Ein pakistanischer Fernsehsender hat am Freitag den Tod eines seiner Angestellten, der während der Proteste gegen das in den Vereinigten Staaten produzierte antiislamische Video verletzt wurde, live übertragen. Der Privatkanal ARY News zeigte Aufnahmen seines bewusstlosen Fahrers Mohammed Amir auf einem Operationstisch im Krankenhaus Lady Reading in Peshawar als Endlosschleife. Eine Kugel hatte durch die Windschutzscheibe hindurch Amirs Brust getroffen. Noch bevor die Klinik seinen Tod bestätigte, kündigte der Sender per Laufband an, dass der Chauffeur gestorben sei.
Im gleichen Augenblick spaltete sich der Bildschirm in zwei Teile: Auf der rechten Seite kommentierte ein führender Vertreter des Senders, Ovais Tohid, den Tod des Fahrers, während Aufnahmen auf der linken Seite weiter Aufnahmen des Sterbenden gezeigt wurden. Raza Rumi vom Jinnah-Institut, einer pakistanischen Denkfabrik, nannte das Verhalten der ARY-Leitung eine „Schande“. Sie habe noch die letzten Momente des Chauffeurs zu Geld gemacht, twitterte er. Der einflussreiche Blogger Omar Kuraishi schrieb, er frage sich, was wohl Amirs Familie beim Anblick der Fernsehbilder ihres sterbenden Verwandten gedacht haben möge.