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Film und Fernsehen „Krimikönig“ Jürgen Roland gestorben

23.09.2007 ·  Der Film- und Fernsehregisseur Jürgen Roland ist tot. Mit seinen Kriminalfilmen für Serien wie „Stahlnetz“, „Tatort“ oder „Großstadtrevier“ war er zu einem der erfolgreichsten Regisseure der deutschen Fernsehgeschichte geworden.

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Der Film- und Fernsehregisseur Jürgen Roland ist tot. Wie der Norddeutsche Rundfunk am Sonntag mitteilte, starb Roland am Freitagabend im Alter von 81 Jahren. Der Krimi-Experte gehörte zu den „Männern der ersten Stunde“ in Deutschlands Fernsehgeschichte und war seit mehr als einem halben Jahrhundert erfolgreich im Geschäft. Zu seinen großen Erfolgen zählten Krimiserien wie „Der Polizeibericht meldet“ (1954), „Stahlnetz“ (1958-1968) und „Großstadtrevier“ (seit 1985). Auch für das Kino drehte er Filme, darunter mehrere Edgar- Wallace-Krimis.

Roland, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Schellack hieß, wurde am 25. Dezember 1925 als Sohn eines Kaufmanns in Hamburg geboren. Schon als Schüler zeigte er ein auffallendes Faible für das Theater und führte mit seinen Freunden selbstverfasste Krimis auf. Diese Vorliebe machte ihn später bekannt: Gemeinsam mit Drehbuchautor Wolfgang Menge begründete Roland in den fünfziger Jahren ein neues Genre im deutschen Fernsehen, in dem Kriminalfälle nachgestellt wurden - milieugerecht, authentisch und unterhaltsam.

„Guter Reporter mit der Kamera“

In seinen Filmen habe er sich immer bemüht, „ein guter Reporter mit der Kamera zu sein“, sagte Roland über seine Ziele. Für seine Arbeit erhielt er viele Auszeichnungen - auch von der Polizei. Selbst der Ruhestand konnte Roland nicht davon abhalten, an weiteren Filmprojekten zu arbeiten - vor allem am „Dauerbrenner“ unter den ARD-Vorabendserien, dem „Großstadtrevier“.

Für den Hamburger Filmregisseur Dieter Wedel war Kollege Jürgen Roland „der Krimikönig“. „In unserer Branche ist es schwer hochzukommen und obenzubleiben. Wer über Jahrzehnte solch ein Renommee genießt wie Jürgen Roland und 'Straßenfeger' produziert, der hat wirklich etwas drauf“, sagte Wedel am Sonntag. Roland habe in seinen Kriminalstücken eine Mischung aus Fiktion und Dokumentation mitgeprägt. Dem Großstadtrevier habe er seinen Stempel aufgedrückt. „Jürgen Roland hatte ein Gespür für das, was beim Publikum ankommt, und ein Gespür für gute Schauspieler.“

Mit großem Bedauern hat Entertainer Joachim „Blacky“ Fuchsberger auf den Tod Rolands reagiert. „Wir haben eine außerordentlich wichtige und herausragende Persönlichkeit verloren“, sagte der 80-Jährige am Sonntag in München. „Jürgen war einer aus der Gründerzeit, als es das Fernsehen noch gar nicht gab. Er war ein absoluter Könner. Es war eine Pracht, mit ihm zusammenzuarbeiten.“ Fuchsberger hatte in zwei Filmen des Regisseurs mitgewirkt und war mit ihm befreundet. „Es gab bei ihm kein Larifari. Er hat immer hart an der Realität gearbeitet“, würdigte Fuchsberger die Arbeit seines Weggefährten. „Jetzt ist wieder einer von den großen Alten weg. Es wird immer dünner.“

Jürgen Roland über das Fernsehen und den eigenen Ruhm

„Wenn ich sehe, was alles im Fernsehen läuft, bin ich entsetzt. In schrecklicher Weise ist alles wahr geworden, was kluge Leute vor Jahrzehnten vorausgesagt haben und wir als junge Macher nicht glauben wollten.“

„Sex and Crime sind eben die beiden großen Quotenbringer; da kann sich der Zuschauer im Sessel zurücklehnen und zu seiner Frau sagen: Siehste mal, verdreschen tue ich dich nicht!“

„Wenn Leute wie Jenny Elvers oder ein Friseur eine eigene Sendung kriegen und sogenannte Stars in den Dschungel gehen, dann fällt mir nichts mehr ein.“

„Ich verkenne nicht, dass mein Lebenslauf ein Stück Zeitgeschichte ist.“

„Ich habe genug für die Unsterblichkeit getan. Ich brauche das nicht mehr.“

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