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Fragen Sie Gottschalk Vom Durchküssen und Durchgrüßen

Ob er neben den Rockgrößen der siebziger Jahre auch deren Adepten unserer Tage schätze? Ob er vermisse, Madonna oder Halle Berry auf die Wange zu küssen? Neue Fragen an den Fernsehmoderator Thomas Gottschalk.

Sie sind ja ein Fan von Rockmusik, speziell aus den siebziger Jahren. Das heißt von Bands wie Deep Purple, Pink Floyd oder Genesis. Heutzutage gibt es viele Bands, die diese Bands als Vorbilder sehen. Zum Beispiel Spock’s Beard, The Flower Kings oder Porcupine Tree. Was halten Sie von deren Musik?
Harald Möller, 42553 Velbert

Thomas Gottschalk: Wenn Du ein Fan von Spock’s Beard und den Flower Kings bist, magst Du sicher, ebenso wie ich, auch die Musik von Transatlantic, bei denen ja Neal Morse von der einen Band mit Roine Stolt von der anderen zusammen spielt. Natürlich höre ich bei der Musik all dieser Prog-Rock-Gruppen immer die der Gründerväter mit durch. Pink Floyd, Genesis, ELP oder Yes. Das ist bei uns Altrockern ein ähnliches Problem wie bei meinem literarischen Nachbarn MRR. Dem liegen Thomas Mann und Tolstoi auch irgendwie mehr am Herzen als spätere oder Gegenwartsautoren. Man hängt bei Musik und Literatur ein Leben lang an dem, womit man sich zuerst beschäftigt hat und mit dem man groß geworden ist. Das liegt auch an den Erinnerungen, die sich damit verbinden. Als ich meine Frau 1972 kennengelernt habe, lief bei der die LP „Book of Taliesyn“ von Deep Purple rauf und runter. Die Frau ist immer noch dieselbe, vielleicht sollte ich wenigstens mal die Musik austauschen.

Das Kribbeln im Magen beim Kuss der Wange einer Halle Berry, Madonna oder Jennifer Lopez - wie sehr vermissen Sie es?
Alexander Jäger, Bayreuth

Thomas Gottschalk: Bevor ich mich von „Wetten, dass..?“ verabschiedet habe, ging mir natürlich auch die Frage durch den Kopf, ob ich den Vorbeimarsch der Großen dieser Welt vermissen würde. Die Antwort: Ich hab’ mich fast ein Vierteljahrhundert bei denen durchgegrüßt und durchgeküsst, und das reicht. Lady Gaga ist ja schon die Wiedergängerin von Madonna, und ich habe Sean Connery und Roger Moore, die beiden Bond-Darsteller meiner Zeit, kennengelernt. Auf Daniel Craig muss und kann ich verzichten. Den Martini habe ich kürzlich mit Pierce Brosnan getrunken, und wir haben über unsere Karrieren nachgedacht: Ich war der Moderator von Europas größter Fernsehshow - und er war James Bond. Das kann uns keiner mehr nehmen. Mit jedem Drink wurden wir etwas sentimentaler, und am Ende waren wir gerührt, aber es hat uns nicht geschüttelt.

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Ihre Fragen an Gottschalk schicken Sie bitte an gottschalkfragen@faz.de.

Quelle: F.A.S.

 
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