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Veröffentlicht: 01.05.2014, 09:53 Uhr

Fernsehen Heinz Schenk ist tot

Der „Blaue Bock“ machte ihn berühmt, sein hessischer Zungenschlag, mit dem er über Jahrzehnte das deutsche Unterhaltungsfernsehen prägte, bleibt unvergessen. Jetzt ist Heinz Schenk mit 89 Jahren gestorben.

© dpa Bildergalerie: Heinz Schenk ist tot

An Spitznamen hat es Heinz Schenk nicht gefehlt: Als „Ebbelwoi-Babbler“ oder „hessisches Schlappmaul“ wurde er als Fernseh-Wirt des „Blauen Bock“ bekannt. 21 Jahre lang moderierte der Entertainer die legendäre TV-Sendung, bis er sich 1987 verabschiedete. Am frühen Donnerstagmorgen ist Heinz Schenk nun im Alter von 89 Jahren in seinem Wohnort Wiesbaden gestorben.

Der schlagfertige Schenk benötigte weder Teleprompter noch Gagschreiber. Die Texte im „Blauen Bock“ schrieb er selbst. Auch nach dem Ende der Bembel-Sendung blieb Schenk im Fernsehen aktiv. Nachdem er die 80 überschritten hatte, zog er sich jedoch immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Sein Haussender, der Hessische Rundfunk, feierte ihn zuletzt 2007 mit einer eigenen Sendung.

Bis zu 20 Millionen Zuschauer

Die steile TV-Karriere Schenks, der aus der Fastnachtshochburg Mainz stammte, ist untrennbar mit dem „Blauen Bock“ verbunden. Die Sendung gehörte zur goldenen Ära des deutschen Fernsehens. Bis zu 20 Millionen Menschen schalteten die Sendung regelmäßig ein.

Heinz Schenk gestorben © dpa Vergrößern Zusammen mit Lia Wöhr brachte er bis ins Jahr 1987 rund 125.000 Liter Apfelwein unter das Fernsehvolk

Von 1966 an lud Schenk zur besten Sendezeit insgesamt 208 Mal als Wirt und Oberkellner in den „Blauen Bock“ ein. Mit seiner Fernsehpartnerin Lia Wöhr schenkte er bis Ende 1987 rund 125 000 Liter Apfelwein aus der traditionellen Äppelwoi-Kanne aus und verteilte rund 6500 „Ehrenbembel“ an alle Gäste. Schenk war aber nicht nur der Babbler, sondern auch der Kopf der Sendung. Er lieferte die Ideen. Neben den Texten schrieb er auch fast alle Lieder selbst.

Schenk wurde am 11. Dezember 1924 in Mainz als Sohn eines Drogisten und einer Tänzerin geboren. Seine spezielle Begabung zum Frohsinn zeigte sich recht früh. Schon als Kind funktionierte er den Beichtstuhl im Dom zum Kasperletheater um. Fast wurde er vom Bischof der Schule verwiesen.

„Isch kann so net abbeide“

Mit kaum zehn Jahren stand Schenk bereits zum ersten Mal in der Bütt. Nach dem Krieg wechselte der gelernte Schauspieler nach Kabarett-Auftritten zum Radio, wo er wie Hans-Joachim Kulenkampff und Peter Frankenfeld Auftritte im „Frankfurter Wekker“ hatte, der legendären komödiantischen Frühsendung des Hessischen Rundfunks. 1966 wurde er Nachfolger von Otto Höpfner im „Blauen Bock“.

1987 verabschiedete sich das „Schlappmaul“ vom „Blauen Bock“ - zum Abschluss gab es nochmals eine Traumquote von 15,9 Millionen Zuschauern. Schenk widmete sich dann wieder verstärkt der Bühne. Der oft unterschätzte Schauspieler wurde zu einer Stütze am Frankfurter Volkstheater. Zu seinen Paraderollen gehörte 1991 „De Geizhals“, die hessische Version von Molières „Der Geizige“.

Selbstironie zeigte Schenk 1992 mit einem Auftritt in Hape Kerkelings Film „Kein Pardon“. Dort spielte er einen alternden intriganten Showmaster, der seinen Assistentinnen nachstellt.

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Zu den Hobbys Schenks, der in Wiesbaden lebte, gehörten das Skatspielen, das Gärtnern und die Fotografie. Und er war - in seinem Alter eher ungewöhnlich - ein Computerfreak. Mit seiner Frau Gerti - einer gelernten Friseurin - war er seit dem Jahr 1951 verheiratet. Gerti starb bereits im Dezember 2013. „Ich habe meine große Liebe verloren. Ich werde sie nie vergessen und bin unendlich traurig“, sagte Schenk damals.

Glosse

Alex liest Agatha

Von Andreas Rossmann

Das Aussterben der gemütlichen, kleinen Buchläden geht weiter. Aber manche haben Kunden, die das nicht hinnehmen wollen. Und etwas dagegen tun. Mehr 1 7

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