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Fernsehen : Aktenzeichen XY sucht Mörder mit falschem Bild

  • Aktualisiert am

Gesucht seit 1999: James J. Bulger Bild: AP

Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ hat am Mittwoch mit einem falschen Foto nach einem Amerikaner gefahndet, der des einundzwanzigfachen Mordes verdächtigt wird. Gezeigt wurde das Urlaubsfoto eines unbescholtenen Paares.

          Die Fahndungssendung des ZDF, „Aktenzeichen XY . . . ungelöst“, hat in ihrer jüngsten Ausgabe am Mittwoch mit einem falschen Foto nach einem Amerikaner gefahndet, der des einundzwanzigfachen Mordes verdächtigt wird. Auf das abgebildete Foto hin meldete sich ein verunsichertes Paar, das sich auf dem Urlaubsfoto erkannt hatte - das Bild hatte nicht den gesuchten James J. Bulger und seine Lebensgefährtin gezeigt.

          „Das FBI kam mit dem Foto an und weder für uns noch für die deutschen Ermittlungsbehörden war erkennbar, dass die Amerikaner mit dem falschen Bild nach dem richtigen Täter fahndeten“, sagte ein ZDF-Sprecher auf Anfrage. In der vierzigjährigen Geschichte von „Aktenzeichen XY“ sei so etwas noch nicht vorgekommen.

          Der Fehler ist umso gravierender, als es sich bei der Fahndung nach Bulger um die, wie die Redaktion selbst annonciert hatte, „spektakulärste Personenfahndung in der vierzigjährigen Geschichte von ,Aktenzeichen XY‘“ handelt. Das amerikanische FBI, so teilte das ZDF stolz mit, fahnde mit Hilfe der Sendung nach James J. Bulger, genannt „Whitey“, der als führender Kopf der organisierten Kriminalität gelte und zu den zehn meistgesuchten Männern der Welt zähle.

          „Relativ sicher“

          Seit 1999 sucht das FBI weltweit nach Bulger; zu der „Aktenzeichen XY“-Sendung waren Spezialisten der amerikanischen Bundespolizei aus Boston eingeflogen. Die FBI-Beamten, heißt es in einer Mitteilung, seien sich „nach intensiven, einjährigen Vorermittlungen relativ sicher“ gewesen, dass das Foto die Richtigen zeige, und hätten sich entschlossen, öffentlich danach zu fragen, wer das Paar kenne oder gesehen habe.

          Die Fahndung des FBI gehe weiter, auch in Europa. Das unverdächtige deutsche Paar könne sicher sein, dass sein Urlaubsfoto nicht weiter um die Welt gehe. Der Anwalt der Gezeigten sprach von einer schweren Verletzung des Persönlichkeitsrechts.

          Seit Jahren auf der Flucht

          Der gesuchte James J. Bulger und seine Lebensgefährtin Catherine Greig sind seit Jahren auf der Flucht. 2002 wurden sie in London gesehen, zwei Jahre später führte ihre Spur nach Uruguay. Das Register der Straftaten, die dem 79 Jahre alten Bulger vorgeworfen werden, ist lang. Dazu zählen Delikte des Organisierten Verbrechens wie Drogenhandel, Erpressung und sowie einundzwanzigfacher Mord. 1929 in Boston geboren, hatte Bulger als junger Mann eine Gefängnisstrafe in Alcatraz verbüßt. Später festigte er seine Stellung in der kriminellen Szene Bostons und soll dort Kopf einer berüchtigten Bande gewesen sein. Seine Lebensgefährtin Greig stammt ebenfalls aus Boston. Sie ist 56 Jahre alt. Für Hinweise zur Festnahme hat das FBI eine Belohnung von bis zu einer Million Dollar (680.000 Euro) ausgesetzt.

          Nach der Sendung „Aktenzeichen XY“ waren in der ZDF-Redaktion zahlreiche Hinweise eingegangen. Die Gesuchten sollen derzeit durch Europa reisen. In einem Filmausschnitt war das Paar, in dem die Ermittler Bulger und Greig zu erkennen glaubten, während einer Reise im sizilianischen Taormina im April 2007 gezeigt worden.

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