28.12.2007 · Jeder Bundesbürger mit Fernsehempfang saß in diesem Jahr im Schnitt täglich 3 Stunden und 28 Minuten vor dem Fernsehen. Das sind vier Minuten weniger als im Vorjahr. Das Fernseh-Jahr 2007 in Zahlen.
Erstmals seit vielen Jahren nahm die durchschnittliche Sehdauer pro Tag ab. Jeder Bundesbürger mit Fernsehempfang saß 2007 im Schnitt 208 Minuten (2006: 212) vor dem Fernseher, bei den jüngeren waren es 178 Minuten (184).
Die meist gesehene TV-Sendung des Jahres war dieses Mal kein Fußballspiel, sondern das Handball-WM-Finale in der ARD zwischen Deutschland und Polen am 4. Februar mit 16,16 Millionen Zuschauern vor dem Boxkampf zwischen Henry Maske und Virgil Hill auf RTL mit 16,07 Millionen am 31. März. Die beste TV-Show war „Wetten, dass...?“ am 20. Januar im ZDF mit 13,53 Millionen Zuschauern. Als stärkster TV-Film entpuppte sich das zweiteilige ARD-Drama „Die Flucht“ am 4. März mit 11,16 Millionen Zuschauern im ersten Teil.
Die meisten dritten Programme der ARD hatten in ihren Sendegebieten leichte Einbußen zu verzeichnen. Lediglich das Hessische Fernsehen verbesserte sich von 5,2 auf 5,5 Prozent Marktanteil. Das MDR Fernsehen verschlechterte sich auf 8,9 Prozent (9,3 Prozent), das NDR Fernsehen von 7,9 auf 7,7 Prozent, das Bayerische Fernsehen von 7,8 auf 7,2 Prozent, das WDR Fernsehen von 7,1 auf 7,0 Prozent und der RBB von 6,2 auf 6,0 Prozent. Das SWR Fernsehen verharrte auf dem Vorjahreswert von 6,4 Prozent.
ARD verlor Marktanteile
Die großen Fernsehsender waren im Jahr 2007 die Verlierer - die kleinen die Gewinner. So lautet die TV-Bilanz der zurückliegenden zwölf Monate. Vor allem, weil es an großen Sportereignissen mangelte, verlor die ARD nach Marktanteilen von 14,3 auf 13,4 Prozent, wie eine am Freitag veröffentlichte vorläufige Auswertung der Zahlen der GfK-Fernsehforschung in Nürnberg (Stand: 27. Dezember) ergab. Auf Platz zwei landete das ZDF mit 12,9 Prozent (13,6 Prozent) vor dem privaten Marktführer RTL mit 12,4 Prozent (12,8 Prozent), Sat.1 mit 9,6 Prozent (9,8 Prozent) und ProSieben mit 6,5 Prozent (6,6 Prozent). Die dritten ARD-Programme kamen zusammengerechnet auf 13,4 (13,5 Prozent).
In der zweiten Reihe rückt der Kölner Privatsender Vox immer weiter vor. Vox verbesserte sich von 4,8 Prozent Marktanteil auf 5,7 Prozent, weil neue Programme wie „Das perfekte Dinner“ und „Unter Volldampf“ auf Anhieb erfolgreich waren. Dagegen blieb der Nachfolger des abgetreten TV-Kochs Tim Mälzer, Steffen Henssler, wegen zu geringer Resonanz auf der Strecke. Hinter Vox platzierten sich RTL II mit 3,9 Prozent (3,8 Prozent), Kabel 1 (gleichbleibend bei 3,6 Prozent) und Super RTL (gleichbleibend 2,6 Prozent). Keine Berücksichtigung bei der GfK-Fernsehforschung finden die vielen neuen digitalen Kanäle, die den großen Anbietern zusetzen.
In der für die Privatsender wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49- jährigen Zuschauer siegte (zum 15. Mal hintereinander) wieder RTL mit 16,0 Prozent Marktanteil und verbesserte sich damit im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozentpunkte, blieb damit aber immer noch unter der von Geschäftsführerin Anke Schäferkordt zum Amtsantritt vor mehr als zwei Jahren gewünschten Marke von 17,0 Prozent. ProSieben verharrte auf seinem Vorjahreswert von 11,7 Prozent, Sat.1 sackte von 11,4 auf 10,6 Prozent ab. Vox verbesserte sich von 7,1 auf 7,9 Prozent. Die RTL-Gruppe legte in dieser Zielgruppe um 1,9 Prozentpunkte auf 33,7 Prozent zu, die ProSiebenSat.1 Media AG verlor um 0,4 Prozentpunkte auf 29 Prozent.