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Karl-Heinz von Hassel : Der stets korrekte Kommissar

Mann ohne Lobby, aber mit Fliege: Karl-Heinz von Hassel. Bild: dpa

Im Alter von 77 Jahren starb der Hamburger Schauspieler, der dem Frankfurter Tatort Gesicht und Fliege lieh, in seiner Heimatstadt.

          Bei seinem Namen hakt die Erinnerung vielleicht einen Augenblick, bei der Zuschreibung seiner Rolle garantiert nicht: Karl-Heinz von Hassel war der „Mann mit der Fliege“, der stets korrekt auftretende „Tatort“-Kommissar Edgar Brinkmann aus Frankfurt. Achtundzwanzig Mal trat von Hassel im „Tatort“ zum Dienst an, von 1984 bis 2001. Dann wurde er, um jüngeren Platz zu machen, als Ermittler in den Ruhestand geschickt. Für den hessischen „Tatort“ begann damit eine Zeit der Um- und Neubesetzungen, die bis in die jüngsten Tage reicht.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Für Karl-Heinz von Hassel jedoch ergab sich die Gelegenheit, in derselben Rolle zurückzukehren, nur unter anderen Vorzeichen. 2003 hieß es „Fliege kehrt zurück“, aus dem Krimi wurde eine Komödie. Die legte der Hessische Rundfunk jedoch nur zwei Mal auf, was dem Schauspieler bitter aufstieß. Er habe mit der Rolle des beharrlich ermittelnden, aber unspektakulär auftretenden Polizeibeamten in Senderkreisen nie eine Lobby hinter sich gebracht, wie dies andere vermochten, sagte von Hassel seinerzeit.

          Von Fassbinder zum Tatort

          Im Fernsehen war er seit den sechziger Jahren präsent, in Dokumentarspielen von Franz Peter Wirth im ZDF, in den Literaturverfilmungen „Wie eine Träne im Ozean“ und „Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von Trenck“ oder in Gastrollen in diversen Krimis. 1960 spielte von Hassel in Gustaf Gründgens’ berühmter Filmversion von Goethes „Faust“ die Rolle des Erzengels Michael.

          In den siebziger Jahren zählte von Hassel zum Schauspielerkreis des Regisseurs Rainer Werner Fassbinder. Er spielte in „Bolwieser“, „Die Ehe der Maria Braun“, „Berlin Alexanderplatz“, „Lili Marleen“, „Lola“ und „Querelle“. In den Achtzigern war von Hassel in Fernsehmehrteilern wie „Wallenstein“ und „Die Buddenbrooks“ zu sehen. In den letzten Jahren war er am Theater engagiert. Am Dienstag ist Karl-Heinz von Hassel in Hamburg im Alter von 77 Jahren gestorben.

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