicht auch gut, dass ein "Pop"(was ist das eigentlich?)-Philosoph ein so gefragter Moderator und Erklärer ist? Besser als "Bohlen erklärt das Leben" wäre es doch allemal, oder?

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Otto Meier

„Kümmert euch um eure Kinder, dann verdummen sie schon nicht“. Was bedeutet das eigentlich?

Ranga Yogeshwar traf mit seiner Aussage sicherlich den Nagel auf den Kopf. Nur, wie soll das mit den gesellschaftspolitischen Ansprüchen zusammengehen, die es immer mehr Menschen nicht erlauben, sich selbst um ihre Kinder zu kümmern? Die zunehmende Fremdbetreuung schon ab Säuglingsalter führt zu einer zunehmenden Verwahrlosung von Kindern und Jugendlichen aller gesellschaftlichen Ebenen. Am Ende wird eine durch und durch neoliberale Gesellschaft stehen, deren Mitglieder zu emotionalen und sozialen Krüppeln verkommen sind. Etwas, das ich heute schon auf den Führungsebenen verwirklicht sehe.

So wie die Gesellschaft, sollte auch die Technik den Bedürfnissen des Menschen entsprechen. Umgekehrt wird es nicht funktionieren, der Mensch ist nämlich weder Nutztier, noch Maschine. Das aber scheint immer mehr in Vergessenheit zu geraten.

Soziale Kompetenz vermitteln Eltern besser als jede Fremdbetreuung und pädagogisch fitte Lehrer motivieren Kinder eher zum Lernen, als noch so gute Fachidioten

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.09.2012 10:37 Uhr
Otto Meier

Herr Fischer, Sie bestätigen mit Ihrer Frage genau das, was ich schrieb.

Selbstverständlich werden Eltern zu nichts gezwungen - direkt. Das ist ja der neoliberale Trick von der Freiheit, der diese Gesellschaft kaputt macht. Wer wollte den Floskeln von Freiheit und Selbstbestimmung, von Selbstverwirklichung und Selbstbestätigung, von Chancengleichheit etc. pp. schon ernsthaft widersprechen, oder?

Allerdings stellt sich mir da immer die Frage, wozu dann noch eine Gesellschaft, wenn sie allein auf dem St. Floriansprinzip beruht, auch wenn das deutlich euphemistischer ausgedrückt wird. Die Kehrseite der Freiheit in einer unfreien Gesellschaft, die wird nämlich tunlichst nicht genannt.

Sehen Sie, es paßt nicht zusammen, von Menschen zu erwarten, über 40 Jahre mehr als 2.500 Euro Einkommen monatlich zu erwarten, damit diese nicht der Altersarmut anheim fallen, ohne für entsprechende Arbeitsplätze zu sorgen. Und dasgleiche gilt auch für die Eltern. Vollzeitarbeit und Kindererziehung gehen eben nicht zusammen. Das ist gesellschaftspolitischer Nonsens.

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Paul Watson

Plump

Prechts Sendung war eine Schande für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Er hat eine vorgefertigte Meinung darüber, wie Schule verändert werden soll und lädt sich einen Gast ein, dem er nur die passenden Vorlagen geben muss, damit er genau das plaudert, was Precht will. Es gab keinerlei Diskurs. So plump hat man im ZDF noch nie versucht, das Publikum zu manipulieren.

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Franz Gerstheimer

Dosieren und Kümmern

Kindererziehung, Schule, Leistungsdruck, Medienkonsum: Eine großartige Spielwiese auf der Ideologen und Rattenhirnforscher Popanze aufbauen können, auf die sie hinterher mit viel Getöse einschlagen.

Pragmatisch betrachtet reduziert sich das Problem auf zwei Maßnahmen:
- Alles im rechten Maß und in kindgerechter Dosis
- Grenzen setzen und Verantwortung üben

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Ekke Hoffmann

Beide Sendungen und dieser Artikel zeigen dieselbe Entwicklung,

nämlich dass wir unseren intellektuellen Zenit überschritten haben. Aus der Geschichte kann man lernen, dass viele hochgebildete Kulturen im Laufe der Jahrhunderte verfallen sind. Sei es Ägypten, Griechenland oder das römische Weltreich. Ihnen nützten noch so viele Erfindungen letztendlich nichts. Der Taschenrechner bei uns verdrängte das Kopfrechnen, Fernsehen und Computer die Kommunikation, die Sprachfähigkeit und die Rechtschreibung. Die Rhetorik unserer Politiker - verglichen mit denen der 50iger und 60iger Jahren (Dehler, Erler, Wehner, Barzel, Strauß, Schmidt) ist doch beschämend. Die Schulnoten sind heute inflationär, verglichen mit dem Niveau von vor 30 Jahren. Lassen wir doch heute mal eine Abiturientenklasse die Abituraufgaben von vor 30 Jahren machen! Die Universitäten beklagen das Niveau der Studenten, die von den Gymnasien kommen, die Unternehmer das, der Schulabgänger (nicht ausbildungsfähig!). Auf diesem Hintergrund die 2 Diskussionen anzuhören, tat weh.

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.09.2012 21:28 Uhr
Gerd Hausmann
Gerd Hausmann (lassi79) - 03.09.2012 21:28 Uhr

Kulturpessimismus

"Aus der Geschichte kann man lernen, dass viele hochgebildete Kulturen im Laufe der Jahrhunderte verfallen sind."

Aus der Geschichte kann man genauso lernen, dass das Klagen der älteren Generation über die jüngere und den angeblichen Verfall von Kultur und Sitten eine durchgehende Konstante darstellt, die mehr mit persönlicher Wahrnehmung der Älteren als der Realität zu tun hat. Bevor ich also Ihren Vergleichen mit dem angeblichen Zustand von vor 30 Jahren glaube mag, würde ich dann doch gerne belastbare wissenschaftliche Studien sehen, z.B. bzgl. Leseverständnis, schriftlicher und mündlicher Ausdrucksfähigkeit, usw. Und zwar nicht nur auf eine gewisse bildungsbürgerliche Schicht bezogen, sondern auf die gesamte Bevölkerung.

Um ihren Anekdoten meine eigene entgegenzusetzen: Viele der sonst lese-unfreudigen Nicht-Akademiker in meinem Umfeld lesen und schreiben deutlich mehr, seit es das Internet gibt. Entsprechend haben sich Stil und Rechtschreibung stark verbessert.

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Ekke Hoffmann

Ihre persönliche Erfahrung gibt Ihnen vielleicht recht,

aber warum müssen Studenten, die mit einem Mathestudium beginnen dann Nachhilfestunden bzw. Vorbereitungskurse absolvieren, damit sie das Studium beginnen können? Diese Tatsache konnten Sie bereits mehrfach in der FAZ lesen.
Meine These ist, dass unser bisheriges und früheres Bildungssystem nicht so reformbedürftig sein kann, wie in den Talkshows dargestellt, denn mit dieser Bildung der Bürger wurde Deutschland nach der Zerstörung zum Exportweltmeister und hat ein duales Bildungssystem um welches uns die ganze Welt beneidet. Die Frage ist nur:können wir es mit den Entwicklungen, die sich derzeit abzeichnen, noch lange halten?

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Florian Knauth

Abitur

Ich habe mich auf mein Abitur 2007 in Mathematik u.A. mit alten Prüfungsaufgaben aus Bayern aus den 80zigern vorbereitet. Ich hatte damit keine Probleme und fand sie nich schwerer als meine eigenen Prüfungsaufgaben.

Diese Propaganda von wegen alles (die Gesellschaft, die Moral, die Menschen) würde degenerieren kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.
Sie scheint jedoch bei einigen Menschen tief verwurzelt zu sein.

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Jens Fabry M.A.

Hochkultur

Weil auf jede niedergegangene Hochkultur eine weitere folgte, befinden wir uns natürlich auch im Aufstieg einer "neuen Kultur" – Ein Hoch auf Aristoteles, der das alles schon gewusst hat. – Rhetorik dient einem Zweck – Der Mangel an Rhetorik ist ein Hinweis auf Veränderungen. Der Computer führt unter anderem Rechnungen (in einem Tempo) durch, zu denen Sie schlicht mit Kopfrechnen nicht in der Lage wären (es geht nicht nur um das kleine 1x1). – Und Ihre Heroen des Abiturs vor 30 Jahren würden heute keinen Deut besser abschneiden. - Wer heute über den Niedergang jammert (und vor 30 Jahren alles in den Himmel lobt), der muss sich wenigstens vor Augen führen, dass die vorherige Generation (aus Unfähigkeit) zu den heutigen Zuständen beigetragen hat. Mit dem Sirenengesang auf alte Zeiten kommt man nicht wirklich weiter.

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Christoph Smets
Christoph Smets (csmets) - 03.09.2012 13:48 Uhr

Andere Welt?

Ich stimme Ihnen teilweise zu, teilweise (ich kenne keine Abituraufgaben von 1982) auch nicht. In einer Welt auf die sie vielleicht eher verweisen, nämlich die 60er und 70er-Jahre (die auch ich nur aus Erzählungen kenne), gab es aber auch andere Bedarfe der Unternehmen: Ein Kfz-Mechaniker war Mechaniker, nicht Mechatroniker; Die Zahl der Anwälte betrug 1965 ungefähr 20.000, heute gut 155.000. Man konnte es sich also leisten, einer höheren Zahl von Schulabgängern lediglich Basis-Kenntnisse zu vermitteln, für die geringere Zahl von Gymnasiastian standen eine entsprechende Anzahl von "Elite-"Arbeitsplätzen zur Verfüngung.

Vielleicht steht das Ende unserer Zivilisation noch nicht ganz bevor. In einen System wie England studieren z. B. viele, die dies in Deutschland gar nicht in Betracht ziehen würden, dafür ist es nicht ungewöhnlich, trotz Studiums anschließend evtl. sogar als Verkäufer zu arbeiten. Die Elitenabgrenzung findet dann über die Wahl der Uni statt: Cambrdige oder Bolton.

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Werner Grunewald

Jauch und Precht in einem Artikel verwursten?

Bei Precht hat man Dinge gehört bzw. erfahren, für die man zwei oder mehr lustige Jauch-Sendungen und etliche dumme Aussagen mehr ertragen müßte, um auf denselben inhaltlichen Stand zu kommen. Beide Sendungen kann man gerne kritisieren, aber man sollte beide nicht in einem Artikel verwursten. Dazu war das Niveaugefälle zu steil.

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Chris Chaix
Chris Chaix (Chaix) - 03.09.2012 12:23 Uhr

Erziehung und Weiterbildung findet Zuhause statt

Nimmer endende sinnlose Diskussionen. Bisher hat DE nicht geschafft einheitliche Bildungsgesetze zu etablieren. Seit über 30J. experimentiert DE-Staat und Länder an Bildungsformen, empfohlen von Therapeuten/Wissenschaftler usw., auf Kosten Kinder und Generationen. Eltern laufen auch Zickzack und geraten in Konflikte mit Großeltern. Zudem werden div. unnötige Anpassungen für Migrantenkinder vorgenommen. In wie viele Facetten soll der Islam in Dt.-Schulen integriert werden? Islam ist nicht gleich Islam! Wie sollen junge Eltern, auch Migranten, es an ihren Kindern vermitteln?! Zeitgleich wurde Bildung, Kultur usw. abgebaut. Zwischenzeitlich werden Lehrer(innen) mit Migrantenhintergrund in Schulen eingestellt welche nicht einmal Dt.-Grammatik beherrschen. Therapeuten/Psychologen befolgen selber nicht Ratschläge welche sie an Patienten/Eltern u.a. empfehlen. Grundsätzlich findet Erziehung Zuhause statt. Eltern können es regeln und tragen Verantwortung wenn Kinder/Kids im Internet versinken!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.09.2012 15:01 Uhr
Jens Fabry M.A.

Erziehung und Weiterbildung findet überall statt

Meine These dazu ist einfach. Erziehung findet überall statt (weil sie über Erfahrung vermittelt wird). Die allgemeine Frage ist einfach die, wer kontrolliert die "Erfahrungsräume/Inhalte". – Der Staat möchte hier Regeln aufstellen – ist aber an Pluralität gebunden. Eltern (insbesondere Eltern mit Migrationshintergrund) möchten im neuen Umfeld Traditionen bewahren (und Ihre Religion ausüben). – Mich wundert, dass angesichts der zahlreichen Wiedersprüche ständig erwartet wird, dass könne verbindlich und einheitlich (wohlmöglich autoritär) geregelt werden. Wenn jeder Standard aufgegeben würde, fände ich das auch nachteilig, aber das neues ausprobiert wird ist unser Recht auf eigene Entscheidungen. – Das Internet (in seiner jetzigen Form) leistet nicht annähernd das, wozu es genutzt werden könnte. Es ist lächerlich, diesen Zustand gegen das Internet auszuspielen. Es wäre so, als würde man das Potenzial von Flugzeugen anhand der Dreifachdecker aus WWI beurteilen wollen.

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Hans Peter Gross

Kümmert euch um die Digitalo-Kids

Ich habe mich gewundert, dass beiden gegensätzlichen Positionen nicht auf die zu Grunde liegenden Faktoren eingingen: Wer lesen will, muss lesen. Wer rechen will, muss rechnen. Wer Fussballspielen will muss Fussball spielen. u.s.w. Tut er dass nicht, dann wird die im Gehirn dafür zugrunde liegende Schaltung abgebaut und anderweitig verwendet. Wenn einer immer nur mit dem Fussball bolzt aber nie liest, dann kann er natürlich nicht lesen. Wenn er am CP nur Daddelspiele ansieht und nie rechnet oder liest, dann kann er natürlich nicht lesen oder rechnen. Liest und rechnet er aber am CP, dann kann er lesen und rechnen. Die Kritiker müssen den Stunden langen Gebrauch sinnloser Spiele kritisieren aber nicht den PC, mit dem man auch sehr kreativ arbeiten kann. Aber ohne Lesen, Schreiben, Rechnen, logisches Denken, Wortschatz,Sprachgewandtheit hat man heute kaum Chancen. Wenn der CP das behindert, dann ist er schlecht angewendet, sonst nicht. Gute Motivation bleibt überall die beste Lernhilfe

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Rainer Egold

Precht und Jauch: Antiaufklärerisch

Ich stimme dem Autor im Grundlegenden zu und frage: Leisten nicht beide Sendungen, insbesondere aber die von Precht, das was sie zu kritisieren vorgeben: die Verdummung durch digitale Medien und die Schule? Allein provokante Thesen, die Anlass zum Nachdenken geben könnten, können das in einer Talkshow nicht; was beide Sendungen beweisen. Ihnen fehlt einfach die erforderlich Zeit und vielleicht auch das Interesse, um in die Tiefe der Probleme einzusteigen. Sie verharren an der Oberfläche, geben sich z. T. mit kruden Plattitüden zufrieden, wie der Behauptung von Hüther, die heutige Schule entspreche nicht den Anforderungen der Gesellschaft. Ich kann mit gutem Grund das genaue Gegenteil behaupten: die heutige Schule leistet eine hervorragende Anpassung an unsere antiaufklärerische, auf Dummheit bauende Konsumgesellschaft. Beide Sendungen offenbaren die Grenzen von "Volksbildung" durch das Medium Fernsehen, weil sie leicht das Gegenteil leisten: das schüren kruder Vorurteile.

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Hubert Appenrodt

Genuß an Intelligentem - Glückliche Lebensbereicherung

Zu Precht: Mir ist nach wie vor unbegreiflich, wieso ohne Not Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski („Das Philosophische Quartett") abgesetzt wurden. – Zu Jauch: Das nächste Thema lautet vermutlich „Droge Zucker, die gefährliche Sucht nach Süßem!“ – Ratgeber: Herausfinden, wer im www, in der Zeitung, im Hörfunk, im Fernsehen, im Buch, in der Nachbarschaft, in der Vorlesung, im Café, auf DVD oder CD and so on Kluges von sich gibt und darin, im täglich einstündigem Erkenntnisgewinn, Genuß an Intelligentem, mithin glückliche Lebensbereicherung erkennen und dankbar weitergeben...

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Kerstin Münstermann-Bodewig

Precht und/oder Jauch

Ich habe ja ne Menge Häme über Precht gelesen, er sei Pseudo-Philosoph etc.

Aber wenn ich nun die beiden Sendungen vergleiche, so bin ich doch begeistert davon, wieviel Inhalt Prechts Sendung im Vergleich hat m.a.W. welch wohltuend anderes Niveau dort herrscht.

Wenn Precht der "David Garrett" der Philosophie ist, dann ist Jauch der "Dieter Bohlen" der Unterhaltungssendungen. Jauch sollte Abstand nehmen von seriösen Themen, sollte bei pseudo-intellektuellen Ratesendungen bleiben oder "Stern TV" bleiben.

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Holger Merz
Holger Merz (HWM24) - 03.09.2012 10:21 Uhr

Was hat die eine mit der anderen Sendung zu tun

Da es in Herrn Prechts Sendung nicht um Digitalo-Kids ging, sondern ob wir es uns leisten können, unsere Kinder mit einem völlig antiquierten Schulsystem zu "bilden" bzw. auf die Zukunft vorzubereiten, geht die Kritik an der Sendung völlig vorbei. Jauchs Sendung habe ich nicht gesehen. Aber die Thesen über das Lernen, die der Hirnforscher mit Herrn Precht disktuiert hat, werden ihnen Pädagogen und Psychologen, aber auch Personalverantwortliche in Unternehmen etc. bestätigen. Wir haben ein Schulsystems, das in Zeiten entwickelt wurde, in den es darum ging, möglichst angepasste Schüler und Bürger zu entwickeln. Und das können wir uns nicht mehr leisten. Oder wollen wir das so? Warum gibt es denn Reform-/Versuchsschulen, die seit Jahren bei Pisa (mit) am besten abschneiden? Warum werden die dort gewonnenen Erkenntnisse trotzdem nicht übernommen? Was bedeutet dies gesamtwirtschaftlich? Diese Fragen wurden diskutiert und sie sind es wert, diskutiert zu werden. Daher weiter so, Herr Precht.

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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 03.09.2012 10:12 Uhr

Tatsachen

Mediziner lösen einen epileptischen Anfall zu Therapie-Zwecken durch Schlafentzug (u.a.viel Kaffee) und Lichtflimmern (das man kaum bemerkt) aus. Es gelingt bei typischen Patienten zumeist in ein paar Stunden. Auf einem ehem. US-Fliegerspiel für den PC ist der Hinweis zu lesen, dass es nichts für Personen ist, die epileptische Probleme haben. Es wird von der Nutzung dringend abgeraten. Ich denke im ersten Fall an die fernsehtypische Situation und im zweiten Fall an die US-Haftungspflicht bei Produktanwendungen. Dass alle chem. Sucht-stoffe nervliche Auswirkungen haben, bestreitet niemand mehr. Wieso versucht man das bei den physikalischen Reizungen zu verharmlosen? Bricht sonst die Elektronikindustrie weg?
Intelligente Eltern schaffen tatsächlich die Elektronik ab, sofern sie überwiegend der Reizüber-
flutung dienen.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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