13.11.2012 · Die Insolvenz der „Frankfurter Rundschau“ war absehbar, dennoch ist es ein trauriges Datum für Zeitungsleser in ganz Deutschland. Eine Art Nachruf.
Von Peter KörteRichtlinien für Lesermeinungen
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In meiner Jugend (vor 50 Jahren) war die FR DIE Familenzeitung mit
Betonung auf den Frankfurter Lokalnachrichten. Die konsequent penetrant
linke Ausrichtung, verbunden mit aufdringlich erhobenem moralischen
Zeigefinger in Form der unentwirrbar meinungsdurchwirkten Nachrichten
hat mich sehr bald abgestoßen und in die Arme der FAZ getrieben.
Ohne zu wissen, wie schlecht es um die FR aktuell steht, schaute ich
kürzlich mal wieder in ihre Online-Ausgabe und war entsetzt
über diesen Tendenzjournalismus. Zum Beispiel ein Artikel über
"Polizeigewalt in Frankfurt" (andere Gewalt hat für die
FR schon in den Sechzigern nicht existiert): In Qualität und Tenor
wie aus einer kommunistischen Schülerzeitung. Wer soll denn ein
solches Blatt noch kaufen? Und wer darin inserieren? Ein solcher Geist
kann doch nur noch eine kleine Kerngemeinde von
Achtundsechziger-Betonköpfen ansprechen. Aber allein davon kann
eine Zeitung nicht leben. Sie hat ihr Ende selbst verschuldet und
redlich verdient.
Wenn ich dann auf FAZ-Online "Homestorys" zu Unternehmen lese und gleich daneben ist die passende Werbung geschaltet, nun, dann kann ich sicherlich davon ausgehen, dass ich es mit einer objektiven und sachlichen Berichterstattung zu tun habe. Solcherlei Scherze hat sich die FR (fast) nicht erlaubt und schon alleine dafür gebührt ihr mein Respekt. Wer nicht mit Meinungen umgehen kann, sollte vielleicht gar keine Zeitungen lesen, denn selbst bei wie auch immer gefärbter Berichterstattung liegt es an mir selbst, was ich an Informationen aus dem gelesenen/gehörten ziehe und welche Meinung ich mir bilde. Ist zwar anstrengend, aber man stirbt nicht daran, wenn man seinen Denkapparat benutzt.
Oh jauchzet und frohlocket (oder neudeutsch: "rejoice!")
Ein guter Tag. Trotzdem schade. Diese Zeitung war früher mal kleinbürgerlich-sozialdemokratisch, meine Eltern hatten sie abonniert, sie gehörte für mich -als Kind und Jugendlicher- jahrelang zur Morgenlektüre. Von vielen wurde die FR der FAZ traditionell wegen ihres lesefreundlicheren und "ansprechenderen" Layouts der FAZ vorgezogen (das ist kein Witz!). Im Internet kam die FR jedoch nicht ansatzweise an die Präsenz der FAZ heran; das war wohl der Anfang vom Ende. Die andere Sache war eine Radikalisierung in ihrer politischen Ausrichtung; es sei nur an die Dämonisierung von Roland Koch erinnert. Nun, die FR und ihre im grünlinken Wolkenkuckucksheim residierenden Schreiberlinge erhalten nun die Quittung. Manchmal -ganz selten- ist die Welt eben doch gerecht.
Wenn ich mal im Flugzeug daneben griff oder keine FAZ mehr vorrätig war,
wurde mir beim Lesen notgedrungen schlecht. Ich fragte mich immer, wie ein excellentes Unternehmen wie die Lufthansa dieses Blatt listen konnte. Aber Gott sei Dank gibt es ja im Flugzeug diese Tüten und so wurde alles wieder gut...
Das linke Kampfblatt hat sich überlebt. Seinen Inhalt bieten taz,
SZ und das Internet genauso.
Das Publikum interessiert die ewige Wiederkehr des Gleichen nicht mehr.
Wenn die SPD will, dann kann sie ja einige Millionen zuschießen.
Ein großer Verlust für die Zeitungslandschaft !
...selbst zwar nie dauerhafter Leser der FR bedauer ich ihren Untergang
dennoch zutiefst. Lese ich mir hier so manche Kommentare durch, wird mir
aber auch klar, das man mit diesem Volk als Zeitung keinen Start mehr
gewinnen kann.
Unfähig Nachrichten, Meldungen und Meinungen zunächst einmal
einfach zu lesen, wird zerrissen und abgelehnt und auf solche
"Zeitungen" wie die "Junge Freiheit" verwiesen, die
den Namen "Zeitung" kaum wert ist. Denn was für
Nachrichten liest man dort? Richtig. Keine. Man liest die Meinung die
man als Hinterzimmer-Nationalist schlimmstenfalls kopfnickend unbedingt
immer schon mal lesen wollte. Mehr ist es dann aber auch nicht, und
dafür könnte man sich auch gleich selbst eine Zeitung drucken.
Schade ist es nur um die Pressevielfalt in Deutschland. Aber in Zeiten
von 1:30 Min. Headlines und Geiz-ist-Geil ist es halt schwer, noch
wirkliche Leser zu finden. Und das gilt für alle Zeitungen. Egal ob
regional oder überregional, wir haben das Lesen verlernt.
Die Frankfurter Rundschau hat sich überlebt und war zuletzt nur eine TAZ für etwas ältere Leser. Die üblichen linken Parolen, keine Meinungsvielfalt und keine originellen Köpfe. Wer will das lesen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 11:15 UhrKein Grund zur Trauer
Nur der, an AltersStarrsinne leidende SOZI, lässt sich gern durch linke Medien manipulieren ! Er brauch die vorgegebenen Meinungen linker Scharfmacher, um mit sich und seinen vorgefassten Meinungen im Reinen zu sein. So einfach ist ein SOZILeben. Ein Leben nach dem Handbuch der Genossen. Doch toll ! Oder ? Nicht Denken oder Nachdenken zu müssen ! seinen angestauten Frust der komischen Gestalt bei der Rasur im Spiegel seine Meinung blasen. BASTA
Ja, die Einseitigkeit und Moralisiererei hat den Leuten nicht gefallen. Claudia Roth und FR sind gefallen, Empörung allein ist kein Charakternachweis.
Links/Rechts, Gut/Böse und Schwarz/Weiß
Mittlerweile wenig erstaunlich, dass hier die inhaltsleichten, wenn
nicht inhaltslosen Posts die meiste Zustimmung erhalten. Sich mal mit
einer gut fundierten anderen Meinung auseinander zu setzen hat aber noch
niemandem geschadet und die FR war zumindest damals als ich sie sie las,
eine gute Zeitung. Ich las übrigens parallel die FR und die FAZ
(falls das mich und mein Argument retten kann :).
Links ist böse und rechts ist gut ist natürlich das
schlichtere und für gewisse Geister damit vermeintlich bessere
Weltbild, das verstehe ich irgendwie schon...
trauriges Datum für Zeitungsleser in ganz Deutschland?
Also ich freue mich und die Umwelt freut sich mit mir!
Der Staat sollte ein Rettungspaket schnüren
aus sentimentalen Gründen.
Mitterweile sind die Redaktionen deutscher Zeitungen nachweislich ja
fast ausschließlich von Grün/Links-Anhängern
bevölkert. Liberal oder konservativ ist heute kein Teil der Medien mehr.
Natürlich gibt es eine Berechtigung für Linke und Grüne
Meinungsmache. Wenn es aber nur noch diese gibt, dann klinken sich die
Leser und Leserinnen anscheinens aus. Warum eine Zeitung kaufen, wenn
ohnehin überall das Gleiche steht?
Mehr Meinungsvielfalt würde helfen. Denn diese, und auch der
Respekt vor Andersdenkenden, gehört zu einer Demokratie.
In den letzten Tagen wurde auch auf der faz eindeutig gefordert, dass
die CDU auch ihre letzten konservativen Aushängeschilder
zurücknehmen solle.
Ihr würde das gleiche geschehen wie der SPD und der Frankfurter
Rundschau.
Die Bürger und Leser wollen Vielfalt, klare Standpunkte und vor
allem ein Gegengewicht zum Establishment. Bedenkt dies bitte, liebe
faz-Redakteure.
Ach, hören Sie doch auf
Eben, ich bin ja auch für weniger Meinungsmache und lediglich das
Publizieren von Fakten. Das passiert nur leider selten.
Wie gesagt, die Umfragen in den Schreibstuben unserer Journalisten denke
ich mir ja nicht aus.
Es findet sich halt anscheinend fast ausschließlich ein bestimmtes
Klientel in den Redaktionen, die eben auch ihren ganz bestimmten Blick
auf die Welt haben. Das hat ja auch seine Berechtigung, ist aber leider
etwas einseitig.
Ob ich den Spiegel, die Süddeutsche, die Zeit, die taz etc. lese
macht garkeinen Unterschied. Von den Medien von ARD und ZDF muss ich
garnicht sprechen. Mal davon abgesehen, dass man da mittlerweile auf
einem Niveau angekommen ist...
Und ich bitte Sie, wenn Ihnen als einziges Beispiel der Bayernkurier
einfällt, dann ist das schon entlarvend. Ich komme nicht aus Bayern
und lese den Bayernkurier auch nicht.
Mehr Vielfalt wagen, dann klappts vielleicht, wie in der Politik, mit
dem Ankommen. Gegen den Strom schwimmen half z.B. auch bei der Weltwoche.
Wenn Sie "klare Standpunkte" lesen wollen,
dann müssen Sie den Bayern-Kurier oder focus lesen oder einfach
Bayern-Nachrichten hören. Dort taucht z.B. Europa nur am Rande auf
und über Parteien wird außer CSu nichts berichtet. So stark
sind die CSU-Einflüsse - hm, und da reden Sie von ". Linke und
Grüne Meinungsmache"? Hm, also viel lesen scheinen Sie ja nicht.
Tageszeitungen sollten keine Standpunkte, sondern Nachrichten anbieten.
Ein freier Bürger oder freie Bürgerin kann sich dann ja selbst
seine/ihre klaren Standpunkte herausarbeiten.
Ein gutes Medium vermittelt Infos. In Kommentaren, die klar von einer
Nachricht abgesetzt sind, liest man dann Standpunkte, klare, unklare,
linke, rechte oder wischiwaschi und Komik wie hier im Forum.
@Karl Hammer
Das sind doch Randerscheinungen, die wahrscheinlich auch einmal verboten werden...
doch gibt es wieder,...
Junge Freiheit (freiheitlich konservativ), eigentümlich frei
(freiheitlich), sezession (konservativ)
Sind alle noch klein, aber das wird schon.
Die Öffentlich Rechtlichen Sendeanstalten
haben da besser vorgesorgt. Sie können und dürfen trotz inhaltlicher Endzeitstimmung nicht sterben. Alle Zeitungen sollten sich zum Widerstand gegen die schädlichen Einflüsse der bevorstehenden Zwangsgebühren zur Wehr setzen.
Wenn ich dazu meinen Kommentar abgeben darf...
Der Widerspruch konnte ja größer kaum sein, als das Internet neu eingeführt wurde und man uns die neuen Möglichkeiten immer mehr schmackhaft machte. Als Bibliothekarin habe ich die Entwicklung verfolgt und bin darüber zusammengebrochen. Vor allem durch die abolut entgleitende Sexualisierung, wo wir ja als gebildete Frauen erst so richtig an Wert verlieren. Selbst in der Verwaltung konnten Sie noch nicht mal für die Sicherheit der Software ect. garantieren. Eine schnelle rücksichtlose Einführung, alles künstlich hochgeputscht. Man ahnte und wusste das es auch um Digitalisierung von Medien ging, um vor allem Studenten, Juristen ect. den Zugriff zu erleichtern. Was die dauerhafte Fortführung und alles kostet, an Personal ect. daran hat niemand gedacht. "Nichts ist unmöglich" Das war damals die Werbung. Entgrenzt - jetzt erleben wir den Absturz dieser für mich perversen Oberflächlichkeit und Dummheit! Überholen ohne einzuholen hat noch nie geklappt.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.11.2012 20:41 UhrDas Internet hat eine nie gekannte Freiheit der Information geschaffen
daran ändern auch seine Schmuddelbereiche nichts.
Im Internet ist eine Gegenöffentlichkeit entstanden, die inzwischen
qualitativ den klassischen Journalismus hinter sich gelassen hat, vor
allem jenen der staatstragenden linksliberalen Medien.
Der Staat und seine Presse sind zwar noch am lautesten, haben aber
längst die Kontrolle über die Deutungshoheit verloren. Das
wird sich noch deutlicher zeigen. Oberflächlich, dumm und infantil
ist heute vor allem das, was aus den staatlich
öffentlich-rechtlichen Propagandamedien und den politisch
kontrollierten Zeitungen kommt.
frankfurter rundschau- es wird nicht die einzige zeitung bleiben die stirbt
sie war eine bedeutende überregionale zeitung, und dies sollte man
ihr nie absprechen.
ich werde auch ein stück sozialer heimat verlieren und identität.
ihr soziales engagement war einzig. sie war eine plattform für
amnesty international und vielen anderen bewegungen, wie startbahn west.
es ist aber nicht nur eine geistige auszehrung der rundschau, sondern
auch unserer brd.
wo sind die deutschen philosophen der jetztzeit,wo ist die
gesellschaftliche betroffenheit in userem land hinsichtlich
gesellschaftlich sozialer fragen?
eine moralische elite kann ich auch nicht erkennen.
all dies ist auch der niedergang meiner rundschau.....
heute sind stakattoartige rettungsmassnahmen der politiker
quälendes tagesgeschehen,die
uns mit inhaltslosen floskeln traktieren...
sie wird mir fehlen..
Danke für diesen Kommentar, der klarstellt, dass die Pleite der FR eben nicht nur das Ergebnis mangelnder Verwertungsmodelle im Internet ist. Der Niedergang wurde schon eingeleitet, da war das Internet noch gar nicht geboren. Zuletzt muss ich sagen, wirkte die FR auf mich eher wie das Sprachrohr von linken Rändern der Jusos und Grünen bishin zu Linkspartei, Occupy, Antifa und Autonomer Szene (verwiesen sei u.a. auf die jüngste Kampagne der FR gegen die Frankfurter Polizei infolge des Falls Wevelsiep, gut dargestellt beispissweie unter "Das FR-Komplott" auf blu-News). Das mag zum Geschäftsmodell für einen Blog oder ein Forum taugen, nicht aber für eine regionale, schon gar nicht für eine überregionale Zeitung. Man könnte meinen, die FR wollte die Menschen dazu erziehen, noch viel linker als die SPD zu sein. Genau daran ist sie nun gescheitert: An den Menschen, die kein Geld dafür bezahlen wollen, um zu einer extremistischen Ideologie erzogen zu werden. Selber schuld.
Die Fr. Rundschau ist selbst schuld, das nun endgültig das Licht ausgeht.
Als " extrem linksversifftes Blatt" das sie in der letzten
Jahren immer mehr geworden ist, geht sie nun überfällig
(hoffentlich) den Weg, den schon viele Z. gegangen sind und denen kaum
einer nachweint. Eigentlich traurig, was "Ausrichtung"
Besitzer UND Redakteure aus ihr gemacht haben, angesichts der langen
Tradition der Zeitung.
Aber so ist es eben, wenn einem die Leser abhanden gehen und sich
woanders informieren.
Wenn man immer wieder die Teile Austauscht, ist es dann noch das Selbe,
diese Frage hatten sich schon der Griechische Plutarch (~100nChr.) und
nicht erst der Philosoph David Hume gestellt.
Nur so viel zur Quelle.
Die Zeiten für Zeitungen auf Papier werden schwer, inzwischen hat
Google mehr Umsatz mit Werbung als die gesamte US Presse, Zeitungen+Zeitschriften!
...aber verifizierte, recherchierte Beiträge für lau?
Was alle beim Internet immer vergessen. Journalismus ist ein Beruf und
kein Freizeitvergnügen. Es bedarf der Recherche, der Kontakte, des
verifizierens und und und. Das Internet per se ist nur ein Medium wie
das Radio und Fernsehen auch, gefüllt werden muss es mit Menschen.
Und Nachrichten und Hintergrundinfos für buchstäblich Umsonst?
Wird nie funktionieren. Ganz nebenbei: die klickzahlen für
wirkliche Nachrichtenportale steigen auch nicht. Youtube und blabla ..
DAS ist das Internet von heute..
es geht zu Ende
Da muss ich Ihnen vollkommen Recht geben! Die Zeit der Zeitungen auf Papier und auch die der gebundenen Bücher neigt sich dem Ende zu. Gegen das Internet und die Smartphones mit ihren Apps haben die klassischen Zeitungen keine Chance mehr. Es ist doch viel bequeme,r mit einem kurzen Blick auf das Handy, alle Nachrichten auf einen Blick zu haben, wie in einen Laden zu gehen, sich eine Zeitung zu kaufen und darin dann auch noch blättern zu müssen.... traurig aber wahr....
Sicher braucht auch der politisch links von der FAZ eingestellte Leser
ein Medium, das er mit Genuß lesen kann. Aber das linke Spektrum
ist doch bestens bedient: SZ, Spiegel, Stern.......
.......... ............... ............ Vorwärts, TAZ.
Wem soll da bundesweit die Frankfurter Rundschau fehlen? Geht da der
Lokalpatriotismus mit Ihnen durch, Herr Körte?
Frau Merkel, wo bleibt das Rettungsprogramm für die Medienlandschaft
Deutschland, oder ist Ihnen ein ''Großeuropa'' mit einem Euro, der Ihrer
Meinung nach weit mehr ist als eine Währung, aber nur Milliarden
in
''Schwarzen Löchern'' nutzlos versickern läßt, mehr wert?
Peter Körte Jahrgang 1958, Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
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