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Fernsehpreis „Emmy“ : Ein Überraschungserfolg für den Nachrichtenchef

Auf dem Bildschirm geht es dem Ende entgegen, in Los Angeles wird gefeiert: Aaron Paul und Jonathan Banks (r.) aus der Serie „Breaking Bad“ freuen sich über die „Emmys“ Bild: REUTERS

Jeff Daniels bekommt einen Emmy für seine Hauptrolle in Aaron Sorkins Journalistenserie „The Newsroom“. Im Übrigen gibt es bei der Verleihung der amerikanischen Fernsehpreise in Los Angeles viele Favoritensiege.

          „Behind the Candelabra“, Steven Soderberghs Film über die Liebesbeziehung des Pianisten Liberace zu seinem vierzig Jahre jüngeren Chauffeur Scott Thorson, wurde am Sonntagabend mit drei Emmys ausgezeichnet. Bei der fünfundsechzigsten Verleihung der Jahrespreise der Academy of Television Arts & Sciences gewann der am 26. Mai auf dem Bezahlsender HBO gesendete Film in der Kategorie des besten Fernsehfilms oder der besten Mini-Serie.

          Patrick Bahners

          Feuilletonkorrespondent in Köln und zuständig für „Geisteswissenschaften“.

          Michael Douglas siegte als bester Hauptdarsteller in dieser Kategorie, Soderbergh, der auch sein eigener Kameramann war, erhielt den Regie-Emmy. Douglas sagte in seiner mit Anzüglichkeiten gespickten Dankesrede, zur Hälfte gebühre sein Preis seinem ebenfalls nominierten Co-Star Matt Damon. Während es bei der Emmy-Zeremonie wie bei den Oscars ermüdende Normalität ist, dass die Preisträger stammelnd ihren Familien danken, gab Douglas den Klatschmedien Zucker, indem er seine Frau Catherine in den Dank einschloss – eine Illustrierte hatte im August gemeldet, Douglas und Catherine Zeta-Jones lebten seit Mai getrennt.

          Jeff Daniels dankt für die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in „The Newsroom“ Bilderstrecke
          Jeff Daniels dankt für die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in „The Newsroom“ :

          HBO, der Sender, der mit „The Sopranos“ und „Sex and the City“ das gegenwärtige goldene Zeitalter der amerikanischen Fernsehserie heraufführte, konnte an diesem Abend in Los Angeles vier weitere Darstellerpreise verbuchen. Wie im Vorjahr siegte Julia Louis-Dreyfus als beste komische Hauptdarstellerin in „Veep“, der Serie über eine überforderte Vizepräsidentin. Tony Hale wurde für die Rolle des persönlichen Assistenten der Vizepräsidentin als bester Nebendarsteller geehrt. Denselben Preis in der Kategorie der ernsten oder „dramatischen“ Serie erhielt Bobby Cannavale, der Gangster Gyp Rosetti in „Boardwalk Empire“, der von Martin Scorsese inspirierten Serie über Atlantic City im Zeitalter der Prohibition.

          Eine Überraschung war der Triumph von Jeff Daniels als ernstem Hauptdarsteller in Aaron Sorkins Journalistenserie „The Newsroom“. Daniels schlug Stars wie Kevin Spacey aus dem Feld. Robin Wright, Spaceys kongeniale Partnerin in „House of Cards“, der Adaption des gleichnamigen Intrigenstücks aus Westminster, musste der Dauersiegerin Claire Danes („Homeland“) den Vortritt lassen. Dafür erhielt David Fincher den Regiepreis für die erste Episode von „House of Cards“. Die Serie war in den Vereinigten Staaten nur im Internet zu sehen; produziert wird sie von Netflix, einer digitalen Videothek auf Abonnementbasis.

          Nebenan wurde gekämpft

          Die letzte Staffel der Meta-Fernsehserie „30 Rock“ über die Autorin  einer komischen Fernsehserie, die die kreativen Ideen ihres Chefs entschärfen muss, trug NBC noch einmal einen Drehbuchpreis für die Erfinderin, Hauptautorin und Hauptdarstellerin Tina Fey ein. Zum vierten Mal in Folge wurde die pseudodokumentarische ABC-Serie „Modern Family“ zum besten Beitrag im komischen Fach ausgerufen.

          Im ernsten Genre fiel der Titel an „Breaking Bad“. Während sich die von Neil Patrick Harris moderierte dreistündige Emmy-Verleihung auf CBS hinzog, lief auf dem Kabelsender AMC die vorletzte Folge der fünften und letzten Staffel über den von Bryan Cranston gespielten Chemielehrer, der zum Drogenhändler wird.

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