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Angeklagte unverpixelt gezeigt : „Bild“-Reporter von IS-Prozess ausgeschlossen

  • Aktualisiert am

Bild: AP

Am Montag hat in Celle der Prozess gegen zwei mutmaßliche IS-Kämpfer begonnen. Die „Bild“-Zeitung zeigte die Angeklagten unverpixelt – und wurde vom weiteren Prozess ausgeschlossen.

          Vor dem zweiten Verhandlungstag im Prozess gegen zwei IS-Rückkehrer aus Wolfsburg hat das Oberlandesgericht in Celle einen Reporter der „Bild“-Zeitung vom Prozess ausgeschlossen. Entgegen der Anordnung des Gerichts hatte „Bild.de“ die Angeklagten unverpixelt gezeigt.

          Wie der Branchendienst „Meedia“ berichtet, hatte Julian Reichelt, Chefredakteur von „Bild.de“, am Mittag des ersten Verhandlungstags entschieden, sich der Anordnung zu widersetzen. Am späten Nachmittag teilte eine Gerichtssprecherin dem Reporter mit: „Nachdem Sie gegen die mit der Akkreditierung verbundene Absprache, Fotos der Angeklagten nur verpixelt zu veröffentlichen, verstoßen haben, hat der Vorsitzende in Ausübung des ihm übertragenen Hausrechts entschieden, dass die Akkreditierung für Ihr Medium verloren geht.“

          Über Twitter kündigte Julian Reichelt an, den Ausschluss nicht hinzunehmen.

          Vor Gericht stehen zwei 26 und 27 Jahre alte Deutsch-Tunesier, die sich 2014 in Syrien und dem Irak der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen haben sollen. Der eine soll gekämpft haben, der andere stand laut Anklage kurz davor, einen Selbstmordanschlag in Bagdad zu begehen. Zu Prozessauftakt am Montag hatte der 27-Jährige einen Einblick in seinen Weg von einer Einladung zum Gebet in Wolfsburg bis auf das Schlachtfeld im Irak gegeben. Der Mann soll an diesem Dienstag befragt werden. Den beiden jungen Leuten drohen bis zu zehn Jahren Haft.

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