Home
http://www.faz.net/-gsb-75o3x
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Gema gegen Youtube Wenn zwei sich streiten

Der Konflikt zwischen Youtube und der Gema um die Vergütung von Musikvideos kommt nicht voran. Über die umfangreiche Sperrung von Musik ärgern sich vor allem die Fans.

© dpa Vergrößern Ban Ki Moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen trifft den Musiker Park Jae-sang, Botschafter einer neuen Welt.

Ginge es nach deutschen Regeln, hätte der südkoreanische Musiker Park Jae-sang in den vergangenen sechs Monaten viereinhalb Millionen Euro verdient. Und zwar allein damit, dass sich Millionen von Menschen auf der ganzen Welt ein Youtube-Video von ihm angesehen haben. Der Zähler des vierminütigen Clips „Gangnam Style“ des Rappers „Psy“ steht bei 1,161 Milliarden Besuchen.

Es geht allerdings nicht nach deutschen Regeln, nicht einmal hierzulande. Stattdessen ging das Popspektakel fast klanglos an Deutschland vorüber. Das Video ist gesperrt. Und so wie der „Gangnam Style“ nur eine Episode in der neuen Medienlandschaft ist, ist auch der aktuelle Konflikt zwischen Youtube und der deutschen Rechteverwertungsgesellschaft Gema nur eine weitere Etappe eines Jahre währenden Streits. Während fortlaufend Gerichte beschäftigt sind, über Berufungen zu entscheiden, die nach Urteilen stets von beiden Seiten beantragt werden, kommt der Kulturraum der jungen Deutschen unter die Räder.

Der Klick für ein Video soll 0.375 Cent kosten

Aktuell beschwert sich die Gema bei der Schiedsstelle des deutschen Patent- und Markenamts darüber, dass Youtube beim Aufruf in Deutschland gesperrter Videos behauptet, die Gema habe erforderliche Musikrechte nicht eingeräumt. Diese Aussage ist der staatlich legitimierten Verwertungsgesellschaft zu einfach, denn so kategorisch wie es scheint, verhalte sich die Gema in den Angelegenheiten gar nicht. Sie wolle lediglich 0.375 Cent pro Aufruf eines jeden Videos, für dessen Rechteverwertung sie sich zuständig sieht.

Gestritten wird aber nicht nur über den Preis, den Youtube, wie Google behauptet, nicht kategorisch zu zahlen ablehne, sondern auch über den Charakter der gegenseitigen Zugeständnisse, die dem Geschäftsmodell von Youtube bislang nicht entsprächen. In 45 Ländern komme Youtube mit Rechteverwaltern zurecht, teilte Googles deutsche PR-Agentur mit. In Deutschland ist man sich aber auch nach vier Jahren Dauerstreit nicht einig.

Mehr zum Thema

Nun fordert die Gema von Youtube Schadenersatz in Höhe von 1,6 Millionen Euro, weil es trotz umfangreicher Sperren noch immer frei zugängliche Videos gebe. Park Jae-sang wird das ziemlich egal sein, seinen deutschen Fans nicht.

Quelle: FAZ.net

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Videoportal Warum Youtube noch immer keinen Gewinn macht

Milliarden Abrufe, Milliarden Werbeeinnahmen - eigentlich ist Youtube eine Erfolgsgeschichte. Nur finanziell spielt die Google-Tochter offenbar noch keinen Profit ein. Ein Grund: Die meisten Nutzer benehmen sich nicht wie Teenager. Mehr

26.02.2015, 05:41 Uhr | Wirtschaft
Video-Plattform Psy hat Youtube kaputt gemacht

Öfter als zwei Milliarden Mal wird kein Video dieser Welt angeklickt, dachte sich Google, und programmierte Youtube so, dass es nicht weiter zählen kann. Aber der Konzern hat die Rechnung ohne den Gangnam Style gemacht. Mehr

04.12.2014, 11:28 Uhr | Aktuell
Youtube Kids Videos für Kind und Kommerz

Youtube bindet nun auch die ganz Jungen an sich: Ihnen werden kindgerechte Videos geboten, den Eltern Sicherheit und Kontrollmöglichkeiten - und den Werbepartnern neue Kunden. Mehr Von Felix-Emeric Tota

25.02.2015, 14:40 Uhr | Feuilleton
Hilfe, die Hühner sind los! Ist das der Nachfolger von Gangnam Style?

Die chinesische Sängerin Rong Wang ist möglicherweise Schuld an der neuen Ohrwurmwelle: Mit ihrem Hühner Song Chick Chick hat sie schon für über eine Million Klicks auf Youtube gesorgt. Mehr

02.12.2014, 16:32 Uhr | Gesellschaft
Eklat um Fanta-Werbung Zeitreise in eine historische Sackgasse

Coca-Cola fängt sich gerade mit einem Werbeclip für Limonade einen Proteststurm im Netz ein: Die Marke Fanta entstand 1940 in Deutschland. Da erscheint fröhlicher Retrochic doch ziemlich fehl am Platz. Mehr Von Felix-Emeric Tota

27.02.2015, 15:04 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 11.01.2013, 16:13 Uhr

Der rationale Mönch

Von Michael Hanfeld

Was hatte es mit der Rolle, die Leonard Nimoy in „Raumschiff Enterprise“ spielte, eigentlich auf sich? Der eisgekühlte Besserwisser, für den ihn alle hielten, war Mr. Spock jedenfalls nicht. Mehr 3