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Grimme-Preis 2010 Das Zweite kann auch unterhaltsam sein

10.03.2010 ·  Das ZDF ist der große Gewinner beim Grimme-Preis 2010. Überraschenderweise gingen auch im Unterhaltungssektor die zentralen Auszeichnungen an den Mainzer Sender. Die Privatsender konnten hingegen bei den Informationssendungen die Dominanz der öffentlich-rechtlichen Sender brechen.

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Bei den diesjährigen Grimme-Preisen ist das ZDF mit gleich sechs Auszeichnungen der große Gewinner. In der Kategorie Fiktion erhielt der Mainzer Sender vier von fünf Preisen. Geehrt wurden unter anderem der Krimi „Kommissar Süden und der Luftgitarrist“ von Regisseur Dominik Graf und das Drama um ein tödliches Sexualverbrechen „Ein halbes Leben“.

Die traditionelle Dominanz der öffentlich-rechtlichen Sender erstreckte sich bei den diesjährigen Auszeichnungen auch auf die Kategorie Unterhaltung. Preise erhielten die ZDF-Nachrichtensatire „heute-show“ mit Oliver Wilke und Martina Hill sowie das Talkformat „Inas Nacht“, eine Produktion von ARD und NDR. Ina Müller gelinge es, auf freche aber dennoch sehr charmante Art, ihre prominenten Gäste nicht nur zum Singen und Tanzen zu animieren, sondern sie auch aus dem Nähkästchen plaudern zu lassen, begründete die Jury ihre Wahl.

Privatsender dominieren den Informationsbereich

Ein „Novum“ konnte Grimme-Direktor Kammann in der Kategorie Information & Kultur verkünden, die in der Regel fest in öffentlich-rechtlicher Hand ist. Mit „Galileo Spezial - Karawane der Hoffnung“ (ProSieben) und „Tabubruch - Der neue Weg von Homosexualität im Fußball“ (DSF) wurden zwei der insgesamt fünf Preise an private Sender vergeben.

Insgesamt wurden bei den Grimme-Preisen zwölf Produktionen in den Bereichen Fiktion, Information & Kultur sowie Unterhaltung ausgezeichnet. Nominiert waren 52 Beiträge, die die Jury aus 582 eingereichten Vorschlägen ausgewählt hat. Keinen Preis erhielten in diesem Jahr trotz Nominierung Bastian Pastewka und Anke Engelke für ihre Auftritte als Volksmusik-Duo Wolfgang und Anneliese. Als preisverdächtig hatte im Vorfeld auch Harald Schmidt mit der Generalüberholung seiner Late-Night-Show gegolten. Verliehen werden die Grimme-Preise am 26. März im Theater Marl.

Grimme-Preis 2010

Fiktion

„Kommissar Süden und der Luftgitarrist“ (ZDF)
„Frau Böhm sagt nein“ (WDR) (siehe Lehrreich: Senta Berger im Fernsehfilm „Frau Böhm sagt nein“)
„Ein halbes Leben“ (ZDF)
„Mörder auf Amrum“ (ZDF)
„Die Wölfe“ (ZDF)

Unterhaltung

„Inas Nacht“ (ARD/NDR)
„heute-show“ (ZDF) (siehe Die erste „heute-show“ im ZDF)

Information & Kultur

„Eisenfresser“ (BR/Arte/rbb)
„Henners Traum“ (ZDF)
„Tiananmen“ (WDR/Arte/NDR)
„Galileo Spezial - Karawane der Hoffnung“ (Pro Sieben)
„Tabubruch“ (DSF)

Sonderpreis des Landes NRW:

„Willi wills wissen - Wie macht der Künstler Kunst?“ (BR)
Preis Marler Gruppe „360 Grad - GEO Reportage: Die Bambusbahn von Kambodscha“ (Arte)
Fechner-Stipendium VG Bild-Kunst: „Der innere Krieg“ (ZDF)
Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes: Alexander Kluge

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