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Fragen Sie Gottschalk : So einfach ist das alles nicht!

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Bild: Robert Wenkemann

In seiner dritten Kolumne für die F.A.S. ist Thomas Gottschalk doch glatt ein echter Kritiker vor die Flinte gelaufen. Zudem geht es um das Schreiben einer Biographie und die Umarmung mit Dieter Bohlen.

          Lieber Herr Gottschalk, gibt es Fernsehkritiker, deren Urteil Sie schätzen?
          Stefan Niggemeier, Berlin

          Weidmannsheil! Da läuft mir doch endlich und noch dazu freiwillig ein Kritiker vor die Flinte. Meine ursprüngliche Meinung, dass jeder, der mich kritisiert, es besser können muss als ich, habe ich bereits aufgegeben, als meine Frau sich vor langer Zeit über meine Tapezierkunst ausgelassen hat. Hätte ich alle Kritiken gesammelt, die sich mit mir beschäftigen, bräuchte ich heute, dreißig Jahre später, keine Tapete mehr: Ich könnte mir die Wände mit Huldigungen ebenso zupflastern wie mit wütenden Attacken, die im Vorwurf der totalen Unfähigkeit gipfeln. Gelesen habe ich die meisten, ausgeschnitten habe ich mir keine einzige, und ernst genommen habe ich sie alle. Die guten drei Minuten und die schlechten bis zu mehreren Stunden.Und ja, es gibt Fernsehkritiker, deren Urteil ich schätze. Am allermeisten natürlich, wenn sie sich Kollegen von mir vornehmen. Geht es um mich, dann beurteile ich nach dem Kriterium: Ist die Kritik unterhaltsam? Wer Leute wie mich bewertet, muss zumindest in der Lage sein, Spaß zu verstehen und heiter darüber zu schreiben. Es gibt Kollegen von Ihnen, die können weder das eine noch das andere. Von denen lasse ich mir gar nichts sagen. Aber wenn mich ein Kritiker mit einigem Recht auf sprachlich hohem Niveau in die Pfanne haut, dann entdecke ich leichte masochistische Anlagen in mir. Hat weh getan, aber wenigstens Spaß gemacht. Ich darf Ihnen hiermit attestieren, dass Sie das hin und wieder geschafft haben. Sie dürfen mir also unbesorgt über den Weg laufen, aber ich werde meiner Frau nicht sagen, dass Sie das sind!

          Haben Sie schon einmal daran gedacht, ein Buch zu schreiben, für uns Fans idealerweise natürlich eine Biographie? Sind weitere Projekte für ATV geplant? Und warum haben Sie nur die tolle Kino-Kolumne bei Tele5 aufgegeben?
          Robin Göbel

          Solange ich noch schneller reden als schreiben kann, ist mir ein Buch zu mühsam und meine Biographie nicht aufregend genug. Was ATV in Österreich und Tele5 in Deutschland betrifft, haben mir diese Einsätze bei kleineren Sendern immer großen Spaß gemacht, aber nicht jeder hat das begriffen. In Zukunft soll mir das egal sein, und Ihnen hat es ja offensichtlich gefallen. Also gut, ich plane wieder in dieser Richtung.

          „Das Supertalent“ hat sich durch Ihre Gegenwart in der Auswahl der Kandidaten verbessert. Könnte man aber nicht peinliche Auftritte, wie der Mann mit dem Pferdekopf oder das Mädchen, das mit seinem Hinterteil wackelt, vermeiden?
          Ubaldo Massaro

          Inwieweit nehmen Sie Einfluss auf die Inhalte beim „Supertalent“?
          Benjamin K. (24)

          So einfach ist das alles nicht! Wenn Dieter Bohlen und ich uns begeistert in den Armen liegen, weil vor uns beim „Supertalent“ ein Violinenvirtuose einen Lyriker beim Vortrag eigener Werke musikalisch begleitet, kriegen wir irgendwann eine Medaille von den deutschen Volkshochschulen, aber die Zuschauer laufen uns weg. Die gucken dann beim ZDF, wie Atze Schröder bei „Wetten, dass . . “ im Sackhüpfen gegen Cindy aus Marzahn gewinnt.

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