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Fernseh-Frühkritik Das Gesetz hat versagt

 ·  Seit zehn Jahren ist Prostitution in Deutschland nicht mehr sittenwidrig. Diese „Deregulierung“ habe Deutschland zum „Bordell Europas“ werden lassen, sagen Kritiker.

Artikel Bilder (4) Lesermeinungen (83)
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Claus Warmbold
Claus Warmbold (ClausWa) - 22.12.2012 22:07 Uhr

Roma-Bande kann nicht ermittelt werden.

Als Leser von Prozessberichterstattung kommt mir die Eva-Story bekannt vor. Frauen mit Borderline-Syndrom erzählen solche Geschichten. In Deutschland mit Russen-Mafia statt Roma-Bande.

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Reinhard Wilhelm

Verwahrlosung, von oben ?

Man kann ja zu gekauftem Sex stehen wie man will. Aber bedenklich ist es schon, wenn der CDU und ARD-Friedmann sich vollgepumpt mit Kokain und mit ukrainischen Prostituierten erwischen lässt, wenn der Kanzler Schröder, Ministerpräsident u. Bundespräsident Wulf, Regierungsberater Hartz sich im Dunstkreis der Hells Angels und / oder umgekehrt bewegen und diese die "Liberalisierung" dieses "Gewerbes" vorantreiben. Irgendwie sind in dieser Elite der eigenen Vorteile wegen die Maßstäbe und Hemmungen komplett gefallen. Es handelt sich hier auch nur um die bekannten Fälle...

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Reinhard Wilhelm

Es ist wohl wie bei den Finanzmärkten.

Der Handel mit Finanzprodukten, mit Sex, mit Rauschmittel, pp. sind wohl unabwendbar. Zu glauben, diese verbieten zu können, ist wohl äußerst realitätsfern. Aber: Der Staat kann die Rahmenbedingungen gegen solche Verwahrlosungen festlegen. Wenn man feststellt, dass Prostituierte zum ganz großen Teil unfreiwillig "arbeiten", dann müssen die Rahmenbedingungen geändert werden. Wenn Bordellbesitzer nicht imstande sein wollen, zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Leistungserbringung zu unterscheiden, dann muss es eben durch eine unabhängige Behörde geschehen. Warum verpflichtet man eigentlich den Bordellbetreiber nicht dazu, Prostituierte fest anzustellen ? Umgekehrt wird der Prositiuierten nur der Wechsel einmal im Jahr gestattet. So kann sich der Betreiber nicht rausreden, seine "Arbeitnehmerin" nicht zu kennen. Wenn alle Stricke reißen, dann muss der Staat eben die Bordelle mit festangestellten Mitarbeiter selber betreiben.

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Klaus Letis

Staatlich ordnen

Der Polizei und den Gerichten müssten bessere Instrumente in die Hand gegeben werden.

Die potentiellen Opfer müssen regelmäßig beraten werden.
Dazu ist eine Registrierung notwendig.

Kunden müssten sich durch Sichtung dieser Dokumente versichern, dass er sich in einem Staatlich regulierten Bereich befindet. Sollte er das nicht tun, müsste er für eine Wiedereingliederung haften.

Die Rot/Grüne Regierung hat hier einen riesigen Schaden angerichtet.
Damals stand der schwedische Weg offen. Mit den Fischer-Erlass könnte man meinen,
dass hier systematisch die Gesellschaft zersetzt werden soll.

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Kerstin Leopold

1 Million Männer täglich in Deutschland ?!!!!! Ja wollen wir denn wirklich so leben?

Liberalisierung und Degulierung stellen wir in Deutschland über alles, seit unserer Nazi-Traumatisierung sind wir absolut allergisch gegen irgendwelche Regeln geworden - auch Regel, die uns als Gesamtgesellschaft aber zugute kommen würden. Keine Gesellschaft kann auf Dauer ohne Moral auskommen. Die Familie ist die Grundlage jeder Gesellschaft, oder wie Herr Müller vor kurzem in der FAZ schrieb: Familie ist systemrelevant. Für ein funktionierendes Familienleben und sichere Ehen brauchen wir Moral - Moral im sexuellen Bereichen und Moral im Umgang zwischen Mann und Frau.
Ich finde es abscheulich in einem Land leben zu müssen, in dem täglich 1 Million Männer zu Prostituierten gehen, d.h. im Klartext, bei ca. 40 Millionen Männern in Deutschland würde im Schnitt jeder Mann alle 40 Tage zu Prostituierten gehen. Kein Wunder dass bei so unmoralischen Männern kein Mensch mehr Lust auf Ehe und Familie hat. Frau Schwarzer hat absolut Recht: Wir brauchen wieder den Mut zu moralischen Werten!

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.12.2012 21:38 Uhr
Ludwig Staab

Stimmt diese Zahl?

Darauf würde ich nicht wetten, Frau Schwarzer ist wohl nicht die allzu genauste... und ich bezweifle sehr, das es seriöse Erhebungen zu diesem Thema gibt!

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Dietrich Dozer

Daran sieht man

Frau Leopold, sie sehen anhand dieser Zahl, das ein großer Bedarf besteht in der Bevölkerung. Wichitg ist nun, daß man gewährleistet, dasß keine Frau dazu gezwungen wird. Darin sollte unser Anspruch bestehen und nicht 1 Mio Männer TÄGLICH zu kriminalisieren.

Daß der Bedarf so hoch ist, zeigt wozu die Individualisierung der Gesellschaft führt. Vielleicht sollte man sich eher fragen, warum das so ist...

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Kilian Haus
Kilian Haus (khhaus) - 18.12.2012 11:36 Uhr

Moral einseitig definiert

Sehr geehrte Frau Leopold,

wer es als moralisch betrachtet, den bei den allermeisten erwachsenen Männern vorhandenen Sexualtrieb als "jugendliches Überbleibsel" zu verunglimpfen, braucht sich nicht zu wundern, wenn selbige Männer diese Moral - möglichst diskret, versteht sich - links liegen lassen. Diese Sichtweise ist nämlich vor allem eines: Einseitig.

Es ist eben nicht so, dass man(n) diese Bedürfnisse einfach abstellen kann, weil die eigene Partnerin sie nicht in dem Maße teilt (angenommen, man hat überhaupt eine). Und die Reizschwelle, sich dann außerhalb der Beziehung Linderung des entstehenden Überdrucks zu verschaffen, sinkt ab, je selbstverständlicher (=rücksichtsloser) die Partnerin ihre, aus männlicher Sicht reduzierte, Vorstellung von Sexualleben für die "richtige" erklärt.

Der Dialog über die Einseitigkeit dieser "moralisch" genannten Maßstäbe ist nie richtig in Gang gekommen. Auch die Emanzipation hat nur die vermeintliche(!) Definitionshoheit der Frauen zementiert.

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karl maus

Ob "wir" mit der Prostitution leben wollen, weiß ich nicht.

Aber "wir" müssen vielleicht mit ihr leben. Ich vermute, ein großer Teil der Freier würden lieber ihre sexuellen Bedürfnisse ausleben, ohne dafür bezahlen zu müssen. Ist es Ihnen wirklich lieber, wenn diese Männer ihre gewissen Bedürfnisse erzwingen würden, ob innerhalb oder außerhalb einer Ehe oder Beziehung? Die Hauptsache, "moralische Werte" werden gefeiert? Menschen sind nun mal keine Engel, selbst Männer nicht!

Sollte es uns hier überhaupt darum gehen, ob die Familie "systemrelevant" ist? Wenn sie es nicht wäre, wäre dann Zwangsprostition nur einen Deut harmloser?

Aber selbst hinsichtlich Ihrer Sorge um Ehe und Familie sollten Sie sich beruhigen. Selbst wenn täglich 1 Million Männer täglich Sex erkaufen würden, blieben doch genug andere übrig für die Lust auf Ehe und Familie. Trotz - sorry - Frauen von berückendem Charme wie Alice Schwarzer :).

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Es De
Es De (EsDe) - 17.12.2012 18:36 Uhr

Zahlen und Daten bleiben unhinterfragt

Was am traurigsten an dieser ganzen Debatte ist, ist dass überall mit Zahlen und Statistiken usw. usfherumgeworfen wird - auch in diesem Artikel, ohne je sich kritisch damit auseinandersetzen. Auch gestern wurde eine Studie der LSE zitiert, die aber nicht ganz das aussagt, wie es in der Sendung dargestellt wird. Ich würde mir einfach wünschen, dass auch Journalisten etwas kritischer mit diesem Tehma umgehen, denn für einen unkritischen Umgang ist es zu wichtig.

Und ja: Es ist eigentlich für eine demokratische nicht akzeptierbar, dass immer nur ALice Schwarzer herangezogen wird und nie Sexarbeiter_innen oder Menschen aus Sexarbeiter-Organisationen eingeladen werden.

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Ellen Webereit

Menschenhandel lässt sich bekämpfen, aber

die Prostitution ohne physischen Druck steht jeder Frau frei. Frauen machen auch andere Jobs, weil sie wirtschaftlich dazu gezwungen sind - zum Beispiel Putzfrau oder Verkäuferin, von denen ich viele unengagierte kenne. Warum soll der Prostitution eine Extrabehandlung angedeihen - vielleicht weil Frau Schwarzer etwaig sich nähernden Männern davongelaufen ist und nun die Oberspiesserin in Moralfragen abgeben möchte ?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.12.2012 00:26 Uhr
Christoph Wirtz

Ich seh das ähnlich wie Sie, gehe nicht gerne auf eine persönliche Ebene, ...

... aber im Fall Schwarzer erscheint es mir notwendig. Frau Schwarzer selber überschreitet in der Art und Weise, wie sie andere Menschen und Meinungen angeht und denunziert (z.B. den Bordellbetreiber als "Verbrecher"), oft die Grenze eines sachlichen Diskurses, und mein Eindruck ist der, dass sie die Welt durch eine sehr eigene "Brille" sieht und bewertet, die mehr mit ihrem psychischen Hintergrund als mit real existierenden Problemen zu tun hat.

Ich finde, die Frau hat sich wirklich demontiert in den letzten Jahren, aber für eine "lebendige" Diskussion, im Interesse des TV, ist sie immer gut.

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Kerstin Leopold

Sehr geehrte Frau Webereit,

warum greifen Sie Frau Schwarzer persönlich an?

warum sprechen Sie ihr das Recht auf eine moralische Meinung ab?

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Peter Gorski

Prostitution ist ein gesellschaftliches Phänomen,

dass nur durch den Umgang Mensch zu Mensch problematisch wird!
Warum ist Menschenhandel in der Prostitution lukrativ?
Nicht nur für abgedrehte Reichenparties mit perversem Ambiente, sondern auch weil es Männer gibt, die sich die billige Nummer in einem Hinterzimmer lieber reinziehen, als in ein gut geführtes Bordell zu gehen.
Geiz ist geil, nicht nur bei Billigklamotten und Massentierhaltung, und fast jeder weiss was er da konsumiert!
Das ist für mich als Mann beschämend, aber auch manche Frauen sollten sich mit dem Thema offen auseinandersetzen, wenn sie sexuelle Dienstleistung lieber outgesourced wissen, als sich selbst alle 2 Wochen um ihren Mann kümmern zu müssen!
Ich denke nicht, dass man Prostitution abschaffen kann und sollte, aber wir müssen uns damit beschäftigen und das Gewerbe von organisierter Kriminalität befreien.
Das bestehende Gesetz war vielleicht gut gedacht, aber schlecht gemacht.
Also bitte mit organisierten Huren zusammen daran weiterarbeiten!

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Dietrich Dozer

Am Thema vorbei

Warum sollte man die Prostitution verbieten, wenn man dem Menschenhandel Herr werden möchte?

Ist denn Prostitution per se schlecht oder wird sie erst durch Menschenhandel schlecht?

Wenn ja, was ist an Prostitution schlimm, wenn sowohl Prostituierte als auch Freier nach eigenem Willen handeln?

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Otto Meier

Ein Verbot der Prostitution hat immer nur zu noch mehr Kriminalität geführt.

Die Entkriminalisierung der Prostitution hat für die Prostituierten nur Vorteile. Nur so kann im Laufe der Zeit der kriminelle Sumpf ausgetrocknet werden. Wie lange das dauern wird, hängt vor allem davon ab, wie sehr sich der Rechtsstaat engagiert. Und das Engagement scheint ja nicht besonders groß zu sein, wenn nicht einmal der Mädchenhandel unterbunden werden kann, der direkt vor aller Augen stattfindet.

Das "Millieu" ist über Jahrhunderte gewachsen, allen Verboten zum Trotz. Es besteht also ein nicht wegzudiskutierender Bedarf. Daher sollte sich die Diskussion weniger um Verbote, denn um Verfolgung der Kriminellen drehen, wie in allen anderen Bereichen auch.

Und selbstverständlich gibt es Frauen, die Spaß am Sex haben und noch mehr Spaß, wenn sie so auch noch ihren Lebensunterhalt verdienen können. Und genauso selbstverständlich gibt es Männer, die nicht bereit sind, nur für ein bißchen Sex den Ballast einer Frau und womöglich noch der Kinder zu ertragen. Woran das wohl liegt ...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.12.2012 18:36 Uhr
Otto Meier

???

...

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Ludwig Staab

Und? Stimmen die genannten Zahlen?

Liebe FAZ,
es wäre toll, wenn fundiert nachrecherchiert wird statt einfach die Zahlen von Frau Schwarzer wiederzukäuen! Dann hätte man nämlich eine deutlich bessere Diskussionsgrundlage als die ewigen Schreckensgeschichten- und Statistiken der "Emma" auf der einen und "Mein Leben als Prostituiete ist so toll"- Geschichten (Der SPIEGEL, aber auch z.B. die aktuelle taz) auf der anderen Seite!!!
Und es wäre mal toll, wenn das schwedische Modell gründlich geprüft wird- Berichte von Prostituierten, denen vom Amt die Kinder weggenommen wurden oder die keine Wohnung mehr mieten können, weil der Vemieter Angst hat vor der Klage "Zuhälterei" klingen nicht so, als ob das den Prostiuierten hülfe.
Also, liebe FAZ, ein weites Feld für guten, investigativen Journalismus! Bitte gleich damit anfangen!

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Johannes Schreckenberger

Wann man den Amis noch nicht einmal die Waffe verbieten kann...

Fakt ist: Es wird solange Prostitution geben, wie es Männer gibt.

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Roland Magiera

"90% der Frauen werden dazu gezwungen"... genau so entstehen diese Sozialstatistiken

Zu allererst wird das Fazit und Ergebnis aufgeschrieben und dann die Studie darum wie es gerade passt.
Lächerlicher als diese die solche Machwerke verfassen sind nur die, die darauf hereinfallen.

Übrigens wenn nur 90% der Frauen gezwungen werden, implementiert das, dass 10% dabei Freude am Beruf empfinden. Das kann einfach sozial nicht sein, also sehe ich mich veranlasst, die 90% zu korrigieren und durch 105,72% zu ersetzen. Nun passt das wieder, auch für Frau Schwartzer.

Ich behaupte ganz einfach (selber unerfahren), dass alle die von diesen 90% reden, noch nie im Leben ein Bordell von innen gesehen haben, außer bei RTL.

Weiterhin behaupte ich, dass wenn man die Prozente umkehrt, also dass von den in Deutschland arbeitenden Prostituierten 10% gezwungen werden, man wesentlich näher an der Realität liegt.

Der normale Freier, also kein Macht- oder SadoMaso-Freak, hat einfach keine Lust sich in eine verängstigte, weinende und zitternde Prostituierte zu entladen. Die 90% sind Käse.

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Dounia Moon

Ekelhaft und entsetzlich ...

... was die Herrchen Misogynisten in der Dunkelheit eines Forums wieder zum Thema Frauen- und Menschenrechte zum Besten geben. Hoffentlich begegne ich nie so einem Exemplar.

Warum kann Deutschland den guten UND funktionierenden Beispielen in Skandinavien auch in dieser Hinsicht nicht folgen? Wahrscheinlich weil mann dann zu keiner menschenverachtenden Billigbordellflatrate mehr bedient wird.

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Antworten (7) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.12.2012 12:19 Uhr
Dietmar Blum

Zitat aus der "Feuerzangenbowle":


....."sie kochte ihm seine Leibspeise so oft, bis sie aufhörte Leibspeise zu sein."

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Kerstin Leopold

Frau Moon,

Sie haben absolut recht! Endlich spricht es mal jemand aus. Vielen Dank

Und an die Männer:
Leider sind viel zu viel Männer in einem jugendlichen Sexualstadium stecken geblieben und versuchen das dann auch noch zu intellektualisieren.

Und leider haben sie noch nicht erfahren, dass es den besten Sex nur bei Treue, langjähriger, sicherer Bindung und der daraus entstehenden Liebe gibt. Habt endlich den Mut Euch wieder für Werte und Moral auszusprechen - sie sind der Schlüssel zum besten Sex!

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Holger Sulz
Holger Sulz (H._Sulz) - 17.12.2012 16:38 Uhr

Nicht nur, daß die übliche Vogel- Strauß- Politik betrieben wird:

Die skandinavische Fährwirtschaft überschlägt sich vor Dankesbekundungen! Ein kurzer Blick auf die Fahrpläne zeigt, daß von Schweden und Finnland aus unglaubliche Schiffstonagen mit einer Transportkapazität von ca. 20 000 Mann täglich das Baltikum zu lächerlichen Preisen anlaufen.
Und skandinavische Männer nehmens gelassen: kleine Wochenendreise mit Schnaps und Weibern satt für kleines Geld!

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Holger Sulz
Holger Sulz (H._Sulz) - 17.12.2012 16:04 Uhr

Bigotterie in Reinkultur

Sie entlarven sich schon allein dadurch als Ideologin, daß Sie 'Frauen- und Menschenrechte' trennen.
Es war eigentlich eine der größten Errungenschaften, Menschenrechte eben als unteilbar anzusehen. Quod licet Iovi, non licet bovi?
Klar, daß Sie die dann auch die Perversion des Rechtsstaates in Skandinavien gutheißen: der Nehmer einer Dienstleistung wird bestraft, während der Anbieter straffrei gestellt wird.
Der Nehmer eines halsabschneiderischen Kredits wird verdammt, der Gewährer als Opfer belobigt: Feministinnenlogik at it's best. Hat was, dieser Zirkelschluß.
Auch Ihnen geht es anscheinend nur um die Kriminalisierung der männlichen Sexualität. Und das ist zutiefst verwerflich für jemanden, der sich auf Menschenrechte beruft.

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Frank Fischer

Feministischer Zynismus

Zugegeben das Schwedische Modell basiert auf feministischen und linken Forderungen. Das jüngere norwegische Modell wurde erst Mehrheitsfähig durch die vielen "aggressiven" Nigerianerinnen auf dem Osloer Carl-Jonas-Gate . Lesen sie gerne bei Marianne Tveit, Medienforscherin an der Universität Oslo nach. Da es nach der skandinavischen Doppelmoral keine Prostitution mehr gibt, wurden die Ausstiegs und Betreuungsangebote eingestellt. Die schwedische Prostitution hat sie auf Internet & Co. verlegt, wo die verbliebenen einheimischen Frauen schutzlos aggressiven Freiern und Zuhältern ausgesetzt sind.

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Kilian Haus
Kilian Haus (khhaus) - 17.12.2012 15:42 Uhr

Was meinen Sie mit "funktionierend"?

Etwas funktioniert noch lange nicht, nur weil x% einer tatsächlich oder geheuchelt an dem Gewerbe unbeteiligten Öffentlichkeit sein Verbot für gut befinden. Glauben Sie im Ernst, die Verbrecher, die die Prostituierten ausnutzen, seien in Schweden auf dem Rückzug, weil das ganze Gewerbe seit neuestem wieder im Untergrund stattfindet (wo die Prostituierten den "Schutz" ihrer Zuhälter erst recht "brauchen")? In welcher heilen Welt leben Sie, dass Sie glauben, ein Verbot würde irgendetwas bewirken?

Genau das ist doch das Problem, auf das die Verbotsbefürworter einfach nicht eingehen: Dass es Sachen gibt, die man verbieten kann so oft man will, ohne sie je wirklich effektiv bekämpfen zu können. Prostitution gehört nun einmal zu diesen Dingen, Menschenhandel nicht unbedingt, Zuhälterei vielleicht auch nicht. Aber das käme mal auf einen gezielten, unideologischen Kampf dagegen an. Wer aber versucht, die Sonne zu verbieten, um den Sonnenbrand zu bekämpfen, tut niemandem einen Gefallen.

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Dietrich Dozer

ist es denn...

auch ekelhaft, wenn die Frau damit einverstanden ist? Ist das dann auch menschenverachtend? Das was sie hier anprangern betrifft wohl deher den Tatbestand des Menschenhandels und nicht der Prostitution.

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Dietrich Dozer

Differenzierung

Ich finde diese Verallgemeinerung schlecht, die sich hier, nicht ganz grundlos einschleicht.

Es wird mir zu wenig unterschieden, zwischen dem, was dem Gesetz entspricht und dem was kriminell ist. Es sollte doch viel eher ein Anliegen sein, die kriminellen Machenschaften, die teilweise mit der Prostitution einhergehen, als die Prostitution an sich als etwas niederträchtiges darstellen zu wollen. Der Tatbestand des Menschenhandels ist doch ein ganz anderer, als wenn eine Frau Geld für Sex nimmt und dieses Geld jemand bezahlt um ihre Dienste in Anspruch zu nehmen.

Ich denke, es ist gerade an der Zeit, dieses negative Image was diesem Gewerbe immernoch anhaftet zu verbessern. Es ist nichts schlimmes daran, wenn jemand Geld für Sex bezahlt. Die Frage ist nur, wurde jemand gezwungen oder nicht.

Viel mehr kommt es mir so vor, als wären gar nicht die Opfer das Ausschlaggebende, sondern vielmerh dem Land seine eigene verbiederte Weltsicht aufzudrücken.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.12.2012 11:36 Uhr
Dietrich Dozer

Hallo Frau Leopold

Gute Frage, was meine ich mit verbiederter Sicht. Das möchte ich Ihnen gerne erklären.

Es hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges geändert. Für Frauen ist das meiste besser geworden, für Männer oft schwieriger. Ich denke das ist zum größten Teil auch gerechtfertigt. Allerdings muss man sich wahrscheinlich nicht darum streiten, daß die frühere Lebensweise heute vielerorts nicht mehr auf den modernen Menschen passt. Die Frau ist wesentlich selbstbestimmter geworden. Noch nie gab es so viele Alleinstehende wie heute. Allerdings gibt es wieder mehr Eheschließungen.

Das verbiederte sehe ich darin, daß man einer Gesellschaft alte Werte aufzwingen will, die teilweise mit modernen Schicksalen nicht mehr zusammenpassen. Wenn ein Mann heutzutage verlassen wird, findet sich oft der Traumpartner nicht mehr. Soll er dann ohne Sex bis zum Ende seines Lebens dahinvegetieren? Nein, ich denke das möchte keiner. Wir müssen uns auch auf die Errungenschaften der letzten Zeit einstellen.

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Kerstin Leopold

Sehr geehrter Herr Dozer,

können Sie mir bitte erklären, was verbiedert bedeutet? Welche Werte-Bewertung nehmen Sie da vor?

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Hans Lutz Oppermann

Eine der 7 Todsünden verbieten?

Ja, das wäre knorke, wenn das endlich einer schafft und dann auch noch unsere Alice! Ich gönn ihr den Erfolg. Das nächste Projekt wäre dann die Gier abzuschaffen.

Wie lange wird das Verbot in Schweden und Norwegen bestand haben, was passiert in protestantisch, schwedischen Hinterzimmern? Werden wir zu Unisexwesen genesen? Das mag ja in manchem Kopf funktionieren, aber auf der Straße und vor dem Fernsehern?

Es gibt Frauen und Männer die sich primär über ihre sex. Attraktivität bestimmen und sich dies täglich auch bestätigen wollen und darüber auch ihre Existenz sichern. Wer glaubt das alle Partnerschaften edel begründet sind darf weiter träumen und so bitter das für manchen Zeitgenossen ist, jene Männer und Frauen finden es auch spannender/cooler auf diesem Weg ihre Lust zu befriedigen und ihre Existenz zu sichern.

Wer hier von Menschenwürde philosophiert lässt mich erschaudern. Ein "Herr der Hunde", hat das auch schon einmal versucht, vor 500 Jahren und wie ist es ausgegangen

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Thomas Tenette

Bordell Europas?

Find ich gut.
Man sollte es nur auch dann in der Namensgebung vervollständigen: Merkels Europabordell für Arme... - Ich finde es gut, wenn wir uns Gedanken machen, wie wir den Merkelschen ESM Kuchen, den wir vor unserer Nase haben von dieser ostdeutschen Fachkraft haben portionieren lassen, nun auch bezahlen.
Und das so dauerhaft, wie die hungrigen Mäuler aus dem Süden ihn auch gerne hätten. Bordell Europas finde ich nicht so zwangsbelegt wie Zahlmeister oder Zahlskalve Europas. Diese christliche Demokratin mit ihren scheinheiligen sozial eingestellten Pseudodemokraten haben das Herumhuren auf allen Ebenen in den Stand der Normalität gehoben. Bravo, kann man dazu nur sagen und auf zum nächsten Wahlball....

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Gerhard Grell

Pro Tag eine Million Männer ??

Das Problem mag gravierend sein. Ich kann es nicht wirklich beurteilen und bedauere die Opfer zutiefst.

In einem Punkt aber rechne ich mal nach: Eine Million Männer, so der Artikel, soll täglich die Dienste der Prostitutierten in Anspruch nehmen???

80 Mio. Einwohner abzüglich davon 40 Mio. Frauen, abzüglich geschätzter 15 Millionen Jünglinge, Greise und Schwule, bleiben 24.999.999 Millionen "fähige" Männer die das Gewerbe besuchen könnten (ich werde mangels Bordellbesuchen nicht berücksichtigt). Davon eine Million täglich im Puff???

Danach wäre jeder "Fähige" alle 25 Tage "dran"?!?

Sorry Leute, wer hat denn das festgestellt, das glaubt Ihr ja wohl selber nicht!

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.12.2012 20:36 Uhr
Kerstin Leopold

Ich glaube die meisten Leser hier haben sich im Studium mit Statistik beschäftigen müssen,

Mittelwert oder Durchschnitt - egal, es ist einfach zu viel!

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Florian Baumann
Florian Baumann (flups) - 17.12.2012 18:15 Uhr

Jaja, der Mittelwert

Mag ja sein, dass die überwiegende Mehrheit der deutschen Männer niemals in den Puff geht. Dafür tut es die Minderheit der regelmäßigen Freier um so häufiger...

Ich halte es für realisisch, dass 30 Prozent der Deutschen Männer im Alter zwischen 20 und 60 Jahren regelmäßig die Dienste von Prostituierten in Anspruch nimmt, hinzu kommen ausländische Touristen, Messegäste oder sonstige Geschäftsreisende ...

Also 1 Mio Freier pro Tag erscheint mir da eher noch zu wenig.

Und zu dem Thema "ich kenne niemand". Ist wirklich jemand so naiv und erwartet auf die Frage: "Gehen Sie regelmäßig in den Puff" eine ehrlich Anwtort?

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Johann Otto

Die CDU wird sicher was beschließen...

Ich glaube, in der Sendung ist was verwechselt worden, und es muß heißen: Eine Million deutsche Männer gehen der männlichen Prostitution nach; also jeder Fähigen trifft alle 25 Tage einen oder seinen Freier, und das auch noch ohne Würde (Alice Schwarzer). Oder so ähnlich. Mal sehen, was die CDU auf dem nächsten Parteitag dazu beschließen und weltweit umsetzen wird.

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Martin Rudolph

Sehr richtig!

Das habe ich mich bei der gestrigen Sendung, als diese Zahl genannt wurde, auch gedacht.
Demnach müsste, statistisch gesehen und auf einen längeren Zeitraum gerechnet, ja jeder Mann in Deutschland schon einmal dort gewesen sein. Ich kenne niemanden!
Ich kann dieser Zahl somit irgendwie nicht glauben.

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Hubert Appenrodt

Und was ist eigentlich mit der männlichen Zwangsprostitution...

...da war mal wieder keine Zeit für! Oder? In Berlin, Köln, München, Hamburg, überall in den großen wie kleinen Städten, auf dem Land wie auf dem Wasser und in der Luft, überall kleine, zumeist minderjährige Jungen, vornehmlich aus Osteuropa, die gegen ihren Willen auf den sogenannten berühmten Strich gehen. Und keiner kümmert sich um die Würde jener wie auch nicht um die Würde ihrer Freier. Warum? Warum diese Kultur des Wegschauens? Zumal einige dieser Jungen wirklich sehr schön sind. Herr Beck, von den Grünen, rechtspolitischer Sprecher, rhetorisch begabt, Kämpfer gegen die CDU, CSU, FDP und all die anderen Rechtsradikalen, was ist damit nun eigentlich?

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Franz Josef Stuhrmann

Jauch´s Sendung

Anstatt Frau Schwarzer und Frau Künast zu verunglimpfen - wie teils in diesem Forum geschehen - sollte man sich der Tatsache vor Augen führen, dass Deutschland mittlerweile zum Zentrum für Mädchenhandel und Prostitution geworden ist. Gesetze der rot-grünen Bundesregierung hatten dies ermöglicht. Das ist der eigentliche Skandal und nicht Frau Schwarzer mit ihren Äußerungen.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.12.2012 20:42 Uhr
Kerstin Leopold

Sehr geehrter Herr Stuhrmann,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Sie haben absolut recht.

Ich muss mich schon sehr über die Beiträge von leider viel zu vielen Männern hier wundern. Eigentlich wollen sie konservativ sein, sonst würden sie nicht die FAZ lesen, aber im Grunde sind sie anarchistisch-aggressiv und wären politisch eher bei der Piraten-Partei aufgehoben.

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Frank Fischer

Vor 100 Jahren - August Bebel um 1911

"„Deutschland genießt mit den traurigen Ruhm, Frauenmarkt für die halbe Welt zu sein.(...) Der Weg, den diese Mädchen nehmen, läßt sich ganz genau verfolgen. Von Hamburg werden dieselben nach Südamerika verschifft, "

Rede vor dem Deutschen Reichstag zum Hamburger Bordellsystem

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Kilian Haus
Kilian Haus (khhaus) - 17.12.2012 14:49 Uhr

"Skandal" Schreien hilft nicht

Zum Einen: Ich wüsste gerne, wer die offizielle Erkenntnis über Deutschlands Rolle im internationalen Vergleich verbreitet. Bei der anzunehmenden Dunkelziffer bedarf es jedenfalls mehr als der platten Behauptung, um mich davon zu überzeugen. Gleiches gilt für den Kausalzusammenhang zwischen einer etwaigen Zunahme und der Legalisierung. Vergessen Sie bitte nicht, dass Deutschland ohnehin ein Zentrum des Menschenhandels in Europa ist, weil es selbst der größte Markt ist für so ziemlich Alles was Geld bringt. Die Feststellung überrascht nicht. Und noch ein Hinweis: Die Polizei findet einen differenzierten Umgang mit einer zumindest zu großen teilen offen und legal stattfindenden Prostitution wahrscheinlich vor allem eins: Anstrengend. Früher konnte man viel leichter wegsehen, weil Alles viel heimlicher passierte.

Zum Zweiten: Was Frau Schwarzer sagt, ist sicher kein Skandal. Es ist nur untauglich, die Probleme des horizontalen Gewerbes (bzw. dieses selbst) in den Griff zu bekommen.

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17.12.2012, 06:50 Uhr

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