09.01.2013 · Fritz Pleitgen war Chef des WDR. Sein Herz schlägt für das journalistische Fernsehen. Doch gilt das auch für die heute Verantwortlichen in der ARD und im öffentlich-rechtlichen Rundfunk?
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Dokumentation, Reportage, Talkshow, Kulturmagazin, Rundfunkbeitrag, Beitragservice
Für jemanden, der seit Jahren Rundfunk nicht konsumiert, bizarre Wörter.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört abgeschafft, ebenso die skandalösen Zwangsabgabe dazu!
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und alle Qualitätsdebatten
sind bloß noch ein Vorwand, um den Regierenden eine
propagandistische Bühne zu schaffen, damit sie sich ihrem Wahlvolk
möglichst unterhaltsam präsentieren können, oder auch, um
den Leuten das Märchen vom sicheren Sparkonto zu erzählen.
Ein zweikanaliges unterhaltungsfreies deutschlandweites Fernsehprogramm
und drei deutschlandweite Rundfunksender mit einem ausdrücklichen
Bildungsanspruch reichen aus. Der Niveauanspruch sollte sich am Niveau
der früheren BBC orientieren und darf als Bildungsauftrag auch
steuerfinanziert sein.
Fernsehen in der bisherigen Form (ARD&ZDF) ist im Zeitalter des
Internets, der "Grundversorgung" mit Wikipedia & Co.,
obsolet.
Unterhaltungsprogramme auf der Grundlage von Zwangsgebühren sind
eine Frechheit!
Privaten Sendern, die gewissen Bildungs- und Qualitätsstandards
genügen, können einige Steuervergünstigungen
eingeräumt werden, oder der eine oder andere Förderpreis
verliehen werden.
Der Mann tut ja so als ob sich die ARD einem Wettewerb stellen müsse,
die Finanzierung des Unternehmens ist mehr oder weniger gesichert, man
muß nur darauf achten nicht zu viel Geld aus dem Fenster zu
werfen. Der Staatsvetrag sorgt für Nachschub.
PS:Kann mir jemand genauer sagen wer diese Verträge zur
Finanzierung der öffentlichen Rundfunkbedürfnisanstalten
unterschrieben hat?
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat m.E. zwei
Möglichkeiten.
1) Konsequente Ausrichtung an der Quote unter Vernachlässigung des
(gesetzlich verankerten) Grundversorgungsauftrags. Dann aber bitte ohne
die steuerliche Finanzierung, die die Rundfunkgebühr neuerdings de
facto ist.
Was aber haben die Öffentlich-Rechtlichen davon, sich unnötig
in der mörderischen Konkurrenz eines Quotenkriegs aufzureiben?
2) Konsequente Orientierung am Grundversorgungsauftrag. Das
schließt weder Unterhaltung noch Qualität aus. Die lokalen
Tageszeitungen machen es vor - auf hohem Niveau und gleichzeitig ohne
den elitären Dünkel, den Kritiker stets wittern, wenn von den
Öffentlich-Rechtlichen Qualitätsfernsehen eingefordert wird.
Hier hätten ARD und ZDF die Chance, wieder zu der unangefochtenen
Marke zu werden, die sie einmal waren - ganz ohne Konkurrenz und bei
gesicherter Finanzierung. Anbieter in anderen Branchen würden dem
Herrgott auf Knien danken für so ein Geschäftsmodell!