08.01.2008 · Kein roter Teppich, keine Fernsehgala, kein strahlender Star, der sich den Weg auf die Bühne bahnt, um für den Preis zu danken: Die Preisträger der Golden Globes sollen diesmal mittags verlesen statt abends groß gefeiert werden. Sie haben es so gewollt.
Wegen des Streiks der amerikanischen Drehbuchautoren ist die diesjährige Gala der Golden Globes abgesagt worden. Wie die Hollywood Foreign Press Association (HFPA) am Montag mitteilte, werden die Gewinner des Film- und Fernsehpreises nun am kommenden Sonntag auf einer einstündigen Pressekonferenz bekannt gegeben. Auf NBC werde darüber live berichtet.
HFPA-Präsident Jorge Camara sagte, sie seien sehr enttäuscht, dass die traditionelle Preisverleihung in diesem Jahr nicht stattfinden werde und Millionen von Zuschauern auf der ganzen Welt nun nicht sehen könnten, wie ihre Stars die filmischen Leistungen des Jahres 2007 feierten. Die 65. Golden-Globes-Verleihung der Hollywood-Auslandspresse sollte am 13. Januar in Los Angeles stattfinden. Die Gala wird gewöhnlich auch im Fernsehen übertragen.
Solidarität mit den Autoren
Wegen des anhaltenden Autorenstreiks hatten sich Medienberichten zufolge nominierte Schauspieler solidarisch erklärt und angekündigt, dass sie nicht die Streikpostenkette der Autorengewerkschaft passieren würden, um an der Zeremonie teilzunehmen (siehe auch: Stars boykottieren Golden-Globe-Gala).
Größter Favorit in diesem Jahr bei den Golden Globes ist der Kinofilm „Abbitte“ mit Keira Knightley und James McAvoy. Die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Ian McEwan wurde sieben Mal für die Auszeichnung nominiert und erhielt damit die meisten Nominierungen. Die Produktion „Der Krieg des Charlie Wilson“ mit Tom Hanks und Julia Roberts bekam fünf Nominierungen, „Michael Clayton“, „No Country for Old Men“ und „Sweeney Todd“ jeweils vier. Die Veranstaltung gilt als Gradmesser für die Verleihung der Oscars. Ausgezeichnet werden in 25 Kategorien Film- und Fernsehproduktionen.
Im Vorjahr waren unter anderen Regisseur Martin Scorsese, Comedystar Eddie Murphy, Alejandro Inarritus Film „Babel“, Sacha Baron Cohen („Borat“) und Helen Mirren ausgezeichnet, die Preise für ihre Darstellung zweier britischer Monarchinnen gewann - Elisabeth I. in Stephen Frears' gleichnamigem Fernsehfilm und Elisabeth II. in dem Kinofilm „The Queen“ (siehe auch: Golden Globes: Helen Mirren zweifache Königin).